Aus der Natur unserer Heimat: Salomonssiegel

Aus der Natur unserer Heimat : Die Weißwurz liebt schattige Plätze

Das Salomonssiegel, auch Weißwurz genannt, ist eine eher seltene Blume in unserer Region. Gefunden wurde sie in den letzten Tagen im Rurtal bei Dedenborn und auf einer Anhöhe bei Paustenbach.

Mit Sicherheit gibt es aber auch viele andere Plätze, wo diese Blume, die zu den Liliengewächsen gehört, blüht. Zu finden ist diese Pflanze hauptsächlich in lichten Laubwäldern an schattigen Plätzen. Sie liebt lockere, oft kalkhaltige Lehmböden. Es gibt drei verschiedene Arten der Weißwurz: Die Vielblütige Weißwurz, in deren Blattachseln traubige Blütenstände stehen mit jeweils bis zu fünf Blüten erreicht als sommergrüne Pflanze Wuchshöhen von 30 bis 50 Zentimetern.

Im Wurzelstock überlebt sie den Winter. Diese auffällige weiße Wurzel – daher der Name Weißwurz – besitzt einen Durchmesser von 5 bis 9 Millimetern. Die scheibenförmigen Vertiefungen auf der Oberseite des Wurzelstockes sind die Abnarbungsstellen der Blütensprossen. Diese zahlreichen Narben erinnerten die Menschen früher an ein Siegel.

Salomonssiegel heißt die Pflanze, weil König Salomon aus dem Alten Testament angeblich ihre Zauberkraft beim Bau des Tempels benutzte. Der Wurzelstock ist im Mittelalter auch aus Märchen und Sagen als „Springwurz“ bekannt, und wer sie besaß, konnte, so meinte man, versteckte Quellen finden und verschlossene Türen öffnen.

Das Echte Salomonssiegel sieht ähnlich wie obige Pflanze aus, hat aber nur eine bis zwei Blüten und ist sehr viel seltener als ihre Artgenossin.

Beeren der Quirlblättrige Weißwurz sind giftig

Die dritte Art ist die Quirlblättrige Weißwurz, die größer wird als die vorgenannten Weißwurz. Ihre Blüten stehen in einem Quirl in Blattachseln am Stängel. Die ganzen Pflanzen, vor allem die dunklen Beeren, enthalten Giftstoffe. Symptome einer Vergiftung sind Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, die jedoch nicht lebensbedrohlich sind. In einem Garten, wo Kleinkinder herumlaufen, sollte man diese Pflanze jedoch nicht anpflanzen.

Das Salomonssiegel wird weltweit seit Jahrhunderten als Heilkraut verwendet, um Wunden oder beschädigtes Körpergewebe zu reparieren oder um verletzte Knochen zu heilen. Weitere Anwendungsgebiete sind trockener Husten, früher auch Tuberkulose und Ruhr, sowie Durchfall und Hämorrhoiden. Auch bei Menstruationsproblemen soll Salomonssiegel helfen. Aber bitte nicht selbst Mixturen aus dieser Pflanze herstellen. Besser ist: Fragen sie ihren Arzt oder Apotheker!

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