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Himmelsblicke für die Seele: Bad Münstereifel lockt zum Wandern

Himmelsblicke für die Seele : Bad Münstereifel lockt zum Wandern

Rund zwölf Kilometer lang ist der Rundweg bei Bad Münstereifel. Die Bruder-Klaus-Kapelle strahlt unendliche Ruhe aus. Die Weite des Weltalls ahnen wir am Astropeiler.

Schon Paracelsus wusste: „Wandern gibt mehr Verstand als hinterm Ofen sitzen.“ Und so wollen wir uns heute auf den Weg machen, unseren Horizont zu erweitern. Unsere Tour führt nach Bad Münstereifel.

Im Stadtteil Eschweiler starten wir am unteren Ende des abschüssigen Parkplatzes und gehen auf einem Fußweg an einem hübsch angelegten Teich entlang zum Clubhaus des Golfplatzes. Dahinter erreichen wir über dessen Zufahrt den schmalen Moselweg, dem wir nach links zur Holzheimer Straße (K 45) folgen. Ein kleines Stück gehen wir links an der Kreisstraße entlang und wandern an einem Bildstock vorbei, um nur wenige Schritte danach rechts auf einen Feldweg abzubiegen.

Die offene Landschaft der Eifel liegt vor uns. Sie erscheint lieblich, weil sie immer wieder durch den Wechsel von Wald, Wiese und Feld sehr abwechslungsreich ist. An einem bewaldeten Hausgrundstück treffen wir auf die asphaltierte Turmgasse, die uns in einem Bogen links zum Talgrund führt.

Für fast einen Kilometer begleitet uns nun die Wegmarkierung der Eifelschleife „Von Sternen und Römern“. An einer roten Bank wechseln wir nach rechts auf den weiter oben verlaufenden Grasnabenweg, der um den Wachendorfer Berg herumführt. Wir wandern durch einen wunderschönen, nach Harz duftenden Kiefernwald, vorbei an interessanten Gesteinsaufschlüssen, sanft bergauf. An der nächsten Gabelung halten wir uns geradeaus, bis wir wieder aus dem Wald heraustreten und eine Schutzhütte erreichen.

Am Horizont das Siebengebirge

Über meist naturnahe Pfade geht die Tour. Foto: Myria Aurora Pribert
Über meist naturnahe Pfade geht die Tour. Foto: Myria Aurora Pribert

Ein lang gezogenes Feld erstreckt sich zwischen zwei Waldabschnitten. Wir umrunden das Feld, indem wir uns nach der Hütte geradeaus auf einem Wiesenweg halten und dann am Waldrand die Eifelschleife wieder verlassend der Linkskurve folgen. Unser Blick schweift über den hübschen Talgrund mit seinem vereinzelten Buschwerk. Der Weg steigt leicht an, und bald können wir auch den Astropeiler auf dem Stockert sehen. Wenn wir zurückblicken, erkennen wir mit etwas Glück am Horizont das Siebengebirge mit der markanten Pyramide des Großen Ölbergs.

Bei nächster Gelegenheit biegen wir auf einen etwas zugewachsenen, schmalen Singletrail rechts in den Wald ein. Der kleine Pfad schlängelt sich in leichtem Auf und Ab durch den Kiefernwald und trifft an einem Hochstand auf einen breiteren Waldweg, dem wir links folgen. Nach einer Windbruchfläche wechselt das Gesicht des Waldes: Die hellgrauen Stämme der Buchen erscheinen. Der Weg beschreibt eine deutliche Rechts- und Linkskurve, in der jeweils hinzukommende Wege ignoriert werden, bis wir am Waldrand eine Kreuzung mit einer gelben Bank (1) erreichen.

Von dort haben wir einen schönen Ausblick auf den aus dem Wald hervorschauenden Astropeiler, das Radioteleskop auf dem Stockert. Hier lässt es sich für einen Moment verweilen. Der Weg, der hinter der Bank in den Wald hineinführt, trägt die Markierung Eifelschleife „Stockertblick und Herkelstein“. Schauen wir von dem Weg, den wir gekommen sind in Richtung Bank, nehmen wir also den ersten Weg nach rechts. Auf den nächsten rund 1,5 Kilometern lässt es sich locker und beschwingt laufen, da der – nicht mit Namen ausgewiesene – Almweg ganz sanft nach Wachendorf abfällt. Nach einer lang gezogenen Wiese mündet der Weg schließlich am Waldrand, wo sich uns ein herrliches Panorama nach Nordosten offenbart.

Am Waldrand verlassen wir mit der Eifelschleife den breiten Waldweg und wenden uns vor einem Zaun nach links in einen schmalen Weg, der uns, von Hecken gesäumt, zu den ersten Häusern von Wachendorf führt. An den Häusern verlassen wir die Markierung und wenden uns scharf links auf einen asphaltierten Wirtschaftsweg, der bald in einen Feldweg übergeht und unterhalb eines Hangs verläuft. Nun heißt es zählen, denn mehrere Wiesenpfade führen in regelmäßigen Abständen rechter Hand den Hang hinauf. Wir nehmen den vierten, es ist ein Grasweg, der geschwungen an einer Hecke sanft bergauf führt.

 Die Rundtour ist etwa zwölf Kilometer lang.
Die Rundtour ist etwa zwölf Kilometer lang.

Oben angekommen, lassen wir den Anblick der Bruder-Klaus-Feldkapelle (2) erst einmal auf uns wirken. Dann wenden wir uns direkt nach links auf den asphaltierten Rißdorfer Weg und begeben uns nach rechts über einen Pfad auf den Weg zur Kapelle. Es ist ein Ort der Ruhe, manche sagen, ein Kraftort. Viele Besucher konnte das Bauwerk des renommierten Schweizer Architekten Peter Zumthor schon willkommen heißen. Es sieht von außen vielleicht schlicht aus, doch ist sein Inneres wie ein Kokon gestaltet, der mit seiner tropfenförmigen Öffnung nach oben unweigerlich die Blicke und Gedanken zum Himmel wandern lässt.

Zurück auf dem Rißdorfer Weg wenden wir uns nach rechts und wandern eine kleine Anhöhe hinauf. An einer markanten Baumgruppe am Wegesrand lohnt sich der Blick zurück. Auf der Höhe folgen wir an der nächsten Kreuzung dem Feldweg links. Der Feldweg führt auf den Wald zu, durch den wir für 1,2 Kilometer in einem Rechtsbogen leicht bergauf wandern. Die höchste Kuppe überschreitend, erreichen wir nun wieder die Kreuzung mit der gelben Bank, die wir bereits vom Hinweg kennen.

 Myria Aurora Pribert, Ingrid Retterath: „Wanderungen für die Seele. Wohlfühlwege Rhein, Ahr, Erft“, Droste-Verlag, 192 Seiten, 18 Euro.
Myria Aurora Pribert, Ingrid Retterath: „Wanderungen für die Seele. Wohlfühlwege Rhein, Ahr, Erft“, Droste-Verlag, 192 Seiten, 18 Euro.

Hier folgen wir dem Weg geradeaus (Eifelschleife „Stockertblick und Herkelstein“). An der nächsten Kreuzung erreichen wir den Rand des Naturschutzgebiets Kuttenberg, in dem sich, zusammen mit dem Wachendorfer Berg, die größten Halbtrockenrasen der Voreifel befinden. Für viele wärmeliebende Pflanzenarten, wie Orchideen, stellen die Halbtrockenrasen auf den natürlichen Kalkfelsen einen geschützten Lebensraum dar. Ob wir Glück haben und die seltenen Orchideen vom Weg aus entdecken können?

Wir wenden uns mit der Markierung nach rechts, überqueren wenig später die Kreisstraße K 45 schräg rechts und setzen unseren Weg nach links zwischen Waldrand und Golfplatz fort. Es fühlt sich wunderbar an, auf dem weichen Wiesengrund zu laufen und den Blick über die offene Landschaft schweifen zu lassen. Große Kiefern breiten ihre mächtigen Kronen über uns aus.

Einladung zu einer kleinen Rast

Am Ende des Weges geht es an einer Weide nach links und wir verlassen die Eifelschleife wieder. Wir passieren eine etwas erhöht stehende rote Bank, die uns zu einer kleinen Rast verleiten darf. Im weiteren Verlauf flanieren wir an einem Hochstand an einem von Pappeln gesäumten Abschnitt vorbei.

Wir erreichen das Gelände des Golfplatzes, können aber getrost auf diesem Weg bleiben, denn Golfbälle sollten hier nicht umherfliegen. Für den Abstecher zum Astropeiler steigen wir beim ersten Abzweig auf einem Weg für Golfcars am Rand des Greens hinauf zur Straße Stockert, der wir rechts zum Gelände der NRW-Stiftung folgen. Das Privatgelände dürfen wir betreten, der Astropeiler auf dem Stockert (3) selbst kann jedoch nur während einer Führung besichtigt werden.

Anschließend kehren wir zu unserem Weg zurück und genießen auf unserer weiteren Wanderung die Aussicht auf den Kuttenberg und das Siebengebirge. Später gelangen wir auf die Asphaltstraße Stockert, der wir nach links durch das Areal des Golfplatzes hindurch bis zum Parkplatz folgen.