Mützenich: Ausstellung belgischer Künstler: Frittenbuden und schützende Räume

Mützenich: Ausstellung belgischer Künstler: Frittenbuden und schützende Räume

Eine Doppelausstellung mit zeitgenössischer Kunst ist ab Sonntag, 9. März in der Kulturstätte „Weisses Pferdchen“ in Mützenich, Eupener Straße 62, zu sehen.

Claudine Mertens und Eric Legrain aus dem Nachbarland Belgien stellen hier ihre Arbeiten aus. Die Vernissage ist am Sonntag, 9. März, um 15 Uhr. Weiterhin ist die Ausstellung am Sonntag, 16. März geöffnet. Ab 15 Uhr werden an diesem Tag auch beide Künstler anwesend sein.

Eric Legrain hat sich durch seine Zeichnungen von belgischen Frittenbuden auch international inzwischen einen Namen gemacht. Foto: Eric Legrain

„Kunst kennt keine Grenzen — sie ist frei und macht frei“, lautet treffenderweise der Titel der Ausstellung, deren Schirmherr Karl-Heinz Lambertz, Ministerpräsident der Deutsprachigen Gemeinschaft Belgiens, ist.

Im Rahmen der Vernissage am kommenden Sonntag gibt es Live-Musik und anschließend eine Weinprobe, „um den Kreis der Sinne zu schließen“, wie es in der Einladung von Mützenichs Ortsvorsteherin Jacquline Huppertz heißt.

Eric Legrain wurde 1963 in Namur geboren. Er studierte an der Royal Academy of Fine Arts in Lüttich.

Er lebt und arbeitet in Beho. Seine Gemälde sprühen nur so von Lebhaftigkeit, Nervosität und Unruhe, was ihnen eine sehr charakteristische und persönliche Note verleiht. Oft fügt er ihnen sogar Wörter, deren Bedeutung nur er kennt, in einer unleserlichen Schrift hinzu.

Er hat seine Bilder in zahlreichen Einzelausstellungen gezeigt, so u. a. in Lüttich (1996), St.Vith (1998), Colmarberg/Luxemburg (1998), Brüssel (1998), Neapel/Italien (2000), Wiltz/Luxemburg (2001), Antwerpen (2001), Potenza/Italien (2002), Eupen (2004), Luxemburg (2004), Brüssel (2006+2008) und Shanghai (2010).

Außerdem war er an zahlreichen Gruppenausstellungen beteiligt. Eric Legrain ist in Belgien kein Unbekannter. Seine Zeichnungen von Frittenbuden schmückten unter anderem den belgischen Pavillon bei der Weltausstellung in Shangai.

Claudine Mertens befasst sich in ihrer Kunst mit der Darstellung von Räumen. „Thema meiner Ausstellung sind Schutzräume im weitesten Sinne des Wortes, d.h. Räume, die das Leben schützen, sowohl den Körper als den Geist.“

Einige großformatige Acrylgemälde zeigen Beispiele solcher Schutzräume: Unterschlüpfe in kriegsgebeutelten Ländern wie Syrien und einigen afrikanischen Ländern, vorgeschichtliche Höhlen, idyllische Landschaften mit Tierunterständen, anonyme Großstädte, teure Jachten als Anlageobjekte. Claudine Mertens: „Ich liebe den Kontrast zwischen Hell und Dunkel, Schwarz zusammen mit grellen Farben.

Schwarz ist meine Zufluchtsfarbe — eine männliche Farbe, die die behandelten Themen umgibt, schützt und trägt. Die grellen Farben sind Ausdruck meiner Weiblichkeit und Hoffnung. Ausgangspunkt ist ein konkretes Thema, in das ich beim Malen abstrakte Elemente einbaue, damit der Besucher seiner Fantasie freien Lauf lassen kann.“

Auch die Porträts (in Tusche, Pastell und Gouache) befassen sich mit demselben Thema: den Schutzräumen. Rückzugsort ist hier die Körperhülle, in diesem Fall das Gesicht und insbesondere die Augen.

(P. St.)
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