Monschau: André Collets siebter Streich in der Eifel

Monschau: André Collets siebter Streich in der Eifel

Die 38. Auflage des Monschau-Marathons hat den Zuschauern das erwartete Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen André Collet, Markus Werker und Christian Niessen beschert. Nach der Hälfte des Rennens setzte sich André Collet (ATG Aachen) an die Spitze und erreichte, gezogen von den Staffelläufern der ATG, schließlich in einer Zeit von 2:39:09 Stunden als Erster das Ziel auf der Konrad-Adenauer-Straße in Konzen.

Damit baute er seinen Rekord auf sieben Siege aus. Der Sieger der vergangenen beiden Jahre, Lokalmatador Markus Werker (Peters Sportteam 2:41:31) aus Konzen, musste sich diesmal mit dem zweiten Platz begnügen. Christian Niessen (Peters Sportteam 2:47:04) wurde Dritter.

„Ihr ward stark, alle Achtung“: Im Ziel fand Rekordsieger André Collet (MItte) aufmunternde Worte für seine Gegner Markus Werker (2. Platz) und Christian Niessen (3. Platz). Foto: A. Gabbert

Vor dem Start hatten alle Sportler eine Schweigeminute eingelegt. Beim ersten Vorbereitungslauf auf der Marathon-Strecke im Juli hatte ein 67-jähriger Läufer aus Düren nach vier Kilometern einen Herzinfarkt erlitten. Die Ersthelfer vor Ort, die herbeigerufenen Sanitäter sowie der Notarzt konnten dem Mann nicht mehr helfen. Familie und Freunde des Mannes trugen beim Marathon seine Nummer.

Erfolgreiche Eifelerinnen: Eva Offermann aus Rollesbroich (links) war die zweitschnellste Frau beim Marathon. Marion Braun aus Eicherscheid war die zweitschnellste Frau beim Ultramarathon. Foto: A. Gabbert

Markus Werker schlug gleich nach dem Start ein hohes Tempo an, um seine persönliche Bestzeit zu knacken. Im vergangenen Jahr war er nach 2:36.55 Stunden als Sieger ins Ziel gekommen. „Ich habe mehr auf die Zeit als auf die Position geschaut. Ich wusste, wenn ich die Zeit erreiche, dann ist das auch Sieg“, sagte Werker nach dem Rennen. Auf der straken Steigung im Holderbachtal, wo er im vergangenen Jahr alle Gegner abgehängt hatte, rückte im André Collet dann immer näher. „Ich habe gemerkt, dass ich diesmal die Berge nicht so hoch komme“, sagte Werker, der auch mit dem zweiten Platz zufrieden war, nicht aber mit seiner Zeit. „Das ist halt Marathon, da weiß man nie, was am Ende rauskommt. Nächstes Jahr versuche ich es wieder“, kündigte der 28-Jährige an.

Florian Dunst (links) hatte beim Ultramarathon lange Zeit geführt: Auf den letzten Kilometern holte ihn Markus Mey dann doch noch ein und gewann. Foto: A. Gabbert

Weltmeisterschaft in Katar

André Collet war den Marathon etwas zurückhaltender angegangen. „Ich bin taktisch gelaufen und habe auf meine Chance gehofft. Als Markus dann im Berg eine Schwäche zeigte, habe ich angegriffen“, sagte Collet, für den der Monschau-Marathon der Höhepunkt des Jahres war. „Der Sieg ist für mich nach einer Verletzung im vergangenen Jahr ein ganz besonderes Geschenk für mich“, sagte Collet.

Für ihn ging es auch darum, unter 2:40 Stunden zu bleiben, um mit dem Nationalteam am 20. November im 100-Kilometer-Lauf bei der Weltmeisterschaft in Katar starten zu dürfen. Danach will es der 42-Jährige etwas ruhiger angehen lassen und nicht mehr so hart trainieren. „Irgendwann muss es gut sein. Ich will meinen Lebensrhythmus umstellen, bevor es mein Körper von mir verlangt — auch mit Rücksicht auf meine Familie“, erklärte der Rekordsieger.

Die schnellste Frau war Svitlana Smitiukh (Turnerbund Wiesbaden). Sie benötigte 3:15:10 Stunden. Eva Offermann (TV Konzen) war ihr dicht auf den Versen und belegte mit 3:15:40 Stunden den zweiten Platz. „Das war hart, aber ich bin zufrieden“, sagte die 31-Jährige aus Rollesbroich, die nach einer Pause jetzt zum dritten Mal beim Monschau-Marathon an den Start gegangen war. Dritte wurde Iris Walder (TV Meisenheim 3:32:05).

„Pinkelpause“ kostet den Sieg

Beim Ultramarathon hatte Florian Dunst (LT Altburg) aus Calw im Schwarzwald 53 Kilometer lang geführt. „Dann habe ich mich entschlossen, doch noch eine Pinkelpause einzulegen“, erklärte er im Ziel. Die wurde ihm schließlich zum Verhängnis. „Ich habe ihn gesehen und mir gedacht, jetzt heißt es alles oder nichts“, sagte Markus Mey (Peters Sportteam) der auf den letzten drei Kilometern noch an Dunst vorbeizog und den Ultramarathon in einer Zeit von 3:54:55 Stunden gewann. Florian Dunst folgte im in 3:56:09. Den dritten Platz belegte Markus Breuer (SV Germania Dürwiss 4:08:04).

Bei den Frauen gewann Mieke Dupont aus Blankenberge mit 4:36:45 Stunden vor Marion Braun (SV Germania Eicherscheid 4:53:25) und Sandra Fätsch (LSG Zeiskam 5:07:33). „Vor kurzem bin ich am Eiger noch ein Rennen über 101 Kilometer und mit 6700 Höhenmetern gelaufen. Von daher wusste ich, dass meine Beine meckern würden, aber da müssen sie eben durch“, sagte Marion Braun. Für die 57-jährige Athletin ist es immer wieder „traumhaft, wenn es morgens ins Venn geht, wenn einen die Fans anfeuern, oder die Walker auf der Strecke grüßen“.

Auch die Veranstalter vom TV Konzen waren mit der Veranstaltung zufrieden: ein internationales Starterfeld mit Sportlern aus den USA, Großbritannien, Frankreich und den Benelux-Staaten, ein neuer Rekord bei den Anmeldungen für den Ultramarathon, ein spannender Dreikampf, ein schöner Auftakt mit Rockfete, Nudelparty, Mini-Marathon, Mountainbiketour und Panoramawalk — da wollte auch Oliver Krings als 1. Vorsitzende des Vereins nicht meckern.

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