64 Mitfahrbänke in der „Leader“-Region Eifel

Ergänzung für den Nahverkehr : 64 Mitfahrbänke in der „Leader“-Region Eifel

Die Eifel ist für originelle Lösungen bekannt. Der Süden hat es vorgemacht, wie man das Anhalterwesen seriös und effektiv gestalten und zu einer interessanten Ergänzung des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) machen kann.

Jetzt zieht der Norden in Gestalt der „Leader“-Region Eifel nach. Das Zaubermittel sind „Mitfahrbänke“ Insgesamt 64 davon sind in den vergangenen Wochen in sechs Eifelkommunen aufgestellt worden oder werden es noch. Dort kann man Platz nehmen, wenn man von einem Privatauto mitgenommen werden möchte. Das Fahrtziel wird auf einer Tafel angegeben. Wer dorthin unterwegs ist, kann den Mitfahrer an seiner Bank einladen.

Die Bürgermeister Peter Cremer (Heimbach) und Ingo Pfennings (Schleiden), Dieter Weber, der allgemeine Vertreter des Nideggener Bürgermeisters, Regionalmanager Nicolas Gath von der „Leader“-Region Eifel, Ilona Nagy, die Stadtmarketing-Fachfrau und Wirtschaftsförderin von Bad Münstereifel, und Andreas Glodowski, der Stadtplaner von Schleiden, stellten das Projekt am Kloster Mariawald im Nationalpark Eifel vor.

Von der blau angemalten Mitfahrbank aus kann man sich in Richtung Heimbach oder in Richtung Schleiden mitnehmen lassen. Das Prinzip lebt von der Hoffnung, dass sich die Autofahrer im angezeigten Fremdenverkehrs- und Urlaubsgebiet Eifel rasch daran gewöhnen, dass an Mitfahrbänken müde Wanderer, führerscheinlose junge Leute oder Senioren oder sonst wie auf Bus, Bahn und Mitfahrgelegenheit angewiesene Zeitgenossen warten, um mitgenommen zu werden. „Das soll dem ÖPNV keine Konkurrenz machen, sondern ihn ergänzen“, meinte Peter Cremer.

Nicolas Gath bezifferte die Gesamtkosten auf rund 60.000 Euro, hiervon werden 65 Prozent über die sogenannte Leader-Förderung finanziert. Neben den Mitfahrbänken ist auch ein Webauftritt Teil des Förderprojekts, in dem man sich bereits vorab zu Fahrten verabreden kann und neben einer Karte der Standorte auch ein Erklärvideo findet (https://www.leader-eifel.de/de/mitfahrbank.html).

Die Kosten fürs Aufstellen der Schilder und Bänke und die entsprechenden Einbetonierungsarbeiten übernahmen die Bauhöfe von Bad Münstereifel, Monschau, Schleiden, Heimbach, Nideggen und Dahlem. Die meisten Bänke hat die Stadt Schleiden (20), die wenigsten haben Dahlem und Monschau (je vier). Simmerath verfügt bereits seit zwei Jahren über Mitfahrbänke. „Mittelfristig wollen wir alle 15 Eifelkommunen von dem Nutzen der Mitfahrerbänke überzeugen“, betonte Regionalmanager Nicolas Gath. Ziel des Projektes ist es, die Mobilität für Jedermann in einer so noch attraktiver werdenden Reisegegend zu vergrößern und gleichzeitig soziale Kontakte zu verbessern, so Peter Cremer: „Man guckt, wer fährt wohin, wen könnte ich mitnehmen …“

„Alle Höhenorte in der Stadt Schleiden haben eine Mitfahrbank als Anlaufstelle in die Hauptorte Schleiden und Gemünd und „Rückfahrbänke“ für retour“, so Bürgermeister Ingo Pfennings. Beim Mitfahren treffen Landbewohner auf bekannte oder noch unbekannte Gesichter ihrer Gemeinde und kommen so ins Gespräch. „Außerdem leisten die Mitfahrbänke einen Beitrag zur Einsparung von CO2-Emmissonen durch Fahrgemeinschaften“, so Nicolas Gath. (pp)