Nordeifel: Altweiber: Rappelvolle Zelte und kaum Zwischenfälle

Nordeifel: Altweiber: Rappelvolle Zelte und kaum Zwischenfälle

Ganz plötzlich herrscht große Aufregung auf dem von Bauzäunen eingeschlossenen Platz vor dem Festzelt am Bürgercasino in Imgenbroich. Hier feiert die Schuljugend der Nordeifel seit kurz nach 11 Uhr Karneval am Altweiberdonnerstag. Ein junger Mann begibt sich mit einer blutenden Hand zum einem der Rettungswagen und behauptet, dass er im Zelt Opfer einer Messerattacke geworden sei.

Auch die beiden Polizeibeamten des Bezirksdienstes aus Monschau sind vor Ort und wollen Genaueres über den Tathergang wissen. Eine Zeugenbefragung ergibt dann ein völlig anderes Bild. Der vermeintlich Geschädigte hat sich an den Scherben einer kaputten Bierflasche geschnitten. Der vorsorglich bestellte Rettungshubschrauber kann wieder abdrehen, stattdessen macht die Polizei bei dem Verletzten einen Alco-Test. Der Ergebnis: 1,7 Promille.

Strafrechtlich gesehen liegt hier das Vortäuschen einer Straftat vor, doch die Beamten lassen es bei mahnenden Worten und sprechen einen Platzverweis aus.

Gesprächsbedarf gibt es viel an diesem Nachmittag. Immer wieder schlichten die beiden Beamten kleine Streitigkeiten, ausgelöst durch überreichlichen Alkoholgenuss. Wenn die Urheberschaft der Auseinandersetzung nicht geklärt wird, dann werden Platzverweise ausgesprochen. Allein schon die dauerhafte Präsenz des Streifenwagens sorgt an diesem Nachmittag dafür, dass die ausgelassene Feiertätigkeit unter Kontrolle bleibt.

Bei Einbruch der Dunkelheit verlagert sich so langsam das Geschehen, und Pendelbusse transportieren die Mannschaft zum nächsten Event in die Tenne nach Eicherscheid, wo die Jugendlichen bis in die Morgenstunden weiter feiern.

Zu einer Schlägerei mit Verletzten kam es am Donnerstag im Roetgener Festzelt. Die Polizei fand beim Eintreffen einen Verletzten 17-Jährigen mit Gesichtsprellungen und Augenreizungen vor dem Festzelt. Ein Rettungswagen war bereits vor Ort und brachte den Verletzten anschließend ins Krankenhaus.

Darüber, wie es zu den Augenreizungen kam, ob Tränengas oder Pfefferspray im Einsatz war, konnte der Verletzte keine genauen Angaben machen. Der Kontrahent konnte vor Ort von der Polizei nicht mehr ausfindig gemacht werden. Aufgrund von Zeugenaussagen, ist die Polizei aber zuversichtlich den Tatbeteiligten ermitteln zu können.

In Lammersdorf soll das Festzelt im Vergleich zu den Vorjahren rappelvoll gewesen sein. Der erste Vorsitzende der Karnevalsfreunde, Klaus Genther, strahlte über beide Backen, war er doch zunächst skeptisch gewesen. Die Band „Silver Moon” aus St. Vith kam beim Publikum gut an und auch der Securitydienst war zufrieden, von Zwischenfällen ist nichts bekannt.

Die Polizei sprach insgesamt von einem „ganz ruhigen Verlauf” der Feierlichkeiten in der Eifel. Von weiteren Zwischenfällen war der Polizei nichts bekannt. Auch im Straßenverkehr verhielten sich die Jecken vernünftig.

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