Nordeifel: Bauer+Kirch GmbH feiert 25-jähriges Bestehen

Nordeifel: Bauer+Kirch GmbH feiert 25-jähriges Bestehen

Die Bauer+Kirch GmbH feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Die Firma gehört zu den arrivierten IT-Unternehmen in Aachen. Das studentische Startup der späten 1980er Jahre beschäftigt aktuell 37 Mitarbeiter, die an zwei Standorten in der Aachener Region Software-Applikationen, Online-Anwendungen und mobile Apps entwickeln.

Unser Redakteur Andreas Gabbert hat mit den Firmengründern Andreas Bauer (44) und Stefan Kirch (43) gesprochen.

Wie hat vor 25 Jahren alles angefangen?

B+K: Die ersten unternehmerischen Erfahrungen haben wir als BWL- bzw. Informatikstudent mit dem gewerblichen Handel von Computer-Hardware gesammelt. Nach der Programmierung eines eigenen Warenwirtschaftssystems kam uns 1988 die Idee, eine Spezialsoftware zur Steuerung des Zeitschriftenumlaufs in öffentlichen und firmeneigenen Bibliotheken zu entwickeln. Mit dem Erfolg der Zeitschriftenverwaltungssoftware NOS war das künftige Geschäftsfeld der Bauer+Kirch GmbH gefunden.

Und wie haben sie Kunden dafür gefunden?

B+K: Mein Vater war es (Bauer), der damals sagte: „Jungs jetzt hört auf zu spielen und macht was sinnvolles. Er hat uns dann den Kontakt zu unserem ersten Kunden vermittelt. Unsere Entwicklung zum Pionier der softwaregestützten Zeitschriftenverwaltung begann mit einem kleinen Inserat in einer Pharmazeitschrift. Die Nachfrage war vom Start weg so groß, dass die Software schnell zum Marktführer in ihrem Spezialbereich avancierte.

Was war der nächste wichtige Schritt?

B+K: Ein weiterer Meilenstein in der Unternehmensgeschichte war das Jahr 1993, das Jahr in dem die Postleitzahlen fünfstellig wurden. Das damit einhergehende neue Regelwerk für Mailings haben wir als Chance gesehen, eine Software zur postalischen Vorbereitung und Durchführung von Dialogmarketing-Aktionen zu entwickeln. Nachdem die Software in einem Vergleichstest der Zeitschrift „Direkt-Marketing“ als beste der vorgestellten Lösungen abgeschnitten hatte, konnte die Software-Lösung selbst die Verantwortlichen der Deutschen Post überzeugen und trägt seit 1995 das Logo des Bonner Konzerns. Inzwischen haben wir auf der Grundlage einer langjährigen, vertrauensvollen Partnerschaft zwölf weitere Software-Lösungen exklusiv für die Deutsche Post AG entwickelt, die der Konzern seinen Kunden in unterschiedlichen Bereichen des Dialogmarketings zur Verfügung stellt.

In der Eifel sind sie aber in erster Linie für das Erstellen von Internetseiten bekannt.

B+K: Im gleichen Zeitraum haben wir unsere Internet-Aktivitäten gestartet, zunächst als regionaler Internetprovider, dann als Internetagentur. Unsere Faszination für das Medium Internet ist bis heute ungebrochen. Schon damals begeisterte uns vor allem die prozessunterstützenden Innovationen. Das erklärt auch, warum die von uns betreute Eifelkommune Roetgen noch vor der Stadt Aachen über ein virtuelles Rathaus verfügte, das die Bürger u.a. personalisiert per SMS oder E-Mail an die Abholtermine des Abfallkalenders erinnerte. Aufgrund der Erfahrungen im strukturierten Umgang mit großen Datenmengen war der Schritt von der Erstellung statischer, rein repräsentativ-informativer Webseiten hin zur dynamisch-prozessorientierten Konzeption komplexer Internetprojekte eine fast schon logische Konsequenz. Das Internet war für uns immer schon in erster Linie eine Technologieplattform, deren vielfältige Möglichkeiten wir systematisch und kreativ zugleich ausschöpfen.

Warum haben Sie als IT-Unternehmen einen Sitz in der Eifel. Ist die Internetverbindung dort nicht zu langsam für ihre Zwecke?

B+K: In der Tat ist es so, dass in vielen ländlichen Regionen, auch in Monschau, die Internetanbindung nicht ausreichend schnell ist. Dies wird zunehmend zum Standortnachteil. Denken Sie nur an die ganzen Cloud-Lösungen. Übrigens nicht nur für Unternehmen, auch im privaten Umfeld zählt schnelles Internet, z.B. bei Nutzung von Online-Filmangeboten, zur Lebensqualität. Es ist zu wünschen, dass die diversen Bestrebungen seitens der Politik diesen enormen Makel rasch eliminieren. Aber auch wenn wir Software- und Internetlösungen entwickeln, belastet uns die nicht ausreichende Geschwindigkeit nicht mehr als andere innovative Unternehmen auch. Aber es ist unangenehm, ja.

Warum haben sie sich dann für den Standort Monschau entschieden?

B+K: Monschau hat sich für uns entschieden. Wir sind hier aufgewachsen, zu Schule gegangen, leben noch heute hier und fühlen uns mit der Region verbunden.

Und wie kommen Ihre Kunden mit dem langsamen Internet zurecht?

B+K: Für unsere Kunden im gesamten deutschsprachigen Raum entwickeln wir Online-Lösungen, auf die wiederum Endverbraucher über ihre verschiedenen Internetleitungen zugreifen. Damit unsere Server bei diesen Zugriffen nicht zum Flaschenhals werden, ist es völlig klar, dass sie sich in großen Rechenzentren außerhalb Monschaus befinden. Wir achten übrigens darauf, dass die Rechenzentren unser Server klimaneutral betreiben.

Welchen Einfluss hatten das Platzen der Dotcom-Blase und die Finanzkrise auf Ihr Unternehmen?

B+K: Wir haben nie gezockt und uns behutsam aber stetig entwickelt. Als eigenkapitalfinanziertes Unternehmen waren wir ziemlich unbeeindruckt vom Platzen der Dotcom-Blase und der Wirtschafts- und Finanzkrise. Gerade in der parallel verlaufenen Entwicklung unserer beiden Geschäftsfelder liegen die Chancen für die Fortsetzung des kontinuierlichen Wachstumskurses. In einer Zeit, in der die Bereiche Softwareentwicklung und Internettechnologie immer stärker zusammenwachsen, erweisen sich die aus unserem langjährigen Know-how in beiden Bereichen resultierenden Synergieeffekte als bedeutender strategischer Vorteil.

Haben Sie ein Beispiel dafür?

B+K: Ein in der Öffentlichkeit bekanntes und damit prominentes Beispiel sind die Apps für Smartphones und Tablett-PCs, die wir als prozessunterstützende Technologieprodukte für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke programmiert und gestaltet haben.

Welche Perspektive haben junge Leute in ihrem Unternehmen?

B+K: Als engagierter Ausbildungsbetrieb, der u.a. seit 2007 als eines der ersten Unternehmen der Region die Ausbildung zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler (MATSE) anbietet, sind wir als regional und in der Branche gut vernetztes IT-Unternehmen seit vielen Jahren eine attraktive Adresse für junge Leute, die einen Ausbildungsplatz mit positiver Zukunftsperspektive suchen. Wir binden unsere Azubis schnellstmöglich in die laufende Projektarbeit ein. Das Gefühl, ein echter Teil des Teams zu sein, fördert die Motivation und erhöht den Lerneffekt ganz erheblich.

Was hat zeichnet ihr Unternehmen rückblickend besonders aus?

B+K: Im Rückblick hat das Unternehmen seit seiner Gründung am 15. Oktober 1988 vor allem eins ausgezeichnet: die Fähigkeit, Optimierungspotenziale zu erkennen und mit einem Gespür für die sich bietenden Marktchancen zu realisieren. Wie innovativ wir dabei zu Werke gehen, beweisen die pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum erteilten Patente für ein Verfahren und eine Eingabemaske zum Einpflegen einer postalischen Zustelladresse in eine Adresssammlung.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

B+K: Auch in Zukunft setzt das Unternehmen auf die eigenen Stärken und den Wachstumsmarkt IT. Wir möchten weiter wachsen und uns noch nachdrücklicher als bisher als attraktiver Arbeitgeber und lösungsorientierter IT-Dienstleister aus der Technologieregion Aachen profilieren.