Roetgen/Nordeifel: B 258: Zweite Ampel „kein zusätzliches Verkehrshindernis“

Roetgen/Nordeifel: B 258: Zweite Ampel „kein zusätzliches Verkehrshindernis“

Die Bundesstraße 258 in Roetgen ist und bleibt ein Dauerbrenner: Nachdem nun die Gemeinde Roetgen mit politischer Unterstützung vor Ort in die Offensive gegangen ist und die Errichtung einer zweiten Ampelanlage im Bereich des Verkehrsknotenpunktes B 258/Rosentalstraße eingefordert hat, lässt die Reaktion aus den Nachbarkommunen Simmerath und Monschau nicht lange auf sich warten, sieht man doch in einer weiteren Ampel ein zusätzliches Verkehrshindernis für die Pendler.

Roetgens Bürgermeister Manfred Eis zeigt sich aufgrund langjähriger Erfahrung wenig überrascht von den reflexartigen Reaktionen aus dem Umfeld: „Wenn in der Ortsdurchfahrt Roetgen irgendeine bauliche Maßnahme erfolgt, dann ist das jedes Mal gleich der Untergang der Nordeifel.“

Alexander Lenders, CDU-Vertreter aus Monschau im Städteregionstag, warnt davor, durch eine zweite Ampel „ein weiteres Verkehrshindernis zu schaffen“. Verständnis äußert Lenders zwar dafür, dass Roetgen sich gegen eine Umgehungsstraße ausspreche, aber man könne auch nicht die B 258 nach Aachen „zu einer Dorfstraße degradieren“.

Gerade vor dem Hintergrund, dass die Eifelkommunen von der Stadt Aachen einforderten, dass diese die Ausbaupläne des Landesbetriebs Straßenbau für die Monschauer Straße unterstützen solle, könnten die Eifeler nun nicht hingehen „und die Streckenführung selbst behindern“.Nicht nur die Pendler, sondern auch für die Eifel als Wirtschaftsraum sei eine zügige Verkehrsverbindung nach Aachen von einschneidender Bedeutung.

Irritiert und „nicht gerade erfreut“ über den Vorstoß aus Roetgen zeigt sich Christoph Poschen, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Simmerath. Statt die Streckenführung nach Aachen zu erschweren, müsse genau das Gegenteil passieren. Im übrigen findet auch er, dass es ein „schlechtes Signal“ an die Stadt Aachen sei, „wenn wir selbst hingehen und den Verkehr verschleppen. Das ist kontraproduktiv.“

Die geäußerten Bedenken kann Manfred Eis verstehen, auch wenn für ihn fraglich ist, ob eine zweite Ampel „wirklich eine zusätzliche Barriere darstellt“. Seinerseits wirbt der Bürgermeister um Verständnis dafür, dass er auch die Roetgener Interessen im Blick haben müsse. An vielen Einmündungen sei es dem innerörtlichen Verkehr kaum möglich, auf die Bundesstraße zu gelangen.

„Linksabbieger haben da keine Chance.“ Regelungsbedarf am Knotenpunkt B 258/Rosentalstraße sei zweifellos gegeben. Dies habe eine Untersuchung in Zusammenhang mit der Ansiedlung neuer Verbrauchermärkte an der Bundesstraße ergeben. Ob tatsächlich eine Ampel kommt, bleibt für Eis ungewiss: „Eine Ampel kommt dann, wenn das Straßenverkehrsamt sie anordnet.“

Bei der Städteregion Aachen hat das Meinungsbild bereits klare Konturen angenommen, die Städteregionsrat Helmut Etschenberg in einer Machbarkeitsstudie, die dem Roetgener Bauausschuss auch als Diskussionsgrundlage vorlag, dargelegt hat. Darin heißt es, dass sich aufgrund einer stichprobenhaften Verkehrsbeobachtung „die zwingende Notwendigkeit einer Signalisierung des Knotenpunktes aus fachlicher Sicht nicht ableiten lässt“.

Diese Studie hatte nun im Bauausschuss die Wellen hochschlagen und dort Zweifel an deren Seriosität aufkommen lassen.

Die massiven Angriffe möchte Städtregionsrat Helmut Etschenberg nicht im Raume stehen lassen und erklärte am Freitag: „Die aktuelle Diskussion um die Verkehrsführung in Roetgen wird extrem emotional geführt, bis hin zu persönlichen Angriffen, die unangemessen sind. Auch wenn ein sachlicher Diskurs bei diesem Thema nicht einfach ist, fordere ich ihn ein!“

Die Gemeinde Roetgen müsse akzeptieren, dass die B 258 eine Bundesstraße sei, deren Aufgabe darin bestehe, zum einen den Verkehrsfluss zu gewährleisten und zum anderen Rückstau, Emissionen, Lärmbelästigungen und blockierte Zufahrten zu minimieren.

Weiter betont Etschenberg: „Ich habe die Gemeinde Roetgen und den Landesbetrieb Straßenbau NRW aufgefordert, bauliche Veränderungen in die Wege zu leiten. Als beste Variante einer in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie hat sich demnach der ‚halbe Turbokreisel‘ mit einer teilweise zweispurigen Verkehrsführung erwiesen.

Dazu bedarf es des Erwerbs zweier Grundstücke, mit deren Eigentümern bereits Gespräche geführt werden. Eine Ampel würde diesen Anforderungen an die B 258 als Bundesstraße nicht gerecht; sie wäre auch für die Anwohner eine Belastung und insoweit die schlechtere Alternative.“

Sinnvoll sei „kein Schnellschuss“, sondern eine Lösung, mit der alle Beteiligten in den kommenden Jahrzehnten am besten leben könnten, betont Etschenberg abschließend. Dennoch werde er der Anregung nachkommen, noch einmal eine Expertenabstimmung herbeizuführen.

(P. St.)
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