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Bilanz zur Saisonhalbzeit : Eine starke Herbstserie für den Eifelfußball

Kurt Kaiser, der leider viel zu früh verstorbene Eifeler Fußball-Experte unserer Zeitung, hätte seine helle Freude an dieser Hinrunde für den Eifelfußball gehabt.

In den fünf höchsten Klassen von Landesliga bis zur Kreisliga C mischen unsere Vertreter durchweg munter an der Spitze mit, und erst in der tiefsten dieser Klassen finden sich Eifeler Vereine, die um die Ligazugehörigkeit zittern müssen.

Aushängeschild ist dabei natürlich der SV Rott, der in der Landesliga punktgleich mit der Spielvereinigung Wesseling-Urfeld an der Spitze thront, wobei der Topfavorit aus dem Kölner Umland allerdings noch zwei Nachholspiele hat. Spielen die Jungs eine ähnlich starke Rückrunde und haben sie im Rückspiel beim Spitzenreiter etwas mehr Glück, dann könnte die Mittelrheinliga selbst bei nur einem Aufsteiger ins Sichtfeld der Truppe von Trainer Jürgen Lipka rücken.

Platz zwei und vier belegen unsere beiden Eifelvertreter in der Bezirksliga-Staffel 4, und wenn auch Marco Kraß, der junge Coach der zweitplatzierten Eicherscheider fleißig tiefstapelt, „droht“ auch hier zur Saisonhalbzeit noch ein Aufstieg. Nach schwerem Start in die Spur gefunden haben hier auch die Roetgener, vor allem aufgrund einer starken Heimbilanz, die nur von Tabellenführer und Aufstiegsfavorit Raspo Brand übertroffen wird. Die Heimstärke gilt übrigens auch für die Eicherscheider, die aber erst sechs Heimspiele hatten und im Frühjahr von 14 Spielen deren neun an der Bachstraße bestreiten dürfen.

Alles im Lot ist auch in der Kreisliga A aus Eifeler Sicht. Platz vier und sechs stehen für den TV Konzen und den TuS Lammersdorf nach 14 bzw. 15 Spielen zu Buche, und besonders der Aufsteiger von der Schießgasse überraschte im Herbst so manches Mal die ganze Liga. Ob insbesondere die Konzener mit ihrer jungen Mannschaft noch ins Aufstiegsrennen eingreifen können, werden schon die ersten Spiele in diesem Jahr zeigen. Fakt ist aber, dass die Truppe von Stefan Carl sogar einen Punkt mehr als Spitzenreiter SG Stolberg hätte, wenn sie denn die beiden Nachholspiele gewinnen würde ...

Der TV Konzen war mit seiner Zweiten dagegen lange Zeit das Eifeler Sorgenkind in der Fußball-Kreisliga B, Staffel 2. In den ersten neun Spielen gelang der Reserve aus dem Sportpark nur ein Sieg, ehe das 3:2 bei Breinig II zur Initialzündung wurde und die Elf von Josef Schaakxs vier Siege in Folge feierte. Bestes Eifelteam in dieser Liga ist etwas überraschend die Roetgener Reserve auf Rang zwei, die nach Aussage ihres Trainers Erich Bonkowski dabei längst nicht immer ihr Potenzial ausschöpfte. Gespannt sein darf man, ob der TuS Mützenich noch ganz oben angreifen kann – so wie man das im Zäunchen insgeheim vor der Saison erhofft hatte. Immerhin verstärkt seit Anfang Dezember mit Stefan Kwasnitza ein erfahrener Torjäger den TuS.

Michael Behrendt liegt mit der neuntplatzierten Germania-Reserve jenseits von Gut und Böse und ist sicher, dass Eicherscheid II sich keine Sorgen um den Klassenerhalt machen muss. „Dafür sind zu viele schwache Teams in der Liga“, sagt er selbstbewusst.

Ein diffuseres Bild ergibt sich aus Eifelsicht in der C-Liga, wo der alte Fußballkreis Monschau zwar mit der SG Höfen/Rohren den Tabellenführer stellt, die übrigen vier Eifel-Clubs – Konzen III, Kalterherberg, Mützenich II und Lammersdorf II – aber allesamt im Keller herumturnen. Hier droht mindestens ein Absteiger in die unterste aller Ligen, die Kreisliga D. Immerhin steht auch dort mit Hertha Strauch ein Eifel-Club an der Spitze. Auch die SG Monschau/Imgenbroich als Vierter und der SV Nordeifel als Sechster haben den Aufstieg hier noch nicht abgeschrieben.

Unsere Lokalredaktion wird die Clubs von der Landesliga bis zur Kreisliga B in den kommenden Wochen einmal unter die Lupe nehmen und schauen, wie es zur Saisonhalbzeit um sie bestellt ist. Den Anfang macht dazu heute der klassenhöchste Club, der SV Rott.

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