Roetgen: 17 Flüchtlinge finden sportliche Heimat

Roetgen: 17 Flüchtlinge finden sportliche Heimat

Sie stammen aus krisengeschüttelten Regionen unseres halben Erdkreises, flohen vor Verfolgung und Bombenterror aus ihrer Heimat und setzten ihr Leben aufs Spiel, um in Deutschland neue Perspektiven zu suchen.

Zumindest auf sportlichem Sektor haben einige junge Männer, die in Roetgen landeten, inzwischen festen Boden unter den Füßen gefunden, denn sie sind in die Fußballjugendteams des FC Roetgen 13 integriert worden.

17 junge Nachwuchskicker, Flüchtlinge aus aller Herren Länder, fanden beim örtlichen Fußballverein freundliche Aufnahme. Und das verdanken sie nicht zuletzt engagierten FC-Trainern wie Heinz Hülsen, Jugendleiter Marco Recchioni und Michael Hammerschmidt. Den Übungsleitern ist es ein Herzensanliegen, sich nicht nur um die technische und konditionelle Verbesserung ihrer Schützlinge im Umgang mit dem Ball zum kümmern sondern zugleich auch Ansprechpartner und Ratgeber der A- und B-Jugendlichen der Jahrgangsstufen 1997/98 und 1999/2000 zu sein.

Die Übungsleiter freuen sich, dass die Neuankömmlinge „mit Begeisterung bei der Sache sind“. Sie sind enorm trainingsfleißig, kommen zu den Übungseinheiten oft von weither, radeln per Bike aus Aachen an oder nehmen lange Fußwege in Kauf. Und auch auf dem Platz bescheinigt man den jungen Flüchtlingen Disziplin und Teamgeist.

Für Heinz Hülsen ist die Einbindung der jungen Leute ein vielversprechender Weg zur Integration. Schwierigkeiten bereitet den Verantwortlichen in der täglicher Praxis aber das oft verwirrende Sprachenproblem auf dem Fußballplatz, und auch die Erteilung einer Spielberechtigung durch den DFB dauere oft „viel zu lange, oft Monate“, kritisiert Heinz Hülsen. Die Wartezeit bis zur Lizenzerteilung komme praktisch einer „internen Sperre“ gleich, auch wenn der Fußballlehrer einräumt, dass der Fußballverband zu gründlicher Recherche verpflichtet sei.

Ständig auf Achse sind die FC-Ausbilder, um Sponsoren aufzutreiben: „Wir benötigen für unsere Schützlinge alles — von Schuhen und Socken bis zum kompletten Trainingsanzug.“ Die Egidius-Braun-Stiftung spendete 500 Euro, und eine Sammelaktion in der Bevölkerung hatte großen Erfolg. „Der Sport gibt uns Menschen viel Positives“, bilanziert Hülsen und nennt ein weiteres Beispiel: Zum Training der Roetgener erschien kürzlich ein albanischer Trainer, der seine Mitarbeit anbot.

(M. S.)