1. Lokales
  2. Eifel

Höfen: 22.400 Euro für kranke Kinder

Höfen : 22.400 Euro für kranke Kinder

„Das ist der reine Wahnsinn.” Fast schon sprachlos las und hörte Dr. Rolf Mertens, was Reiner Jakobs da wieder mit seiner Höfener Krippe für krebskranke Kinder zusammengetragen hatte: 22.400 Euro.

Das ist ein neuer Rekord, das sind 3170 Euro mehr als im Vorjahr. Das Geld und auch die anderen Spenden für den Förderverein „Hilfe für Krebskranke Kinder” werden dringend gebraucht, um die Kinder und Jugendlichen medizinisch und seelisch zu betreuen, denn, so Dr. Rolf Mertens, „durch den Personalabbau stehen wir enorm unter Druck”.

So versucht der Förderverein auszugleichen, was der Gesundheitsreform zum Opfer fällt.

Musiktherapeut eingestellt

Unlängst noch hat der Förderverein einen Musiktherapeuten eingestellt, der sich ebenfalls um die Krebskranken kümmert.

Auf der Station werden derzeit Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwei und 19 Jahren behandelt. In der Höfener Pfarrkirche St. Michael hatten sich nun die fleißigen Helfer des „singenden Hirten” versammelt, dazu eine Frauengruppe aus Hammer und vier Musikanten der Lyra, die oftmals für die Krippenbesucher aufgespielt haben: Erich Braun, Heinz Lennartz, Erwin Mießen und Bernhard Jakobs.

Ideengeber, Initiator und Baumeister

Sie alle haben das „Lebenswerk” von Reiner Jabobs unterstützt - die Höfener Landschaftskrippe, die längst zum Ereignis geworden ist: Aus ganzen Region reisen zur Weihnachtszeit die Menschen in Scharen an, um die Krippe zu besichtigen, um den „singenden Hirten” Reiner Jakobs zu erleben, er ist der Ideengeber, Initiator und Baumeister der Krippe.

Dort hat Reiner Jakobs viele Stunden in seiner „Höhle” gesessen und zur Gitarre Weihnachts- und Volkslieder gesungen.

Am Sonntag nach Weihnachten, so erzählt Rainer Jakobs, war die Kirche den ganzen Sonntag über gefüllt, immer wieder kamen neue Besuchergruppen, die teilweise sogar in Bussen ankamen.

Und viele Besucher haben spontan ins Gästebuch, das gleich am Eingang der Kirche liegt, geschrieben, was sie erlebt und gefühlt haben: „Es war eine Freude für Auge, Ohr und Seele”, schrieb ein Besucher, ein anderer trug ein: „Eine so schöne Krippe habe ich noch nie gesehen.” „Wir haben eine unvergessliche Stunde erlebt.” Lea aus Aachen, 7 Jahre alt, fand „besonders die Wildkatze sehr schön”.

Winterfest in Hammer

Und die Besucher haben in kleinen und größeren Summen reichlich gespendet. Dazu kamen noch Bürger, die auf Geburtstagsgeschenke verzichteten und stattdessen Reiner Jakobs und seine Aktion für die krebskranken Kinder unterstützten.

Eine Frauen-Gruppe in Hammer hatte ein Winterfest für die Dorfgemeinschaft organisiert, der Erlös kam der Aktion zugute. Kindergärten haben die Aktion unterstützt, Vereine mit Konzerten, Familien mit Festen und Künstler mit Ausstellungen.

Spenden-Rekord

So kam am Ende ein neuer Spenden-Rekord zusammen: 22.400 Euro. Reiner Jakobs: „Es ist wohltuend zu spüren, wie viele Menschen im Glauben an Gott ihre Hilfe geben.”

Mit dem Geld kann der Förderverein viel Gutes tun, Dr. Rolf Mertens nannte auch dieses Beispiel: Beide Eltern und auch die Geschwister können ein krankes Kind in die Kur begleiten. Die Spenden ermöglichen auch die dringend notwendigen Forschungsarbeiten, Deutschland dürfe da nicht ins Hintertreffen geraten, mahnte Dr. Mertens besorgt.

Die Spenden bedeuten aber auch einen neuen Motivationsschub für das mitunter überforderte Pflegepersonal in der Kinder-Onkologie. Aktionen wie die von Reiner Jakobs, so betonte Dr. Rolf Mertens, machten deutlich, dass ganze Regionen hinter der Arbeit der Kinder-Onkologie des Klinikums stehen und damit zur wichtigen Lobby werden. So hofft Dr. Mertens, dass die Station in den nächsten Jahren einmal größer werden kann.