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Roetgen: Angriff auf die Lachmuskeln

Roetgen : Angriff auf die Lachmuskeln

Zum fünften Mal fanden in diesem Jahr die „Eifeler Theatertage” statt, die die Sparkasse Aachen und die Eifeler Nachrichten im Jahr 2000 aus der Taufe gehoben hatten.

Aus Anlass ihres 75-jähigen Bestehens gehörten zum ersten Mal die Theaterfreunde Roetgen zu den Ausrichtern. Nachdem im Frühjahr die LaienspielerInnen aus Simmerath, Konzen und Mützenich ihren Auftritt hatten, gaben sich jetzt der Gastgeber sowie die Theatervereine aus Paustenbach und Lammersdorf ein Stelldichein auf der Bühne in der TV-Turnhalle.

Überwältigender Erfolg

Sparkassen-Direktor Herbert Mertens begrüßte auch im Namen von Raimund Palm, Leiter der Lokalredaktion, die vielen Zuschauer, die gekommen waren, um mit drei Einaktern einen vergnüglichen Abend zu erleben.

Vor fünf Jahren habe man das Projekt „Theatertage” zunächst eher skeptisch diskutiert, der Erfolg sei dann bis heute überwältigend gewesen, zog Herbert Mertens ein Fazit. Dennoch sei dies die vorerst letzte Auflage der Veranstaltungsreihe, denn auch eine erfolgreiche Idee werde nach einiger Zeit überdenkenswert.

Sinnvolle Freizeitbeschäftigung

Die Theatervereine ermöglichen den Darstellern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und machen mit ihren Aufführungen vielen Menschen Freude, hob Mertens hervor. Insgesamt leisten mehr als 200 Vereine in der Region wertvolle Arbeit, die unter anderem auch Neubürgern die Möglichkeit zu einer schnellen Integration biete.

Mit 35.000 Euro aus verschiedenen Töpfen fördere die Sparkasse in jedem Jahr die Vereinsarbeit, teilte Mertens mit. Für die teilnehmenden Theatervereine hatte er einen Scheck über je 500 Euro für die Jugendarbeit mitgebracht.

„Der Gockelstreit”

Den ersten Angriff auf die Lachmuskeln der Zuschauer startete der Theaterverein Eintracht Paustenbach mit dem Stück „Der Gockelstreit”. Vorsitzender Helmut Dercks gratulierte dem Jubiläumsverein und wies darauf hin, dass die Roetgener Theaterfreunde bei der Gründung in Paustenbach vor 72 Jahren Pate gestanden hatten.

Für jedes Wort seiner Ehefrau Klara einen Cent - da wäre der geplagte Ehemann Gustav längst ein Millionär. Selbst seine Schwerhörigkeit schützt ihn nicht vor den wortgewaltigen Tiraden seiner Liebsten. Mindestens 130.000 Wörter pro Tag sprudelt Klara hervor, hat Gustav ausgerechnet. Als seine Frau den Zettel mit diesen Rechnereien entdeckt, ist natürlich erst recht der Teufel los.

Auch einem handfesten Nachbarschaftsstreit um ihre Gockel geht die resolute Klara nicht aus dem Weg, wobei sie in der Nachbarin Frau Schwertmeyer eine ebenbürtige Gegnerin findet. Keine leichte Aufgabe also für die beiden Ehemänner, hier wieder Frieden zu stiften. Unter der Regie von Jochen Wilden spielten Dieter Hein, Resi Braun, Doris Schmitz, Harald Weckmann und Patrick Pahlke.

Der Vorsitzende Lothar Berger stellte die Lammersdorfer Theatergruppe als einen von mehreren Arbeitskreisen des Vereins für Dorfkultur und Heimatgeschichte vor. Der schon kurz nach der Vereinsgründung vor über 20 Jahren von Ernst Stollenwerk ins Leben gerufenen Laienspielschar folgte 1999 auch eine Jugendgruppe.

„Nur keine Aufregung”

Unter der Leitung von Heinrich Poschen präsentierten Horst Steffens, Christel Mießen, Astrid Baltus, Michael Poschen, Alfred Läufer und Rita Lux den Einakter „Nur keine Aufregung” vor. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, wenn das Los nicht aufzufinden ist, das dem in chronischen Geldnöten steckenden August Gorks 100.000 Euro einbringen soll.

Auch Ehefrau Erna und Tochter Susi haben darunter zu leiden, dass seine bisherigen Unternehmungen, zu Geld zu kommen, fehlgeschlagen sind und Hausbesitzer Otto Polter mal wieder mit Räumung wegen des Mietrückstandes droht. Da käme der Geldsegen natürlich gerade recht. Aber bis zum Happy End, das auch Tochter Susi einen Bräutigam beschert, gibt es da noch einige Turbulenzen.

Ums liebe Geld drehte sich auch alles beim abschließenden Auftritt der Theaterfreude Roetgen. Im Namen des Jubiläumsvereins dankte Regisseur Fritz Ehrig dem Publikum, das so viele Jahre die Treue gehalten hat. Auf der Bühne ließen Rainer Hütten, Anne Clösgen, Doris Berger, Rolf Offermanns und Gisela Spreitzer die Wogen hochgehen mit dem Stück „Die Reichen werden nicht alle”.

Während Johannes als Heimwerker still und zufrieden vor sich hin bastelt, träumen Ehefrau Barbara und ihre Freundin von einem großen Lotteriegewinn, um sich ihre vielen Wünsche zu erfüllen. Johannes bewahrt auch einen kühlen Kopf, als angeberische Freunde sie zur Teilnahme an einem Glücksspiel überreden wollen. Richtig sauer wird er erst, als der ungebetene Besuch seine Fähigkeiten als Heimwerker anzweifelt und dabei die Wohnung unter Wasser setzt...