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Imgenbroich: Am Kreisel gehen die Lichter aus

Imgenbroich : Am Kreisel gehen die Lichter aus

Noch maximal zwei Tage haben die Autofahrer Zeit, sich am leuchtenden St. Martin auf dem Pferd und dem Bettler zu erfreuen. Dann gehen die Lichter endgültig aus auf dem Rondell am Gewerbegebiet.

Die Skulptur auf dem Kreisverkehr im Belgenbachtal vor Imgenbroich wird abgebaut, neue Werke werden nicht folgen, die Rasenfläche des Platzes bleibt künftig leer.

„Ich gebe auf”, sagt Martin Krings, Chef des gleichnamigen Metallunternehmens, nur einen Steinwurf vom Kreisverkehr entfernt. Doch zum Finale eines zweijähriges Kleinkrieges zeigt sich Krings noch einmal kämpferisch: „Bis zum 11. November bleibt St. Martin noch stehen, dann werde ich ihn abbauen.”

Er ist inzwischen mehrfach vom Landesbetrieb Straßenbau aufgefordert, die aus Lichtschlangen gestaltete Figur umgehend zu entfernen, doch Krings will noch zwei Tage durchhalten, ehe dann der Schlussstrich unter eine Geschichte gezogen wird, die die Behörden zwei Jahre lang beschäftigte und zahlreiche Bürger erfreute. Auch wenn die jahreszeitlich angepasste Gestaltung des Kreisverkehrs (von Karneval bis zum Advent) mitunter etwas eigenwillig gestaltet worden war, so war sie doch immer ein Blickfang und ein Anlass für Thekengespräche.

Das endgültige Ende der wechselnden Gestaltung des Kreisverkehr wurde jetzt eingeläutet durch ein Schreiben der Bezirksregierung, die in Absprache mit dem Landesbetrieb Straßenbau, Niederlassung Aachen, die Auffassung vertrat, dass die ständig wechselnden Motive eine Gefährdung der Verkehrssicherheit darstellten. Auch stellten die Behördenvertreter vor Ort fest, dass ein Nachteil auch die Lage des Kreisverkehrs außerhalb der Ortschaft sei, da mit überhöhten Geschwindigkeiten zu rechnen sei.

Hier irrt allerdings die Bezirksregierung, hält Martin Krings fest, befinde sich das Ortsschild von Imgenbroich doch klar vor dem Kreisverkehr, „und das bedeutet, dass der Kreisel innerhalb der Ortschaft liegt nur 50 km/h gefahren werden darf.” Im übrigen weist er darauf hin, dass seit Aufstellung der Skulpturen kein Unfall mehr geschehen sei. „Damit habe ich zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beigetragen.”

Der Vorschlag der Bezirksregierung, die Skulpturen im neuen Kreisverkehr am Lidl zu platzieren, hält Krings für nicht umsetzbar und für „ein Ärgernis”, weil die Arbeitsgemeinschaft Monschauer Unternehmer (AMU) hier bereits Gestaltungsmöglichkeiten ins Spiel gebracht habe.

Nun hat Martin Krings keine Lust mehr, sich mit „borniertem Beamtentum” auseinanderzusetzen über Dinge, die sich „ganz leicht und ohne Verordnungen regeln ließen.” Auch die Pflege der Grünfläche auf dem Kreisverkehr wird Krings einstellen.

Die alten Skulpturen wandern allerdings nicht in die Schrottpresse. Es haben sich bereits andere Interessenten gemeldet. Die Osterhasen sollen demnächst die Besucher des Freiwildgeheges in Hellenthal erfreuen.

Da die wechselnde Gestaltung des Kreisverkehrs doch viel Aufwand erforderte, hatte Martin Krings vor einiger Zeit zur Unterstützung die weiterführenden Schulen der Stadt Monschau mit ins Boot genommen. Diese hat er nun schriftlich darüber informiert, dass er sie auch weiterhin unterstützen werde. Als alternativen Platz für künftige Präsentation bietet er die Grünfläche direkt neben dem Kreisverkehr an...

Auf diesem Platz stand bis gestern auch noch ein beleuchteter kleiner Elch, der in der Nacht zum Dienstag gestohlen worden ist. Diese Straftat hätte verhindert könne, wenn die von Martin Krings seinerzeit installierte Überwachungskamera noch auf dem Rondell gestanden hätte. Diese musste er aber schleunigst nach behördlicher Verfügung in diesem Sommer abmontieren, auch wenn es nur eine Attrappe für 100 Euro war.