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Simmerath: Ausschuss im Zeichen des Fußballs

Simmerath : Ausschuss im Zeichen des Fußballs

In der Dauer einer Fußball-Halbzeit mit Nachspielzeit brachte der Simmerather Planungsausschuss am Dienstag seine 34. Sitzung in der Legislaturperiode über die Bühne.

Die ausführliche Vorberatung der sieben anstehenden Bebauungsplanänderungen und die Vorbereitung durch Planungsbüro und Verwaltung ermöglichten es dann auch, dass die Ausschussmitglieder rechtzeitig zum Fußballabend den Sitzungssaal verlassen konnten.

Gewerbegebiet erweitert

Die Erweiterung des Gewerbegebietes Simmerath wurde ebenso einstimmig beschlossen wie kleine Änderungen der Bebauungspläne für das Neubaugebiet „Im Dreieck” (Kesternich), für den Bereich „Am Südhang” (Rurberg) und für das Baugebiet „Mittelvenn” (Lammersdorf). Mehrere Redebeiträge gab es lediglich zum Bau der Reithalle „Auf dem Rott” in Eicherscheid (siehe weiteren Beitrag) und bei einer Bebauungsplanänderung für die Sonntagsstraße in Lammersdorf.

Im Nachhinein legalisieren

Bei letzterer bestand von der Sache her bei beiden großen Fraktionen Einigkeit, obschon die Planänderung erst im Nachhinein eine bereits durchgeführte Maßnahme legalisieren sollte: Ein Unternehmer hatte an besagter Straße gegen die Festsetzungen des Bebauungsplans Stellflächen für seinen Betrieb befestigt - soweit nichts Neues, „das ist schon häufiger vorgekommen, und wir haben es akzeptiert, wenn wir damit einem Bürger oder Unternehmer haben helfen können”, so Bruno Löhrer.

Auch die SPD hatte sich in der Vorberatung damit einverstanden gezeigt, „Fünf gerade sein zu lassen”, hatte den Sachverhalt dann aber in einer Wahlkampfschrift angeprangert, handelte es sich bei dem betroffenen Bürger doch um einen CDU-Gemeinderatskandidaten. „Der Unternehmer hat sicherlich nicht recht gehandelt. Aber er hat unsere Zustimmung nicht wegen seines Parteibuchs bekommen, sondern weil wir in der Vergangenheit schon öfters so verfahren sind”, erklärte CDU-Sprecher Bruno Löhrer.

Drohung mit Wortentzug

„Kommen Sie zur Sache”, drohte der Ausschuss-Vorsitzende Gregor Harzheim (SPD) dem Sprecher der Christdemokraten sogar mit Wortentzug. Löhrer aber wiederholte: „Wir hätten in dieser Sachlage so auch für jeden anderen Bürger entschieden.” SPD-Sprecher Edgar Titz aber entgegnete: „Der Betroffene hat nicht rechtens gehandelt, und da muss es erlaubt sein, so etwas aufzuzeigen.”

Nach der nochmaligen Aufforderung des Vorsitzenden, zum Sachverhalt zurückzukehren, wurde der Satzungsbeschluss schließlich doch einstimmig gefasst.