Simmerath: Ausbau der Breitbandversorgung soll auch in Kesternich erfolgen

Simmerath : Ausbau der Breitbandversorgung soll auch in Kesternich erfolgen

Seinen Unmut über die fehlende Breitbandversorgung des Ortes Kesternich äußerte der Ortsvorsteher Ulrich Offermann mit deutlichen Worten. Die unbefriedigende Situation ist dem Struktur- und Hochbauausschuss der Gemeinde bekannt, trotzdem wurde um Geduld gebeten.

„Das Internet ist keine Spielerei, jeder braucht es. Wir können doch hier nicht im Tal der Ahnungslosen sein”, schimpfte Ulrich Offermann. Ihm stimmten Jens Wunderlich und Siegfried Peeters zu, die aber darauf hinwiesen, dass es auch in Hechelscheid, Rurberg und Woffelsbach ähnlich schlecht um die Geschwindigkeit der Datenübertragung bestellt sei.

Bernd Goffart, der in Kesternich wohnt, betonte, schnelles Internet sei für viele Berufstätige ein Standortfaktor, und eine Übertragung von 700 kbit/s sei indiskutabel. „Wenn ich ein Foto verschicke, dauert es fünf Minuten”, berichtete er und warnte: „Jemand der beruflich das Internet braucht, der wird nicht nach Kesternich ziehen. Wir müssen an die Landesregierung gehen.”

Siegfried Lauscher (SPD) äußerte sich verwundert über den Ärger des Kesternicher Ortsvorstehers: Es sei doch alles Nötige in die Wege geleitet, und im Haushalt sei der Eigenanteil der Gemeinde für den Ausbau des Netzes veranschlagt.

Bürgermeister Karl-Heinz Hermanns informierte, dass er am 4. September bei der Bezirksregierung vor stellig geworden sei; ein „Zuwendungsbescheid” sei für diesen Herbst in Aussicht gestellt worden. Auch dem SPD-Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling habe er in einem Gespräch diese Thematik ans Herz gelegt, dieser sei mit der Problematik vertraut.

André Koll von der Strukturabteilung bestätigte: „Kesternich ist tatsächlich der ärmste Ort in Simmerath, was das Internet angeht. Jedoch war das Gespräch bei der Bezirksregierung wirklich sehr positiv.”

Auf die Frage von Siegfried Peeters, wie lange es denn dann noch dauere, bis wirklich eine zuverlässige Breitbandversorgung gewährleistet sei, antwortete André Koll: „Wenn wir den Zuwendungsbescheid haben, wird ein Kooperationsvertrag abgeschlossen. Und dann ist der Anbieter in der Pflicht und muss spätestens nach zwölf Monaten die Breitbandversorgung gewährleisten.”