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Düren: „Zweifel am Hotelprojekt nicht besonders hilfreich”

Düren : „Zweifel am Hotelprojekt nicht besonders hilfreich”

In der Stadthalle sind die Vorbereitungsarbeiten zum Bau eines Vier-Sterne-Hotels wieder aufgenommen worden.

Entgegen allen Befürchtungen, die aus Reihen der Kommunalpolitik zuletzt geäußert wurden, befinde man sich nach wie vor im Zeitplan, betonte Projektentwickler Hermann-Josef Schneider gegenüber der DZ.

Bis Ende 2010 müsse das Hotel laut Vertrag mit der Stadt Düren stehen. Dieses Ziel sei nach wie vor entspannt zu erreichen.

„Wir arbeiten an einem großen Projekt, an dem viele Menschen beteiligt sind und bei dem viele Menschen ein Mitspracherecht haben”, sagt Schneider. „Da lassen sich Entscheidungen nicht übers Knie brechen.” So habe man dank der großzügigen Fristenregelung mit der Stadt in aller Ruhe mit dem Generalunternehmer verhandeln und inzwischen einen günstigeren Preis aushandeln können.

Negative Stimmungsmache

„Die ständigen öffentlich geäußerten Zweifel an der Realisierbarkeit des Hotelprojekts sind allerdings nicht besonders hilfreich”, formuliert Schneider seinen Ärger über die permanente Kritik eher zurückhaltend.

Doch er betont: „Düren wartet seit vielen Jahren auf ein solches Hotel. Jetzt haben wir alle Teile zusammen und gefährden das Projekt durch negative Stimmungsmache. Wir leben in sensiblen Zeiten, in denen negative Schlagzeilen schnell Schaden anrichten können.”

So begegnet Schneider auch der jüngsten Sorge aus der Kommunalpolitik mit Unverständnis. SPD und BfD äußerten Befürchtungen im Zusammenhang mit einer Grundschuldeintragung. Die Stadt Düren hat Schneiders Gesellschaft das Grundstück per Erbbaurechtsvertrag überlassen.

Dieses Erbbaurecht ist nun mit einer Grundschuld von 1,5 Millionen Euro auf den Namen von Schneiders Investor belastet. „Ein ganz normaler kaufmännischer Vorgang”, betont der Projektentwickler. Eine Einschätzung, die der städtische Finanzdezernent Harald Sievers teilt.

Die Stadt habe dieser Belastung des Erbbaurechts nach den gesetzlichen Bestimmungen zustimmen müssen. Dass ihr dadurch ein finanzieller Schaden entstehen könnte, sei sehr unwahrscheinlich.

Dennoch sieht SPD-Fraktionschef Henner Schmidt den Vorgang kritisch. Er verweist darauf, dass die Stadt der Grundschuld laut Gesetz nur zustimmen musste, wenn sie „mit den Regeln einer ordnungsmäßigen Wirtschaft vereinbar ist”. „Diese Prüfung hätte ich gerne selber nachvollzogen. Aber der Bürgermeister hat das Thema leider nicht im Rat erörtert”, sagt Schmidt.

Er halte es für leichtfertig, einer Grundschuldbelastung ohne Sicherung durch eine Bankbürgschaft zuzustimmen. Schmidt: „Ich hoffe sehr, dass wir ein Hotel bekommen und nicht am Ende mit einem belasteten Grundstück dastehen.”