16 Motorräder im Jahr 2018 in Monschau gestohlen

16 Fälle in diesem Jahr: Motorraddiebe schlagen wieder in Monschau zu

Immer wieder werden in Monschau hochwertige Motorräder gestohlen. Der jüngste Vorfall ist bereits der 16. Motorraddiebstahl seit dem 1. Januar 2018.

Auf Nachfrage erklärt die Polizei, ein Paar aus Düsseldorf habe am Samstag gegen 13.30 Uhr ein Motorrad vom Typ BMW R1200 GS am Parkplatz Burgau abgestellt und ein Café besucht. Etwa 20 Minuten später sei das Paar zurückgekehrt und habe festgestellt, dass das Motorrad entwendet wurde.

Drei Diebställe ereigneten sich an der Austraße, sechs am Burgau, einer an der Eschbachstraße, vier an der Laufenstraße und zwei an der St.-Vither-Straße. In der Regel handele es sich dabei um Maschinen der Marken BMW und Harley Davidson. Andere Marken seien eher die Ausnahme, erklärt die Polizei. „Dass diese beiden Marken gezielt ausgewählt werden, hat mit Sicherheit seinen Grund. Es sind renommierte Marken, aber vor allem haben die Unternehmen in den letzten Jahren als vermeintliche Sicherung sogenannte Keyless-Go-Systeme eingebaut. Wie sich herausstellt, sind sie vielfach eine Schwachstelle und alles andere als eine Sicherung. Diese Systeme lassen sich mit Computertechnik leicht überwinden. Mit den entsprechenden Mitteln geht das ruckzuck. Wir wissen, dass einige Motorradbesitzer dieses System stillgelegt, beziehungsweise ausgeschaltet haben und ihre Motorräder wieder auf konventionelle Weise sichern – mit Lenkradschloss, Kralle und so weiter“, hatte Polizeisprecher Paul Kemen im Mai erklärt, als in dieser Zeitung wiederholt über die Diebstahlserie berichtet wurde.

Die Polizei geht davon aus, dass die Diebe die Maschinen an Ort und Stelle selbst wegfahren und vermutlich später auf einen Transporter laden. Ob es sich dabei um eine Bande handelt, kann die Polizei nicht sicher sagen. „Die Tatumstände lassen aber den Schluss zu, dass es sich um eine Bande handelt. Letztendlich wissen wir dies, wenn wir die Täter haben oder ihnen auf der Spur sind“, sagte Kemen. Neue Erkenntnisse dazu haben sich seit dem Frühjahr nicht ergeben.

In den meisten Fällen hätten die Besitzer erst eine geraume Zeit später gemerkt, dass ihre Maschinen entwendet wurden. „Solch ein Zeitverzug – manchmal von mehreren Stunden – erschwert die direkte Fahndung immer enorm, ja, macht sie nahezu aussichtslos. Die Täter sind längst über alle Berge oder die Fahrzeuge sind bereits verladen“, erläuterte Kemen.

Alle Polizeibeamten in diesem Bereich seien aber sensibilisiert und kontrollierten zu unregelmäßigen Zeiten sowohl in Zivil als auch uniformiert. Den Bereich ständig zu observieren oder gar die Ein- und Ausfahrt zu überwachen, sei aber nicht möglich, weder rechtlich noch personell. Hier gelte es Klartext zu sprechen, sagte Kemen: „Beim Diebstahl mittels Keyless-Go ist nicht erkennbar, ob jetzt der Besitzer tatsächlich auf dem Motorrad sitzt oder ein Fremder. Es ist nicht leistbar und auch rechtlich nicht vertretbar, jeden Motorradfahrer, der Monschau verlässt, zu kontrollieren und letztendlich die Besitzverhältnisse zu überprüfen. Darum appellieren wir ununterbrochen, die Motorräder entsprechend ‚richtig‘ zu sichern. Bei unseren stetigen Kontrollen in der Eifel weisen wir stets auf die Problematik der Sicherung der Motorräder hin und kommen auch mit ‚potenziellen Opfern‘ ins Gespräch, die die besonders begehrten Maschinen fahren.“

Die Stadt Monschau will auf die Situation reagieren und bei der neuen Konzeption für das Parkhaus an der Laufenstraße Einstellplätze für Motorräder vorsehen. Desweiteren sollen in Abstimmung zwischen dem Ordnungsamt der Stadt Monschau und der Polizei Hinweisschilder erstellt und an verschiedenen Stellen zur Sensibilisierung der Motorradbesitzer aufgestellt werden. Vorgesehene Standorte sind: Burgau (Motorrad Stellplatz), Bushaltestelle Burgau St. Ursula und Parkdeck Aukloster. Die Hinweisschilder sollen so schnell wie möglich montiert werden.

Hinweise nimmt die Polizei unter 0241/957731401 entgegen.

(ag)
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