Gemeindewehr zieht positive Bilanz: Auf seine Feuerwehr kann Roetgen stolz sein

Gemeindewehr zieht positive Bilanz : Auf seine Feuerwehr kann Roetgen stolz sein

„Feuerwehr funktioniert nur, wenn alle Zahnräder ineinander greifen. Von Feuerwehrmann-Anwärtern und -anwärterinnen bis zu den Führungskräften, vom Maschinisten bis zum Gerätewart und von der Jugendfeuerwehr bis zur Ehrenabteilung“, sagte Roetgens Gemeindewehrführer Joachim Wynands in den Dankesworten nach seinem Rückblick bei der Jahreshauptversammlung.

„Wir sind auf viele offene und unterstützende Menschen gestoßen, die unsere Arbeit als sehr wichtig ansehen“, bilanzierte Andreas Schatz, Schriftführer des Fördervereins der Feuerwehr Roetgen, in seinem Jahresbericht die positive Arbeit (siehe Box) seit der Gründung im Jahre 2017. Und auch die finanzielle Seite, von Kassenwart Uwe Schneider vorgelegt, ließ Erfreuliches erkennen.

Im Bürgersaal kamen die Freiwillige Feuerwehr Roetgen und der Förderverein gemeinsam zusammen, um zurückzublicken und Ausschau zu halten. Mit Dankesworten an alle begrüßte Bürgermeister Jorma Klauss die große Familie der Roetgener Floriansjünger. Lobend erwähnte er die gute Zusammenarbeit, die auf beiden Seiten Spaß bereite. „Es gibt keine Konflikte, wir finden immer Lösungen“, gab er zu verstehen.

Die Roetgener Wehr spiele im Gemeindeleben eine wichtige Rolle. Der Bürgermeister zeigte sich erfreut darüber, dass die Jugendwehr nach fast 20 Jahren den eingeschlafenen Kontakt mit der Partnerstadt Neumark wieder habe aufleben lassen. Klauss strich das allgemein große ehrenamtliche Engagement als äußerst lobenswert heraus.

Im Jahresbericht ließ Wehrführer Joachim Wynands die Aktivitäten Revue passieren. Nachdem das Jahr 2017 von personellen und organisatorischen Veränderungen geprägt gewesen sei, habe 2018 wieder die „normale“ Feuerwehrtätigkeit im Vordergrund gestanden.

Stolz folgte: „In der Städteregion Aachen funkt die Roetgener Wehr als erste komplett digital.“ Endlich sei der Umbau des Gerätehauses in Rott angelaufen, derzeit lebten und arbeiteten die Kameradinnen und Kameraden dort „auf einer Baustelle.“ Im Sommer dieses Jahres sollen neue Räumlichkeiten genutzt werden können. Im Roetgener Gerätehaus wurden Arbeiten am Stabsraum abgeschlossen.

Mehrere Unwetterlagen sowie Einsätze aufgrund von Strom- und Telefonausfällen hätten deutlich gemacht, wie notwendig eine entsprechende Vorplanung und Vorbereitungen seien. Der Wehrführer weiter: „Gemeinsam mit dem Ordnungsamt der Gemeinde befindet sich derzeit der ‚Stab außergewöhnliche Ereignisse’ im Aufbau.“ Die Wehr unterstütze gezielt die Gemeinde bei der Organisation dieser notwendigen Einrichtung. 2018 seien rund 550 Hydranten im Gemeindegebiet gewartet, getestet und winterfest gemacht worden.

Wynands Dank galt auch den Sponsoren und Gönnern für die Unterstützung. Damit könne die Einsatzbereitschaft aufrecht erhalten bleiben. Wynands vergaß den Förderverein nicht, der rasch helfe, um flexibel und unbürokratisch so manche finanzielle Hürde umschiffen zu können.

Nach 100 Einsätzen 2017 seien im abgelaufenen Jahr 110 (Brandeinsätze 23, technische Hilfeleistungen 79, Fehlalarm fünf, Brandsicherheitswachen eine, sonstige Einsätze zwei) angefallen. Im Durchschnitt waren dies mehr als zwei Alarmierungen wöchentlich. Spektakuläre Einsätze hätten nicht stattgefunden, dennoch mussten 15 Menschen aus akuten Notlagen befreit werden. Alle Einsätze seien hochgradig professionell abgewickelt worden.

Das Zusammenspiel der Einsatzkräfte aus Roetgen und Rott sei absolut fehlerfrei und auf allerhöchstem Niveau verlaufen. 2403 Dienststunden wurden geleistet (Vorjahr 1619, ein Plus von 784). Die Gesamtstunden bezifferte Wyands auf 13.209,75 Stunden (Vorjahr 11.928,5; ein Plus von 1281,25 Stunden).

Den Fahrzeugbestand bezeichnete der Wehrführer als gut, was einer sorgfältigen und umfangreichen Pflege zuzuschreiben sei. Die investierte Arbeit habe sich gelohnt. In diesem Sommer werde die Auslieferung eines Fahrzeuges, das den Anforderungen im gesamten Gemeindegebiet entspreche, erfolgen. 2020 sei ein Ersatz für das MTF in Roetgen geplant.

Joachim Wynands kam zum Ausblick für 2019, er nannte die Aufstellung eines „Stabes außergewöhnliche Ereignisse“ in der Gemeinde für die Zukunft. Hierzu gelte es aber, noch personelle und organisatorische Fragen abzuklären. „Für uns ist es erstrebenswert, auch eine adäquate Tagesverfügbarkeit zu gewährleisten. Nicht nur, weil es im Brandschutzbedarfsplan steht.“ Man habe sich verstärken können. Aber nicht die Anzahl der Leute sei maßgeblich, sondern auch deren Qualifikation. Ein Drittel aller geleisteten Stunden bestünden aus Übungs- und Ausbildungstätigkeit.

Wynands: „Ich bin guten Mutes, dass die Weichen gestellt und die richtige Richtung hierzu eingeschlagen wurden.“ Mit Dankesworten an alle, die zum Gelingen ihren Beitrag geleistet hätten, schloss er seine umfangreiche Bilanz.

Weiter ging es mit Zahlen, Daten, Fakten, vorgetragen von den stellvertretenden Wehrführern Frank Peters und Frank Lenzen. Derzeit gibt es 127 Mitglieder (59 Aktive in Roetgen, 32 in Rott, 16 Jugendwehr, 20 Alters- und Ehrenabteilung). Der Mitgliederstand bewege sich damit weiter auf Rekordniveau.

Beachtliches folgte aus der Ausbildung, sie sei 2018 mit hoher Intensität weitergeführt worden. Dank gebühre Stephan Schatz (Ausbildungsbeauftragter) sowie den Stellvertretern Stefan Heck, Andreas Schatz (Roetgen), Andreas Bortot, Gert Schmitt (Rott). 51 Personen nahmen an Ausbildungsveranstaltungen teil. Gleiches galt für den Leistungsnachweis: Die Roetgener Staffel mit 25, die aus Rott mit sechs Teilnehmern. Mit der Jugendfeuerwehr werde ein wichtiger Beitrag zur Sicherstellung des Brandschutzes für die Zukunft geleistet. Die Alters- und Ehrenabteilung wurde nicht vergessen, sie sei zu einer „Einheit“ zusammengewachsen. „Ihr seid die Kameraden, die auch maßgeblich dazu beigetragen haben, die Feuerwehr Roetgen und Rott zu dem zu machen, was sie heute ist“, war zu hören.

Abschließend erfuhr man, dass die Brandschutzerziehung in der Wehr einen hohen Stellenwert einnehme, denn sie stelle erste Kontakte mit Kindern und Jugendlichen dar.

„Ich bin der Neue“, stellte Kreisbrandmeister Thomas Sprank sich vor. Er bescheinigte der Wehr, dass es viele Fußspuren gäbe, die man weiter gehen müsse. „Ich kann Euch nur zu dieser Wehr beglückwünschen“, lobte er. Seine Aufgabe sei es, den Status Quo zu erhalten.

Gemeinsam mit seinen Stellvertretern und Bürgermeister Jorma Klauss schritt Wehrführer Joachim Wynands zu Ernennungen und Beförderungen. Zunächst die Ernennungen: Leiter Ehrenabteilung Manfred Habets, Stellvertreter Herbert Peters, Walter Breuer. Beförderungen: Urte Hannig (Feuerwehrfrau-Anwärterin). Oberfeuerwehrmann: Mika Behle, Jochen Vieregge, Pierre Ewald, Victor Tag, André Johnen. Oberfeuerwehrfrau: Jana Förster, Julia Meyer, Corinna Schreiber. Hauptfeuerwehrmann: Michael Engels, Kai Tiebes. Unterbrandmeister: Sebastian Schumanns, Robin Zimmermann. Brandmeister: Miguel Garcia-Ruiz, Christian Kühnel, Christian Rombach. Oberbrandmeister: Andreas Bortot. Gemeindebrandinspektor: Max Nüssler. Last but not least wurde Stefan Heck mit der Goldenen Ehrennadel und Urkunde des Kreisfeuerwehrverbandes ausgezeichnet.

(der)
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