Imgenbroich: Auf dem Bauernhof dient ein Heuballen dem Pfarrer als Altar

Imgenbroich: Auf dem Bauernhof dient ein Heuballen dem Pfarrer als Altar

Die bange Frage, ob der Erntedankgottesdienst auf dem Bauernhof bei Toni und Alice Klein im Hengstbrüchelchen oder in der Pfarrkirche stattfinden würde, konnte zunächst nicht abschließend beantwortet werden. Trotz des unbeständigen Wetters entschlossen sich die Verantwortlichen letztlich dann doch für den Hof, wo einiges an Improvisationskunst geleistet werden musste.

Eine Reihe von Stühlen musste herbeigeschafft werden, um den Besuchern des Gottesdienstes eine entsprechende Sitzmöglichkeit zu schaffen. Vor dem Altar, der aus einem großen Rundballen bestand, waren dekorativ Äpfel, Brot, Paprika, Kohl, Kartoffeln, Sonnenblumen, Radieschen, Möhren, Trauben und Kürbisse platziert worden. Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst von Christoph Goffart.

Heike Teichmann zeichnete für die Messgestaltung verantwortlich. Im Vorfeld hatte sie sich mit Alice Klein und Ursula Sohr zusammengesetzt, um die Inhalte abzusprechen. Susanna Cestari blieb es vorbehalten, die Kinder ab der 2. Grundschulklasse zusammenzustellen, die einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen des Gottesdienstes leisteten. Irene Huppertz hatte die Plakate, die im Ort einen entsprechenden Hinweis auf die Veranstaltung geben sollten, besorgt.

„Jetzt, noch ziemlich am Anfang des Herbstes, den viele von uns wegen seiner bunten Vielfalt mögen, feiern wir gemeinsam das Erntedankfest. Deshalb haben wir uns hier miteinander zum Gottesdienst eingefunden, um unserem Vater im Himmel zu danken für all seine Gaben“, betonte Pfarrer Karl-Heinz Stoffels zu Beginn des Gottesdienstes.

Ein kleines Gedicht wurde von Ira Telöken vorgetragen. Sie ging auf das Wort „Danke“ ein, dass „ein alter Mann neu entdeckt hatte“. „Wir werden im übrigen das Wort Danke heute hier im Gottesdienst noch sehr oft hören“, ergänzte Pfarrer Stoffels. „Vieles wird uns im Leben geschenkt. Nicht immer sind wir bereit, hierfür zu danken. Geschenke nehmen wir als Selbstverständlichkeit an. Ob Nahrung, Kleidung, die Arbeitsstelle, selbst die Tiere, die uns Nahrungsquellen schaffen — wir vergessen sehr oft im Jahr, einen entsprechenden Dank für diese Annehmlichkeiten auszusprechen. Jede Scheibe Brot und jeder Liter Milch sollten wir als Geschenk betrachten. Der Erntedank bietet eine wunderbare Gelegenheit, einmal in besonderer Weise zu danken“, deutete Pfarrer Stoffels die Worte aus dem Evangelium. Die Kinder zeigten den Gottesdienstbesu- chern sieben Symbole (Sonne, Wasser, Blume, Ackerboden, Tomate, Kartoffel und Brot), „für die es sich lohnt, zu danken“.

Zum Abschluss würdigte Pfarrer Karl-Heinz Stoffels das Engagement der Familie Klein, die „den schönen Ort hier in besonderer Weise hergerichtet haben“. In sein Lob bezog er auch die Kinder und den Organisten mit ein. Er lud die Besucher, die die Möglichkeit hatten, mitgebrachte Gaben für die Monschauer Tafel in einem Korb zu hinterlegen, zu einer Agape bei Brot und Wein ein.

(ame)