Roetgen: „Adventio” mit Tanz und Musik

Roetgen: „Adventio” mit Tanz und Musik

Zu einem Begegnungstreffen in adventlicher Atmosphäre hatte der Roetgener Flüchtlingsrat die im Ort lebenden ausländischen Familien ins Pfarrheim eingeladen.

Groß und Klein aus zehn Nationen und drei Religionen erlebten zusammen mit den MitarbeiterInnen des Flüchtlingsrats einige fröhliche Stunden mit Basteln, Singen und Musizieren und vielen kleinen kulinarischen Köstlichkeiten, die die Gäste nach Rezepten aus der Heimat mitgebracht hatten.

Gemeinsam wurden Adventskränze hergestellt und in festlichem Lichterglanz wurden anschließend die Geschichte des Adventskranzes, der vor 150 Jahren „erfunden” wurde, erzählt und einige deutsche Adventslieder gesungen. Auch das besonders von den Kleinen geliebte Lied von der Weihnachtsbäckerei durfte nicht fehlen.

Das Warten auf die Ankunft - Adventio - kennt man nicht nur in den christlichen Religionen, wie die ausländischen Mitbürger berichteten, in anderen Kulturkreisen wird „die lange Nacht” am 21. Dezember besonders gefeiert.

Höhepunkt für die Mädchen und Jungen war der Besuch des Nikolaus, der einiges aus seinem Leben erzählte und natürlich auch für alle ein kleines Geschenk aus seinem Sack zog.

Nach dem eher besinnlichen Teil des Nachmittags wurde es laut und lebhaft im Pfarrheim, denn anders als hierzulande ist bei anderen Völkern ein geselliges Beisammensein ohne Musik und Tanz nicht denkbar.

Ende der 80er-Jahre gegründet

Der Roetgener Flüchtlingsrat hat sich Ende der 1980-Jahre aus dem Pfarrgemeinderat gebildet, als zahlreiche Flüchtlinge aus verschiedenen Krisengebieten, in den 1990ern verstärkt aus dem ehemaligen Jugoslawien, auch den Eifelkommunen zugewiesen wurden.

In den ersten Jahren sei es eine der wichtigsten Aufgaben gewesen, Unterstützung in den Asylverfahren zu gewähren, erinnert sich Hubert Thönnessen, der neben Elisabeth Sunadi noch als Mitglied der ersten Stunde im heutigen Team ist. Eine große Hilfe in rechtlichen Fragen war dabei Luise Kube, die bei der Caritas auch hauptberuflich mit Flüchtlingsfragen befasst war.

Unter den 14 Familien mit 23 Kindern, die heute vom Flüchtlingsrat betreut werden, sind viele geduldete Asylbewerber. Die meisten sind in Wohnungen im Ort untergebracht, einige leben im Übergangswohnheim am Kuhberg. Im Jahr 2009 sind noch fünf Flüchtlinge neu in die Gemeinde gekommen.

Heute ist Dorle Stebani Sprecherin des Flüchtlingsrats, nachdem sie vor vier Jahren in das Team sozusagen „hineingerutscht” war. Die pensionierte Lehrerin war gefragt worden, ob sie bei der Hausaufgabenhilfe für die ausländischen Kinder - sowohl der Asylbewerber und Flüchtlinge als auch der Migranten - mitwirken könnte.

Diese Aufgabe nimmt sie bis heute gemeinsam mit zwei weiteren Kolleginnen im Ruhestand wahr. Neben der allgemeinen Hausaufgabenbetreuung an drei Nachmittagen wird bei Bedarf auch Einzelnachhilfe erteilt. Für die Mütter wird ein Deutschkurs „Fit für den Alltag” angeboten. Hier werden unter anderem gemeinsam Behördenpost oder Informationen aus den Schulen der Kinder gelesen. Einige Frauen, die Gedrucktes schon recht gut lesen können, haben nun sogar begonnen, das Schreiben zu erlernen.

Offenes Ohr für private Nöte

Daneben haben die MitarbeiterInnen des Flüchtlingsrats auch immer ein offenes Ohr für private Nöte und leisten Unterstützung bei der Bewältigung des Alttags, zum Beispiel mit Fahrten zur Monschauer Tafel. Neben gemeinsamen Festen wie jetzt der Adventsfeier steht auch ein Jahresausflug auf dem Programm.

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