Nordeifel: Abifeten: „Der letzte Scherz, den man sich erlauben kann”

Nordeifel : Abifeten: „Der letzte Scherz, den man sich erlauben kann”

Kaum hatte das Schuljahr 2010/2011 begonnen, da fielen bereits die ersten grellbunten Plakate ins Auge, die zur 1. Abifete am kommenden Freitag, 29. Oktober, ab 20 Uhr in die Vereinshalle Kalterherberg einladen. Nun finden bekanntlich die Abiturprüfungen erst im Mai des kommenden Jahres statt.

Womit sich für den neutralen Beobachter die Frage stellt, was es denn bereits ein halbes Jahr vor Erhalt der Reifezeugnisse zu feiern gibt, zumal im Januar und April 2011 noch die zweite und dritte Abifete in der Vereinshalle Kalterherberg folgen werden.

Wachsen an Herausforderung

Im Gespräch mit der Lokalredaktion erläutern im Vorfeld der 1. Abifete die beiden Stufensprecher Jens Alberts (19) aus Simmerath und Tim Jansen (19) aus Witzerath, dass die Feten nicht nicht allein des Feierns wegen stattfinden, sondern dass die Veranstaltungen auch viel mit Verantwortung und Gemeinschaftssinn zu tun haben, und man auch sehr wohl an dieser Herausforderung wachsen kann.

Mit einem aufwändig gestalteten Kommers am Ende des Schuljahres, der für Schüler und Eltern kostenlos sein soll, haben vorangegangene Stufen die Latte sehr hoch gelegt. An diesem Maßstab orientieren sich nun auch bereits seit vielen Jahren die Abiturienten des St. Michael-Gymnasiums, denn der Erlös der Abifeten dient vor allem auch dazu, diesen schulischen Abschluss zu finanzieren.

„Aus der Erfahrung braucht man etwa drei Feten zur Finanzierung,” erläutert Jens Alberts. Der als kostenintensiv bekannte Kommers findet in diesem Jahr in der Vereinshalle Höfen statt, und bei geschätzten 300 bis 400 Gästen, die rundum mit Essen und Trinken bewirtet werden soll, landet man schnell bei einer fünfstelligen Summe.

Hinzu kommen weitere Kosten, über deren Finanzierung sich die 85 Schüler der Stufe Gedanken machen müssen. Einheitliche T-Shirts werden angeschafft, mit der Abi-Zeitung ist trotz vieler Anzeigen kein Gewinn zu machen, und nicht zuletzt schlägt auch der unvermeidliche Abi-Gag ins Geld.

Die Schüler investieren eine Menge Zeit und Energie in die Vorbereitung des Schulabschlusses, damit ein in ihren Augen würdiger Abgang von der Schule gesichert ist. Die ersten Schatten warf die Reifeprüfung bereits in der Klasse 11 voraus, als durch Kuchenverkauf ein erster finanzieller Grundstock gelegt wurde, der dann in der Klasse 12 durch den Brötchenverkauf weiter anwuchs.

In einem „basisdemokratischen Prozess”, erläutert Tim Jansen, fiel dann zu Beginn des Schuljahres die Entscheidung für das Motto der Abiturientia 2011. „JABImaica - wir habens durchgezogen”, wird auf den T-Shirts, der Abi-Zeitung und allen Plakaten zu lesen sein - ein Motto, dass auch die Akzeptanz der Schulleitung fand. Auf diesen Konsens legen die Schüler auch Wert, denn man möchte nicht einem zweifelhaften Motto dem Ruf der Schule schaden.

„Außerdem ist es der letzte Scherz, den man sich erlauben kann, bevor der Ernst des Berufslebens beginnt”, sieht Tim Jansen den Spaßfaktor im letzten Schuljahr auch als den Ausklang eines Lebensabschnittes.