Rurberg: 276 Ehrenamtler entflammen den See

Rurberg : 276 Ehrenamtler entflammen den See

16 Organisatoren und 260 Helfer arbeiten ehrenamtlich elf Monate lang und eine höchst intensive Woche mitten im Sommer dafür, dass 50.000 Besucher ihren Spaß haben. „Ohne das Ehrenamt wäre das Rurseefest längst Geschichte“, ist Lars Harmens überzeugt.

Da die Menschen, die „Rursee in Flammen“ ermöglichen, aber auch diesmal große Vorarbeit geleistet haben und Ende Juli Gewehr bei Fuß stehen, wird es vom 26. bis 29. Juli wieder das größte Sommerfest in der Eifelregion geben, die 54. Auflage des Rurseefestes in Rurberg.

Nachdem das Fest in Rurberg im und am Wasser im vorigen Jahr mit 49 700 registrierten, also zahlenden Gästen einen neuen Besucherrekord verzeichnete, fragt man sich auch beim Orgateam, in welchem Bereich noch Steigerungen möglich sein könnten. „Beim Wetter jedenfalls nicht“, sagt Veranstaltungsleiter Sander Lutterbach. „2017 war es an allen vier Tagen einfach super und hat uns für einige Jahre mit unfreundlicher Witterung entschädigt.“

Da konnte man bei sommerlichen Temperaturen von mediterranem Flair sprechen, die Besucher genossen den Bummel über den Markt und die Unterhaltung mit viel Musik. Das gute Wetter und die fröhliche Stimmung kamen im vorigen Jahr auch den Marktbeschickern zugute; einige haben schon sehr zeitig ihren Platz für dieses Jahr reservieren lassen. „Wir freuen uns aber immer über neue Ideen und interessante Stände, die unser vielseitiges Angebot ergänzen“, muntert Sander Lutterbach noch zu Anmeldungen auf (Formular auf der Internetseite).

Überraschung am Donnerstag

Bewährtes und Neues also beim Marktangebot, Bewährtes und Neues auch beim Programm. „Das gilt schon für den Donnerstag, wenn sich die Besucher des Rursee-Bürger-Abends auf Überraschungen freuen dürfen“, sagt Lars Harmens geheimnisvoll.

Die größte Änderung im Programm aber gibt es am Freitagabend. Denn beim Rursee-Rock hat man in diesem Jahr einen echten Headliner verpflichtet, nämlich die Kölsche Rockband „Kasalla“. „Das sind schon andere Dimensionen in Sachen Finanzierung und Organisation“, verrät Sander Lutterbach. So müsse an diesem Tag auch aufgrund höherer Sicherheitsauflagen das Gelände am Badesee hermetisch abgeriegelt werden. „Theoretisch dürften wir 8000 Leute reinlassen; wir haben uns aber selbst ein Maximum von 3500 Besuchern auferlegt“, erklärt der Orga-Chef. 1500 Karten seien schon verkauft, bei 1650 verliert Sander Lutterbach eine Wette, was ihm aber dann ziemlich egal sein wird.

Wichtig ist ihm noch der Hinweis, „dass ,Kasalla‘ nicht für so einen typischen Karnevalsauftritt von 25 Minuten nach Rurberg kommen“. Vielmehr handele es sich um ein richtiges Konzert von eineinhalb Stunden mit rockigen, aber auch leisen Tönen des beliebten Quintetts um den aus Hürtgenwald stammenden Flo Peil. Der Eintrittspreis von unter 20 Euro (im Vorverkauf) lohne sich also allemal, zudem es mit den Lokalmatadoren „Billy Boys“ und der in Rurberg bestens bekannten Band „Die Versenker“ (die beim Rurseerock ihren Bühnenabschied feiern!) ein tolles Vorprogramm gebe.

Die Neuerungen am Samstag, dem mit über 15 Stunden längsten Tag des viertägigen Spektakels, betreffen hauptsächlich das Kinder-Paradies am Golfplatz, wie Sander Lutterbach erläutert. „Das war im letzten Jahr schon klasse und wird 2018 noch besser“, ist der Veranstaltungschef überzeugt und unterstreicht: „Ohne zwei Sponsoren hätten wir dieses tolle Angebot mit bester Unterhaltung für Kinder niemals nach Rurberg bekommen.“

Stichwort Sponsoren: Neben den Ehrenamtlern, deren Einsatz laut Lutterbach „an die fünfzig- bis sechszigtausend Euro“ ausmacht, sind die unterstützenden, überwiegend regionalen Firmen und Organisationen der wichtigste Faktor bei der Finanzierung. Und den Sponsoren, die meist Lars Harmens an Land zieht, ist auch der nach wie vor äußerst geringe Eintrittspreis von drei Euro zu verdanken, den man erst ab einem Alter von 13 Jahren entrichten muss. „Wenn man noch vier Euro fürs Parken berechnet, kommt eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern für zehn Euro in den Genuss unseres großen Angebots“, lautet Lutterbachs Rechnung.

Dies sei nur möglich, weil man „Rursee in Flammen“ letztlich ohne Gewinnerwartung organisiere: „Das letzte Jahr hat mit vier trockenen Tagen das Minusgeschäft der verregneten Jahre davor ausgebügelt“, sagt der Organisationschef und erinnert daran, dass der Verein bzw. der Vorstand zwar für einen Verlust hafte, sich aber nach guten Jahren keinen Gewinn einstreiche, sondern Rücklagen bilde. „Wenn dieses Fest ein professioneller Veranstalter organisieren müsste, gäbe es ,Rursee in Flammen‘ schon längst nicht mehr“, ist auch Lars Harmens überzeugt.

Professionell aber sind auch die Ehrenamtler, die sich Jahr für Jahr dem Volksfest verschreiben. Zum Beispiel beim Sicherheits- und beim Verkehrskonzept, das immer weiter optimiert wird und bei dem man eng und gut mit Städteregion, Ordnungsamt und Polizei zusammenarbeite. Gleichwohl bittet Lars Harmens schon jetzt um Verständnis, wenn es am Samstagabend wieder zu Stau rund um Rurberg kommen sollte. „Wenn Zehntausende Menschen auf einmal nach Hause fahren möchten, dann schafft das keine Straße der Welt ohne Stau.“

Sander Lutterbach hat aber noch einen Tipp für die Anfahrt, wenn man denn nicht ortskundig ist: „Bis Rurberg mit Navi fahren, am Ortsschild das Gerät abschalten und dann den Parken-Schildern folgen“, rät er Besuchern von außen.

Alle Betten ausgebucht

Das gilt dann eher nicht für die vielen Gäste, die eigens zum Rurseefest Urlaub in Rurberg oder Woffelsbach machen. „Wenn Rurseefest ist, dann werden unsere über 1500 Betten in Rurberg und Woffelsbach gar nicht mehr vermittelt, weil sie von selbst weggehen“, erläutert Conny Freuen von der Rursee-Touristik. Aus Belgien, Holland und ganz NRW käme das Gros der Stammgäste schon seit Jahren Ende Juli in die Eifel.

Die Feriengäste haben dann auch sonntags kurze Wege, wenn das Rurseefest 2018 mit dem Seeufer-Frühschoppen ab 11 Uhr ausklingt. „Danach folgt für die vielen Helfer das große Aufräumen und dann einen Monat lang Urlaub vom Rurseefest“, kündigt Sander Lutterbach an. Und im September werden dann die ersten Pflöcke eingeschlagen — für „Rursee in Flammen 2019“.

Mehr Informationen unter www.rursee-in-flammen.de.