Roetgen: Abholzaktion an der Bundesstraße kann teuer werden

Roetgen: Abholzaktion an der Bundesstraße kann teuer werden

„Das geht gar nicht!“ ereiferte sich Dirk Meyer vom Bauamt der Gemeinde Roetgen am Ende der Hauptausschusssitzung am Dienstagabend und wunderte sich sehr, „dass noch kein Riesenaufschrei in Roetgen zu hören ist“, wo doch sonst bei jedem gefällten Baum „Theater gemacht“ werde.

Nun aber habe ein Privatmann in Roetgen, noch dazu in sehr exponierter Lage eine Ortsbild prägende Buchenhecke umgelegt, berichtete Meyer von einer Fäll-Aktion direkt an der Bundesstraße, etwa im rückwärtigen Bereich der Bushaltestelle Roetgen-Süd.

Hier, etwa 500 Meter hinter dem Ortseingang aus Richtung Fringshaus auf der rechten Seite, habe der Besitzer eines großen unbebauten Grundstücks „offenbar noch schnell vor dem 1\. März und der dann beginnenden Vogelschutzfrist“ Tatsachen geschaffen und auf einer Länge von 80 Metern eine mindestens 20 Jahre alte Buchenhecke mit teils kräftigen Stämmen kurzerhand umgelegt. „Das geht gar nicht“, wiederholte Meyer und verwies darauf, dass die Hecke sich im Landschaftsschutzbereich befinde. „Wir haben die Aktion deshalb bei der Landschaftsbehörde der Städteregion als Ordnungswidrigkeit angezeigt“, sagte Dirk Meyer. Denn wenn ein solches Vorgehen nicht geahndet werde, könne sich daraus „sehr schnell ein schlechtes Beispiel für andere Bürger“ entwickeln.

Was die Gemeinde besonders an der Abholz-Aktion stört, ist die Lage der Hecke bzw. Baumreihe, die auf dem nur locker bebauten ersten Stück der Ortsdurchfahrt aus Richtung Monschau gleichsam eine Allee-Situation mit dem gegenüber stehenden Grünstreifen gebildet habe. „Da bemühen wir von Verwaltung und Politik uns seit Jahren, die B 258 als Durchgangsstraße einigermaßen ansprechend zu gestalten und dann geht da jemand hin und holzt mal eben eine komplette Baumreihe ab.“ Mit Bepflanzung und Pflege der Gewächse auf dem Mittelstreifen, aber auch mit der Eindämmung der Werbebeschilderung links und rechts der Bundesstraße verfolge man das Bemühen um ein ansprechendes Ortsbild, das mit einem solchen Kahlschlag erheblich konterkariert werde.

Auf die Anzeige der Verwaltung hin hat die Landschaftsbehörde die Situation bereits begutachtet und pflichtet der Gemeinde bei: „Es handelt sich in Roetgen um sogenannte geschützte Landschaftsbestandteile, konkret um eine Hecke, die etwa 80 Meter lang ist und auf ca 1,40 Meter Höhe runtergekürzt wurde“, sagte gestern Detlef Funken, Sprecher der Städteregion Aachen und zitierte geltendes Recht: „Wer unerlaubt geschützte Landschaftsbestandteile beseitigt, zerstört, beschädigt oder wesentlich verändert, muss bei Hecken unter 100 Metern mit einem Bußgeld von bis zu 2000 Euro rechnen“, so Funken.

Ob auch im konkreten Fall ein Bußgeld in dieser Höhe fällig werde, ließ der Sprecher offen: „Das müssen das Gespräch mit dem Eigentümer und die genaue Betrachtung des Falls zeigen.“

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