Rohren: 80 Forellen aus Teich gestohlen

Rohren: 80 Forellen aus Teich gestohlen

Günter Kirch aus Rohren stehen die Tränen in den Augen. Einer seiner neun Fischteiche, vom Vater geerbt, ist völlig verwüstet worden.

Der so genannte Mönch, der Überlauf des Gewässers, ist beschädigt. Mit einem Kescher wurden aus dem kleinen, sechs mal drei Meter großen Gewässer etwa 80 der 100 eingesetzten Regenbogenforellen gestohlen, die noch nicht ganz Fanggröße haben dürften. Kirch ist ratlos: „Wer macht sowas? Das ist doch purer Vandalismus. Ich habe keinerlei Verdacht. Ich wüsste auch niemanden, der mir eins auswischen will.”

Im Holderbachtal betreibt Günter Kirch seit 20 Jahren privat mit seinem Schwager eine Forellenzucht für sich und die Familien. Angelbetrieb gibt es an den Teichen, die nur zum Teil besetzt sind, nicht, auch keinen Fischverkauf. „Die Vorschriften sind sehr streng. Darauf hatten wir keine Lust.” Das Areal ist umzäunt, ein Schild „Betreten verboten” weist darauf hin, dass es sich um ein Privatgelände handelt, was die Täter aber nicht weiter gestört hat.

Zwischen Mittwochnachmittag, 16 Uhr, und Donnerstagmorgen, 9 Uhr, geschah dann das, womit sich Günter Kirch in den vergangenen zwei Jahrzehnten nicht befassen musste: Der Stacheldrahtzaun um seine Teichanlage war an zwei Stellen beschädigt, der Maschendraht um den kleinen Teich war ebenfalls teilsweise weg. Mit einem kleinen Kescher, der dort seit 15 Jahren herumliegt, waren die Fische aus dem Wasser förmlich „herausgeschaufelt” worden. „Der Teich ist klein und viele Fische waren drin. Das war relativ einfach. Das ist reine Zerstörungswut und eine richtige Sauerei”, ist Kirch sichtlich erregt: „Das alles wieder herzurichten, bedeutet viel Arbeit.”

Für Karl Völker, Leiter der Pressestelle im Polizeipräsidium Aachen, erfüllt dieser Vorfall gleich mehrere Straftatbestände, die ein Ermittlungsverfahren erforderlich machen, möglicherweise schwerer Diebstahl, Sachbeschädigung (weil Tiere juristisch Sachen sind), Hausfriedensbruch oder eventuell Tierquälerei, auch kein Kavaliersdelikt.

Sollte es sich bei den Tätern um junge Leute handeln, sei es wichtig, auf solche „Randalestraftaten” zu reagieren. Wenn nämlich der Geschädigte und damit auch die Polizei nichts unternähmen, sei das, so Völker weiter, für die Täter „eine Bestätigung und zugleich eine Ermutigung zu weiteren Taten”

Wer also von Mittwoch, 16 Uhr, bis Donnerstag, 9 Uhr, im Holderbachtal Verdächtiges gesehen hat, der wird gebeten, seine Beobachtungen der Polizei mitzuteilen. Sachdienliche Hinweise nehmen jede Polizeidienststelle oder das Komm-Center im Aachener Polizeipräsidium (0241/9577-0) entgegen.

Günter Kirch hat für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, eine Belohnung von 100 Euro ausgesetzt.

Mehr von Aachener Zeitung