1. Lokales
  2. Eifel

Nordeifel: Alle sind für den Nationalpark

Nordeifel : Alle sind für den Nationalpark

„Das ist das Weihnachtsgeschenk der Regierung an das Land” freute sich Rainer Priggen, der Grund für die große Freude: Der Landtag hat einstimmig den Nationalpark Eifel beschlossen. Zum 1. Januar 2004, also in wenigen Wochen wird der erste Nationalpark Nordrhein-Westfalens in der Eifel eröffnet

Selten dürfte im nordrhein- westfälischen Landtag eine derartige Einmütigkeit bestanden haben wie bei der Zustimmung zum Nationalpark Eifel. Sprecher aller Fraktionen betonten am Donnerstag im Plenum die Bedeutung des Projektes. Ohne Gegenstimme beschloss das Landesparlament einen Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen, in dem die Landesregierung aufgefordert wird, das Projekt „entschlossen in Angriff zu nehmen”.

Der stellvertretende grüne Frak-tionschef Rainer Priggen bezeichnete den Nationalpark als „Weih- nachtsgeschenk der Regierung an das Land”. Von dem Marmagener CDU-Abgeordneten Clemens Pick gab es darüber hinaus ein dickes Lob für die Bürgermeister und Landräte der Region, die den schnellen Konsens für die Nationalparkverordnung ermöglicht hätten.

Umweltministerin Bärbel Höhn sprach von einem „wunderschönen Tagesordnungspunkt”. Sie forderte Clemens Pick auf, mit zu feiern. Schließlich sei der Erfolg allen zu verdanken, die „gemeinsam, schnell und gut” das Projekt vorangebracht hätten. Auch eine Delegation des Fördervereins Nationalpark war mit von der Partie, als der Beschluss verkündet wurde.

Hölzernes Schwein

Gleichzeitig nutzte der Förderverein die Gelegenheit, um sich zu bedanken. Volker Hoffmann vom Vorstand des Vereins überreichte Bärbel Höhn und Wirtschaftsminister Harald Schartau je ein hölzernes „Nationalparkschwein” vom Nationalparkforstamt Gemünd.

„Ich bin stolz auf euch”, strahlte Hoffmann, der geistige Vater des Projektes, als er die originellen Holzschweine an die Minister überreichte. Die prominenten Politiker waren ebenfalls in Feierlaune. Nachdem die Korken geknallt hatten, leerten die Minister mit den Besuchern aus der Eifel ein Glas Sekt.

Das vom Landtag beschlossene Nationalpark-Papier befasst sich auch mit der Zukunft der ehemaligen NS-Ordensburg Vogelsang, die mitten im neuen Großschutzgebiet liegt. Unter anderem fordert der Landtag darin den Bund zur Mitwirkung auf. Die „angemessene Aufarbeitung der Geschichte” sei eine Aufgabe von „gesamtstaatlicher Bedeutung”. Daher sei der Bund als Eigentümer in besonderer Weise in der Verantwortung und aufgefordert, für eine nationalpark-verträgliche Folgenutzung zu sorgen.

Das Parlament fordert die Landesregierung auf, für die Folgenutzung der Burg bestimmte Zielvorstellungen, auch aus der Region, sowie geeignete Trägermodelle zu prüfen. Namentlich handelt es sich bei diesen Nutzungen um das künftige Nationalparkzentrum, um die Entwicklung eines „historischen Lernortes” und um die Schaffung einer internationalen Jugendbegegnungsstätte.

Tourismus ankurbeln

Die Landesregierung wird aufgefordert, gegenüber dem Bund auf eine zeitnahe und nationalparkverträgliche Folgenutzung der Vogelsang-Bauwerke hinzuwirken. Im Zusammenhang mit dem Nationalpark will das Parlament auch den Tourismus in der Eifel ankurbeln: „Die Chancen für die touristische Entwicklung sind im Rahmen einer Tourismuskonzeption offensiv aufzugreifen und in einer konzertierten Marketingstrategie so zu entwickeln, dass die gesamte Region davon profitieren kann.” In den Umland-Gemeinden soll deshalb Übernachtungskapazität geschaffen werden. Touristische Stärken der einzelnen Kommunen sollen gezielt gestärkt werden.