Aus dem Leader-Programm stehen noch Fördermittel zur Verfügung

Ideen für Projekte gesucht : Noch 450.000 Euro für interessante Projekte zu vergeben

Rund 450.000 Euro stehen in der aktuellen Leader-Förderphase noch bereit. Nun sollen weitere Akteure für den Leader-Prozess gewonnen werden, die mit guten Projektideen einen positiven Beitrag zur Entwicklung der Region leisten können.

Das wurde deutlich, als jetzt im Rahmen einer Pressekonferenz im Monschauer Rathaus die Halbzeitbilanz des aktuellen Förderzeitraums (2014 bis 2020, faktisch 2016 bis 2022) mit dem Titel „Eifeldörfer in Aktion – Wir gestalten Heimat“ vorgestellt wurde.

Die zur Verfügung stehenden Mittel in Höhe von 3,1 Millionen sind auf drei Handlungsfelder verteilt: „Lebensraum für Jung und Alt“, „Regionale Wertschöpfung“ sowie „Klima- und Ressourcenschutz“. 85 Prozent dieser Mittel wurden bereits abgerufen, so dass jetzt noch die genannten 450.000 Euro zur Verfügung stehen.

Es seien viele spannende und innovative Projektideen umgesetzt und Netzwerke geschaffen worden, erklärten die Vertreter der Leader-Region Eifel.

Ein Beispiel aus dem Bereich „Lebensraum für Jung und Alt“ ist das Jumonofel (Jugendmobil Nordeifel), mit dem die mobile Jugendarbeit unterstützt werden soll. Ein anderes Beispiel ist das Projekt „Geno Eifel eG“. Dabei handelt es sich um eine Generationengenossenschaft, die als Plattform für die Seniorenselbsthilfe geschaffen wurde. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung zwischen hilfsbedürftigen Senioren und Menschen, die ihre Hilfe anbieten.

Eine neue Treppe soll den Tauchern einen sicheren und vereinfachten Ein- und Ausstieg in den Rursee gewährleisten. Auch dieses Projekt wurde mit Leader-Mitteln unterstützt. Foto: Oliver Jung

Das Projekt „Trekkingsnetzwerk Eifel – Jung, engagiert, sucht Wanderweg“ ist bereits als eines der Leitprojekte im Handlungsfeld „Regionale Wertschöpfung“ verankert. Dabei soll das Interesse am Trekking dazu genutzt werden, junge Menschen für freiwilliges Engagement in der Wanderinfrastruktur auf innovative Weise zu aktivieren. In diesem Handlungsfeld ist auch die „Tourismuswerkstatt Eifel“ angesiedelt, die auf vorhandenen Ansätzen aufbaut und langfristige Qualifizierungs- und Weiterbildungsstrukturen schaffen will, die praxisorientiert sind und den Bedürfnissen der Beteiligten mit Blick auf die Zielgruppen und touristischen Themen der Eifel gerecht werden. Das Projekt „Unternehmensnachfolge in Hotellerie und Gastronomie“ will die Betriebe der Nordeifel für die demografischen Auswirkungen auf die Unternehmensnachfolge sensibilisieren und deutlich machen, wie komplex und vielschichtig ein Generationenwechsel ist. Ein weiteres Beispiel ist das Projekt „Tauchen im Rursee – Verbesserung der Sicherheit und Infrastruktur für die Taucher“. Von der Zukunftswerkstatt Kalterherberg wurde in diesem Bereich der Natur- und Walderlebnisparcours „Kölschkier“ im Perlenbachtal geplant und verwirklicht. In Rollesbroich wird zurzeit über die Reaktivierung des Dorfladens nachgedacht. Auch das könnte ein Projekt in diesem Bereich sein.

Das dritte Handlungsfeld der Leader-Region Eifel umfasst den Klima- und Ressourcenschutz. Dazu gehört auch das Projekt „Dorf.Bio.Top“. Hier soll die Aufklärung der Bevölkerung und insbesondere der nächsten Generation über den Wert von Dorfbiotopen, und damit verbunden die Sicherung der Vielfalt und des Artenreichtums im „Lebensraum Dorf“, zur Verbesserung der Ästhetik, der regionalen Identität, des Naturerlebnisses und der Erholung beitragen. Außerdem soll die landschaftstypische Artenvielfalt im und um das Dorf erhöht werden. Das Projekt mit dem Namen „Mitfahrbänke Nordeifel – ‚Nimm doch ene met‘“ soll die Mobilität und die sozialen Kontakte steigern, die Region attraktiver machen und einen Beitrag zur Einsparung von CO2-Emmissonen leisten.

Das Projekt „Dorf.Bio.Top" soll unter anderem die landschaftstypische Artenvielfalt in den Dörfern (wie hier in Lammersdorf) erhöhen. Foto: Henrike Körber

Ein Thema, das künftig stärker in den Fokus rücken soll, ist der barrierefreie Tourismus. Hier gebe es vor allem bei den Unterkunftsbetrieben noch Handlungsbedarf, erklärte der Geschäftsführer des Naturparks Nordeifel, Dominik Hosters.

„Wir sind in der Eifel gut aufgestellt, da wir keine künstlich geschaffene Region sind“, sagte Monschaus Bürgermeisterin Margarete Ritter als Vorsitzende der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) der Leader-Region Eifel. Schon vor dem Beginn der Leader-Förderung habe es in der Eifel viele regionale Projekte gegeben. Dabei fungiere der Naturpark Nordeifel als Bindeglied. Daher sei das Leader-Regionalmanagement auch dort angesiedelt, um die Fäden zusammenzuhalten.

Manfred Poth, allgemeiner Vertreter des Landrats im Kreis Euskirchen und Vorsitzender des Naturparks, erklärte, der Naturpark sei die „ideale Klammer“ für die Leader-Förderkulisse. Die Eifel sei dabei eine der erfolgreichsten Regionen, und sie sei auch aktuell gut aufgestellt. Durch die Vernetzung der Kommunen der Städteregion Aachen sowie der Kreise Düren und Euskirchen würden Synergieeffekte geschaffen und Vertrauen aufgebaut. „Es gelingt uns immer wieder, mit unseren Projekten zu überzeugen“, sagte Poth.

„Momentan ist noch Geld da“, sagte Nicolas Gath, der mit Sascha Schmitz für das Regionalmanagement der Leader-Region verantwortlich ist, und richtete einen Appell an Vereine und Privatpersonen, auch im kleinen Rahmen einen Beitrag zu leisten und entsprechende Förderanträge zu stellen.

Die Vertreter der Leader-Region Eifel wissen aber auch, dass viele den nicht einfachen Weg der Antragstellung scheuen. Die Antragsteller müssen nämlich einen Eigenanteil von 35 Prozent einbringen und zunächst mit 100 Prozent in Vorleistung gehen. Daher sei es schwierig, Privatpersonen oder Vereine zu motivieren, am Ball zu bleiben. „Deshalb brauchen wir Patenschaften und Sponsoren für private Projekte, sonst scheitern die“, sagte Margarete Ritter. Unterstützung könnten, Institutionen, Kommunen oder andere Initiativen leisten.

Wer eine Idee für ein interessantes Projekt hat, kann unter 02486/911122 Kontakt mit dem Regionalmanagement der Leader-Region Eifel aufnehmen.

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