Aus der Natur unserer Heimat: Der Bluthänfling

Aus der Natur unserer Heimat : Der Bluthänfling ist seltener geworden

In einer Zusammenstellung der Vogelarten im Monschauer Land aus den 1990er Jahren wird der Bluthänfling als häufiger Brutvogel aufgeführt.

In dem Aufsatz „Die Brutvögel des Gebietes Roetgen – Monschau – Nideggen“ von Udo Bick im Jahre 1975 wird der Hänfling als Brutvogel in Gärten, an Waldrändern, in Hecken und Gebüschen der offenen Landschaft sowie in großen Fichtenkulturen genannt.

Ende März 1977 wurden viele Exemplare dieser Vogelart auf einem Acker bei Kesternich gefunden, 20 bis 30 Individuen im September 1990 auf einer Wiese bei Dedenborn, 1993 brüteten fünf Paare in Seifenauel. In den weiteren Jahren wurden sie beobachtet bei Kesternich, Bickerath, Strauch, Einruhr, Rurberg, Woffelsbach, Mützenich, Rohren, Dedenborn, Hammer, Konzen – also in allen Orten des alten Kreises Monschau.

In den letzten Jahrzehnten sind die Bestände jedoch erheblich eingebrochen: Einzelne Nachweise gab es noch aus Mützenich, Lammersdorf, Kalterherberg, Höfen, Bickerath, Woffelsbach, Höfener Mühle, Kallbenden, Entenpfuhl bei Konzen, Bratherhof.

Der Bluthänfling ist noch ein verbreiteter Brutvogel im alten Kreis Monschau, aber wesentlich seltener als in den 70er, 80er und 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts.

Der Bluthänfling bevorzugt als Lebensraum sonnige, offene mit Hecken, Sträuchern oder jungen Nadelbäumen bewachsene Flächen mit kurzer Krautschicht, die Samen tragen. In unserer Region war das die Agrarlandschaft mit Ackerbau und Grünlandwirtschaft, aber auch Heide- und Ödlandflächen, Gärten und Friedhöfe. Hauptnahrung sind Samen verschiedenster Pflanzen: Vogelmiere, Rispengras, Löwenzahn, Knöterich, Beifuß, Hahnenfuß, Raps, Sauerampfer, Distel, Mädesüß und viele andere.

Es ist also durchaus sinnvoll, nicht überall und zu jeder Zeit „Unkraut“ zu mähen oder zu entfernen. Nicht nur die Bluthänflingen, auch die Stieglitze leben von solchen „Unkrautsamen“. Der Neststandort befindet sich in dichten Büschen und Hecken.Die Hauptbrutzeit ist der Mai, das letzte Gelege kann aber auch noch Ende Juli/Anfang August begonnen werden.

Im Winter ziehen es die einheimischen Bluthänflinge vor, die kalte Eifel zu verlassen und suchen ihre Nahrung in weniger kalten Gebieten: Kölner Bucht, Zülpicher Börde, Niederrhein und Lothringen.

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