Würselen: ADAC-Luftretter ziehen bald um

Würselen: ADAC-Luftretter ziehen bald um

Noch sind die Handwerker zugange, müssen Wände gestrichen, Räume eingerichtet und Ausbesserungen gemacht werden. Doch die Tage des Provisoriums, das die Mitarbeiter der ADAC-Luftrettungsstation am 1. März 1998 auf der Flugplatz bezogen hatten, sind gezählt.

Bereits Anfang August wollen Stationsleiter Horst Dorr und seine Mitarbeiter die paar Meter zur neuen gelb-grauen Bleibe zurücklegen und die Baracke an der B264 abschließen. Endgültig.

Nicht nur Dorr ist froh über den Umzug. Auch Marlis Cremer kann den Tag nicht abwarten. „Damals war das Gebäude in Ordnung. Aber inzwischen wird es den Anforderungen nicht mehr gerecht”, sagt die Leiterin des Amtes für Ordnungsangelegenheiten, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz der Städteregion. Weder Sanitär- noch Bürobereiche seien noch adäquat. Dabei sei „das Wohlfühlen der Crew zwischen den Einsätzen sehr wichtig für das Zusammenspiel des Teams”, betont Cremer. Und dies sieht sie mit dem neuen Gebäude gewährleistet.

Zudem seien am jetzigen Standort die Rahmenbedingungen für die Medizintechnik und den Hubschrauber nicht optimal, erläutert Cremer. Schließlich steht Christoph Europa 1 seit Jahren zwar immer einsatzbereit neben der Station am Rande des Flugplatzgeländes. Dies aber auch bei klirrender Kälte und tropischer Hitze. „Das ist nicht gut für medizintechnische Geräte, Medikamente und Hubschrauber. Das ist ein Problem”, betont Cremer.

Das wird jetzt alles anders. Schließlich kann der gelbe Heli, der in diesem Jahr wieder auf die Marke von 2000 Einsätzen zufliegt, demnächst per Schlitten in einen 7,50 Meter hohen Hangar gefahren werden, wo er auf dem rund 250 Quadratmeter großen „Parkplatz” Wind und Wetter eben nicht mehr ausgesetzt ist. Außerdem haben die Rettungsteams demnächst direkt neben ihrer Station eine eigene Tankstelle, in deren Tanks bis zu 50.000 Liter Kerosin lagern können, sagt Dirk Buchholz, Gebietsleiter Nordrhein-Westfalen bei der ADAC-Luftrettungs GmbH, die die Station für etwas mehr als zwei Millionen Euro hochgezogen hat.

Am 17. September 2010 soll der Bau, der ursprünglich bereits Ende 2009 hätte bezogen sein sollen, nun mit einiger Verzögerung offiziell eingeweiht werden. Dann können die zahlreichen Festgäste wohl auch einen Blick ins Interieur der Station werfen. Auf 400 Quadratmetern werden sie unter anderem Ruhe,- Aufenthalts-, Desinfektions- sowie Wach- und Einsatzräume für die Piloten, Ärzte und Rettungsassistenten finden. Auf diesen Termin wartet Friedrich Rehkopf als Geschäftsführer der ADAC-Luftrettungsgesellschaft schon lange. Bereits beim ersten Spatenstich im November 2008 meinte er: „Wir freuen uns wahnsinnig auf die neue Station.”

Denn die ist für die Luftretter ein wichtiger Standort. Schließlich verzeichnet der gelbe Hubschrauber Christoph Europa 1 inzwischen rund 2000 Einsätze jährlich - „und dies über die Grenzen hinweg auch in den Niederlanden und Belgien”, betont Buchholz. Nur der in Berlin stationierte ADAC-Luftrettungshubschrauber lässt häufiger die Rotoren kreisen.

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