Lammersdorf: Aufstiegsrausch in Lammersdorf

Lammersdorf: Aufstiegsrausch in Lammersdorf

In den 70er Jahren zählte der damalige Bezirksligist TuS Lammersdorf auch auf Mittelrheinebene zu den besseren Adressen, wenn es um technisch guten Fußball ging. Auf der Fußball-Landkarte erschien er auch noch in den 80er und 90er Jahren, jedoch wurde es nach dem Abstieg in die Kreisliga A immer ruhiger um den Nordeifeler Traditionsverein, der seinen sportlichen Tiefpunkt nach der Saison 2010/11 mit dem Abstieg in die Kreisliga C erlebte.

Nach der Saison 2012/13 wurden die Lammersdorfer zwar Meister in der C-Liga, jedoch blieben durch die Umstrukturierung der Ligen, die ersten vier der Tabelle weiterhin C-Ligisten, während die darunter platzierten Mannschaften in die neu gebildeten D-Ligen absteigen mussten.

Der fliegende Manni: Nach dem der Aufstieg in die Kreisliga B feststand, ließen die Spieler des TuS Lammersdorf Trainer Manfred Wilden nicht nur hochleben, sondern auch hoch fliegen. Foto: Hoffmann

Leider konnten die Lammersdorfer die Meisterschaft am vergangenen Spieltag aber nicht wunschgemäß auskosten, denn die Dritte von Hertha Walheim trat wegen personeller Probleme erneut nicht an und überließ den Lammersdorfern damit kampflos die Punkte. „Wir hätten zwar lieber gegen Walheim gespielt und dann die Meisterschaft richtig gefeiert, aber den Aufstieg haben die Jungs sich verdient“, blickte Trainer Mannfred Wilden auf eine erfolgreiche Saison zurück, in der die Mannschaft vor allen Dingen in der Offensive überzeugte.

Am viertletzten Spieltag erzielten die angriffslustigen Lammersdorfer schon den 100sten Saisontreffer. Eine Woche später vollzogen sie mit dem 3:1-Erfolg beim ärgsten Konkurrenten, TV Konzen II, den entscheidenden Schritt in Richtung Meisterschaft und Kreisliga B.

Vor Saisonbeginn hatten die meisten Kenner der Liga die Rot-Weißen auf der Meisterschaftsrechnung, denn in der Saison zuvor hatten sie mit ihrer starken Offensive schon überzeugt, mussten aber am Ende hinter der Drittvertretung des VfL Vichttal mit dem zweiten Tabellenplatz zufrieden sein. Aber schon am ersten Spieltag erhielten die Ambitionen des TuS durch ein unerwartetes 3:3 bei der Zweiten des Burtscheider TV einen kleinen Dämpfer.

Nach vier Siegen in Folge erlebten Trainer und Mannschaft den absoluten Saisontiefpunkt. Nach einem 2:2 gegen Inde Hahn folgten Niederlagen gegen Bergwacht Rohren und VfR Forst II. Nach acht Spieltagen standen die Rot-Weißen auf Tabellenplatz sechs mit sieben Punkten Rückstand auf Tabellenführer TV Konzen II.

Auf Platz zwei in die Winterpause

Nach einem 8:0-Erfolg gegen die Zweite des SV Rott schien die nun wieder komplette Torfabrik erneut auf Touren zu laufen. Eine Woche später mussten die Lammersdorfer noch eine 0:2-Niederlage bei Blau Weiß Aachen Burtscheid verdauen, danach funktionierte die Mechanismen der TuS Offensive wieder. Nach vier weiteren Siegen und einem 2:2 gegen Mitfavorit Konzen II verabschiedeten sich die Lammersdorfer mit einem Spiel weniger und vier Punkten hinter der Pole Position in die Winterpause.

Die schienen die Rot-Weißen nicht gut verkraftet zu haben, denn nach dem Spielausfall in Höfen kassierten sie zum Wiederauftakt eine 0:1-Heimniederlage gegen die SG Kesternich/Rurberg/Rollesbroich. Nach einem Blick auf die Tabelle des 18. Spieltages wusste Manni Wilden, dass mit zwei Spielen weniger als die Konkurrenz aber auch mit zehn Punkten Rückstand eine Herkulesaufgabe auf ihn und sein Team wartete. „Jetzt wird es ganz schwer“, grübelte der Coach, der aber den Kampf um die Meisterschaft noch nicht aufgegeben hatte. Seine Jungs glaubten an seine Worte und legten eine fantastische Siegesserie mit elf Siegen in Folge hin.

Nach fünf Jahren erfolgreicher Aufbauarbeit verabschiedete sich Manni Wilden am Sonntag von seinen Jungs, die er größtenteils von der F-Jugend bis zur Ersten gecoacht hat. So richtig weg ist der „Mannes“ aber nicht, denn er wird seinem Verein immer treu bleiben und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wobei für Manni Wilden, Co-Trainer Jürgen Theißen und Obmann Michael Braun aber auch zukünftig die Prämisse zählt: „Wo TuS Lammersdorf drauf steht, da müssen auch ganz viele Laimicher drin sein“. Primäres Ziel für den TuS ist in der neuen Umgebung mit dem neuen Trainer, Georg Bauer, frühzeitig den Klassenerhalt klar zu machen.

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