Autofahrer ärgern sich über zahlreiche Baumaßnahmen

Sperrungen, Ampeln, Verkehrsumleitungen : Von einer Baustelle in der Nordeifel bis zur nächsten

Über Baustellen, Verkehrsumleitungen und Ampeln ärgern sich zurzeit viele Autofahrer in der Nordeifel, da sich diese zu häufen scheinen.

Wer in diesen Tagen zum Beispiel von Rott nach Roetgen gelangen möchte, hat es nicht einfach, denn die L 238 ist gesperrt, weil dort im Auftrag der Regionetz GmbH eine neue Gasleitung verlegt wird. Alternativ besteht die Möglichkeit über die Himmelsleiter (B 258) nach Roetgen zu gelangen, doch das Linksabbiegen an Relais Königsberg auf die vielbefahrene Bundesstraße ist kein leichtes Unterfangen. Außerdem gibt es dort seit Donnerstag eine weitere Baustelle.

Während der Eifeler also mit seinem Auto vor der Ampel im Stau steht oder mal wieder einer Umleitung folgt, um an sein Ziel zu kommen,  schießen ihm unweigerlich einige Fragen durch den Kopf: Was wird hier überhaupt gebaut? Warum ist das nötig? Wer ist dafür verantwortlich? Wie lange dauert das noch? Warum gibt es jetzt so viele Baustellen? Werden solche Maßnahmen überhaupt abgestimmt?

Die ersten Fragen sind relativ leicht zu beantworten, in der Regel wird die Öffentlichkeit darüber informiert, welche Straße warum wann gesperrt wird. Bei den letzten beiden Fragen ist das nicht ganz so einfach. Oft kommt es am Ende des Jahres zu einer Häufung der Baustellen, weil noch Mittel für diese Maßnahmen noch entsprechende Mittel abgerufen werden können. Ein anderer Grund ist der nahende Winter. So sei es auch im Fall der Fahrbahnsanierung auf der Himmelsleiter (B 258), die voraussichtlich am Samstag, 27. Oktober, abgeschlossen sein soll.

Hier handele es sich um eine vorbeugende Maßnahme, die man noch vor dem Winter abarbeiten wolle, erklärt Projektleiter Arndt Meyer vom Landesbetrieb Straßen.NRW. Auf der Himmelsleiter seien Schäden an der Fahrbahndecke aufgetreten. Außerdem fehle in der Kurve vor der Himmelsleiter am Ortsausgang Roetgen in Richtung Aachen die Griffigkeit. Dort sei es auch schon zu einigen Unfällen gekommen. „Das muss vor dem Winter kurzfristig erledigt werden, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten“, sagt Meyer.

Foto: Grafik: ZVA, Karte: mapz.com

Die zuständige Straßenverkehrsbehörde für die drei Nordeifelkommunen ist die Städteregion Aachen. Das heißt, dass sie auch Straßensperrungen anordnet, bis auf eine einzige Ausnahme, nämlich dann, wenn ein anderer Baulastträger (für Bundes-und Landesstraßen: Straßen.NRW) auf seiner eigenen Straße selbst Baumaßnahme vornimmt. Dann liegt die Genehmigung dieser Maßnahme auch bei diesem Baulastträger (wenn er eine Straßenverkehrsbehörde besitzt). Konkret bedeutet das im Fall der Fahrbahnsanierung auf der Himmelsleiter, dass Straßen.NRW dort auf der eigenen Straße eine Baumaßnahme durchführt und diese auch selbst angeordnet hat. Würde an derselben Stelle ein Dritter tätig (zum Beispiel, um eine Gasleitung zu verlegen), dann wäre wiederum die Städteregion die zuständige Straßenverkehrsbehörde.

Über die Bauarbeiten auf der Himmelsleiter sei auch die Städteregion im Zuge der gesetzlich vorgeschriebenen Anhörung informiert worden, teilt Pressesprecher Detlef Funken auf Anfrage mit. Da es sich um eine dringende „Notmaßnahme“ handele, die der Verkehrssicherungspflicht diene, könne auch aus Sicht der Städteregion leider nicht bis nach Abschluss der Maßnahme  auf der L 238 zwischen Roetgen und Rott gewartet werden. Nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten auf der Himmelsleiter werde man dann ab Montag, 29. Oktober, an Relais Königsberg eine Ampelschaltung installieren, um das Linksabbiegen auf die Bundesstraße zu erleichtern.

Eine Abstimmung bei Straßensperrungen gebe es zum einen durch das festgeschriebene Verfahren der Anhörungen, erklärt Funken. Die Straßenverkehrsbehörde frage nach der Beantragung einer Baumaßnahme  immer bei der Polizei, den Kommunen, auf deren Gebiet die Maßnahme stattfindet, und dem Liniennetzträger (Aseag) im Zuge der gesetzlich vorgeschriebenen Anhörung (zwei Wochen Minimum vor Maßnahme) nach. Jeder Beteiligte könne dann eine positive oder negative Stellungnahme abgeben. Eine negative Stellungnahme bei einer Anhörung sei aber kein Veto. „In der Praxis wird aber immer eine Lösung gesucht, mit der alle Beteiligten einverstanden sind“, sagt Funken.

Vorher gebe es aber durch den Baulastträger, auf dessen Straße etwas geplant ist, schon im Planungsstadium Abfragen bei allen sogenannten „Leistungsträgern“. Das seien beispielsweise die Energie- und Wasserversorger sowie die Telekom – „also alle Firmen, die Leitungen in dieser Straße liegen haben oder unseres Wissens nach solche Leitungen planen“, erklärt Funken. „Dabei wird darauf hingewiesen, dass wir eine Baumaßnahme planen und angefragt, ob diese auch Leitungsmaßnahmen planen und gezielt im Zuge unserer Maßnahme durchführen, also möglicherweise auch vorziehen wollen. Dadurch werden Ressourcen gespart und mehrmalige Sperrungen einer Straße in kurzen aufeinanderfolgenden Zeiträumen verhindert. Zudem wird der Straßenbelag durch jedes erneute Aufreißen schlechter“, sagt der Sprecher der Städteregion

Das klappe aber nicht immer optimal, räumt er ein. Manchmal trete trotzdem der Fall auf, dass eine Maßnahme vor drei Jahren noch nicht geplant war (Beispiel Gasleitung Rotgen-Rott) und jetzt erfolgen müsse.  Zudem könne es immer auch „Notlösungen“ aufgrund der Verkehrssicherungspflicht geben (siehe Himmelsleiter), die keinen Aufschub dulden.

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