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Rurberg: Aus der Scheune wird ein Hexenhaus

Rurberg : Aus der Scheune wird ein Hexenhaus

Es ist beinah ein großes, gastliches Wohnzimmer, das der Gast im Eifeler Hof, Hövel 15 in Rurberg, betritt.

Antike Möbel, einladend gedeckte Tische und warme, liebevolle Dekorationen sagen ihm ein herzliches Willkommen.

In der Weihnachtszeit setzt der Christbaum einen festlichen Akzent in diesen gemütlichen Gastraum. Und sozusagen weihnachtlich ist Joachim Daners auch zu FamLand gekommen: „Wie die Jungfrau zum Kinde”, erzählt er.

Gastronomische Seiteneinsteiger

Zum 1. Januar 2004 hat er das bisher gepachtete Gebäude samt der alten Scheune gekauft, daraus sollte ein „Countryhouse” - Feinschmeckerküche im Landhausstil - werden. Anstatt das Bestehende zu erweitern errichtet Joachim Daners jedoch nun etwas ganz Neues: Aus der Scheune wird ein Hexenhaus. Kinderfreundliche Erlebnisgastronomie steht über dem Konzept.

1991 haben Ferdi Daners und seine inzwischen verstorbene Ehefrau den Eifeler Hof gepachtet. Zuvor führten die gastronomischen Seiteneinsteiger acht Jahre lang ein Hotel am Gardasee. Ihr Sohn Joachim hat die Gastronomie „richtig” erlernt. Der Hotelkaufmann war unter anderem Marketingleiter bei der Nobel-Restaurantkette Mövenpick International.

Mit FamLand auf zu neuen Ufern

Nach dem Tod der Mutter entschied sich Joachim Daners, das Hotel-Restaurant seiner Eltern in Rurberg fortzuführen. „Als Existenzgründer habe ich mich an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises Aachen gewandt”, berichtet Joachim Daners. Über Margaretha Ritter, die in der Gemeinde Simmerath für Wirtschaftsförderung zuständig ist, erfuhr er von FamLand - und wusste damit zunächst rein gar nichts anzufangen: „Meine Idee war es, den bestehenden Betrieb eines weinlastigen Feinschmeckerlokals auszubauen. Da hätten mir tobende Kinder ja die Kunden vergrault!”

Dennoch ließ sich Joachim Daners zur Teilnahme an einem FamLand-Seminar überreden - und war sofort überzeugt: „Man hat uns aufgezeigt, wie wichtig die Zielgruppe Familie ist und dass es in der Region bisher keinen einzigen Hotel- und Gastronomiebetrieb gibt, der sich ausschließlich an Familien orientiert.” Gleichwohl war für den Hotelfachmann sofort klar: Ein solches Konzept lässt sich - eben auch wegen des Stammpublikums - nicht in den bestehenden Betrieb integrieren. So entstanden neue Pläne.

Ausflugsziel

„Unser Hexenhäuschen soll ein Ausflugsziel werden”, erklärt Joachim Daners seine Idee. Alte regionale Rezepte neu interpretiert, lautet sein kulinarisches Credo. Darüber hinaus plant er Animationen für Kinder, zum Beispiel Hexenbesenbinden, Kräuterkunde oder Wildwanderungen. „Natürlich ist auch der Nationalpark ein wichtiges Thema.” Und während die Kinder der Natur vor allem bei Nachmittagsveranstaltungen auf die Spur kommen können, sind abends die Erwachsenen gefragt. Joachim Daners: „Das Thema Hexen birgt eine Grundspannung, um die man sehr vieles aufbauen kann.”

Im Frühsommer 2004, so der Zeitplan, soll die Außengastronomie im großen Garten und unter dem uralten Kirschbaum fertig eingerichtet sein. In den folgenden Jahren wird er seinen Betrieb - den er demnächst von Eifeler Hof in „Genießer-Wirtshaus” umbenennen wird - nach der Saison für zwei oder drei Monate schließen und die Scheune umbauen. Einen Namen für seine Erlebnisgastronomie sucht Joachim Daners noch. Fest steht aber, dass es ein Ganzjahresangebot werden soll.