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Weiterentwicklung des städteregionalen Hauses: Aus dem KuK-Zentrum entsteht ein Fotografie-Forum

Weiterentwicklung des städteregionalen Hauses : Aus dem KuK-Zentrum entsteht ein Fotografie-Forum

Das Kunst- und Kulturzentrum der Städteregion Aachen in Monschau (KuK) kann jetzt zu einem neuartigen Fotografie-Forum weiterentwickelt werden. Das Konzept wird vom Land NRW mit 104.000 Euro gefördert.

Das künftige Fotografie-Forum will zum Begegnungsort werden, in dem Bürgerinnen und Bürger Fotokunst erleben können. Zudem sollen Netzwerke geschaffen und dabei Tradition mit Innovation verknüpft werden.

2002 wurde das KuK zunächst als Atelierhaus für Künstler gegründet. Die Ausstellungsflächen ergänzten lediglich das kulturelle Gründerzentrum. Der Schwerpunkt hat sich zwischenzeitlich deutlich gewandelt: Heute steht auf mehreren Etagen der museale Aspekt klar im Vordergrund.

Bei der Entwicklung zum neuen Fotografie-Forum sollen die Stärken des KuK ausgebaut werden. Das Potenzial als Ideenschmiede soll genutzt werden. Aus der Tradition und Geschichte des Standorts Eifel sollen neue Projekte entstehen. Themen können zum Beispiel Westwall, Schmuggel, Brauchtum und handwerkliche Traditionen sein. Sie sollen mit innovativer (Foto-)Kunst verbunden werden.

Das Alleinstellungsmerkmal – herausragende Fotografie bei freiem Eintritt – bleibt erhalten. Zumindest im Rheinland gibt es kein zweites Haus, in dem die Fotografie fast ausschließlich das Ausstellungsprogramm bestimmt und dessen Angebot sich bei freiem Eintritt an alle Menschen richtet.

Das KuK soll noch deutlicher als Begegnungsort für Bürgerinnen und Bürger der Eifel und weit darüber hinaus etabliert werden – und das für Jung und Alt gleichermaßen. Es soll aber auch Anlaufstelle für Fotokünstlerinnen und -künstler werden. Geplant ist dazu auf der zweiten Etage in (mindestens) sechs Räumen einen Begegnungsort mit klarem Bezug zur Heimat (Eifel / Städteregion Aachen / Euregio) entstehen zu lassen. Dort könnten auch Ausstellungen stattfinden, die das hochwertige internationale Fotografie-Programm perfekt ergänzen. So kann fotografisch der Frage nachgegangen werden, wie der Karneval in der Region politische und gesellschaftliche Entwicklungen damals und heute kommentiert oder wie das regionale Handwerk seine damaligen Zentren nachhaltig geprägt hat.

Ein Residenz-Stipendium für künstlerisch-dokumentarische Fotografie soll mit 10.000 Euro dotiert und schon bald, jeweils zweijährig, vergeben werden. Es ist an einen Aufenthalt im KuK und damit auch in der Städteregion Aachen gekoppelt. Bewerben können sich professionelle Fotografinnen und Fotografen, aber auch Absolventinnen und Absolventen von Kunst- und Fachhochschulen mit Wohnsitz in Deutschland. Die Stipendiatin bzw. der Stipendiat wird eingeladen, sich für eine bestimmte Zeit im KuK aufzuhalten und sich dabei mit einem selbst gewählten Thema fotografisch auseinanderzusetzen.

Bürgerbeteiligung, die unter dem Aspekt des Begegnungsorts stets eine Rolle spielt, soll zudem die Akzeptanz für Kunst und Kultur aus der Region steigern.

Ein Beispiel für Aufarbeitung von Heimatgeschichte zeigt gerade die aktuelle Christo-Ausstellung im KuK Monschau. 1971 verhüllte Christo in Monschau Teile der Burgruine und des Hallers mit Stoffbahnen. Der in Monschau lebende Zeitzeuge Kaspar Vallot hat dem Förderverein des KuK der Städteregion Aachen seine Privatsammlung zu diesem Ereignis zur Verfügung gestellt. Die Materialien werden gerade in Form einer multimedialen Präsentation für die Öffentlichkeit aufbereitet. So wird ein Stück Heimatgeschichte sichtbar gemacht und die Brücke in die Gegenwart geschlagen.

Die Erstellung einer virtuellen Artothek ist ein weiterer Baustein des neuen Forums. Dort können regionale Fotografen ihre Arbeiten präsentieren und zum Ausleihen anbieten. Dies fördert nicht nur die Selbstvermarktung der Künstler, sondern macht auch das kreative Potenzial und die Vielfalt der Städteregion sichtbar. Insofern ist es eine Maßnahme zur dauerhaften Etablierung des neuen Fotografie-Forums. Fotografien, die in der Region entstehen, werden auf diesem Weg zudem in der virtuellen Welt bekannt gemacht.