Zukunft Vettweiß: Zukunft von Vettweiß : Bürger helfen bei Konzept

Zukunft Vettweiß : Zukunft von Vettweiß : Bürger helfen bei Konzept

Ein Post-Schalter in der neuen Tankstelle, eine eigene Wirtschaftsförderung, intelligente Straßenbeleuchtung, die nur bei Bedarf angeht, ein Gemeinschaftsgarten, ein Café oder Treffpunkt, bessere Integration der Neubürger, Ausbau von Fahrrad- und Fußwegen — die Vettweißer haben viele Ideen für ihre Gemeinde.

Wie sich ihre Heimat in den kommenden zehn bis 15 Jahren entwickeln soll, steht im Fokus eines integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes, kurz IKEK, das derzeit erstellt wird.

Beauftragt wurde damit die Firma Jung Stadtkonzepte aus Köln, die aber nicht im stillen Kämmerlein einen Plan für Vettweiß entwickelt, sondern von den Bürgern hören möchte: „Was läuft gut und soll so beibehalten werden? Wo drückt der Schuh? Welche Themenfelder interessieren in den einzelnen Ortsteilen?“, formuliert Rüdiger Wagner, Ingenieur bei Jung Stadtkonzepte die Kernfragen an die Bürger und fügt an: „Sie sind die Fachleute für Ihre Ortsteile.“

Diesen Heimvorteil wollen sich die Planer zunutze machen. Bei insgesamt vier Bürgerforen waren die Meinungen der Vettweißer gefragt. An den ersten drei Abenden erschienen jeweils etwa 40 Interessierte und beteiligten sich rege. Am letzten Abend, der für den Hauptort angesetzt war, blieben einige Politiker und Rathausmitarbeiter weitestgehend unter sich.

Trotzdem seien insgesamt etwas mehr Teilnehmer gekommen als erwartet, meinte Wagner. Sie haben für eine beachtliche Menge an Rückmeldungen gesorgt. Gefragt waren die Stärken und Schwächen der Gemeinde sowie Wünsche und Entwicklungsideen. Gelobt wurden unter anderem die Naherholungsmöglichkeiten, die Lage, Gemeinschaft und das rege Vereinsleben. Bei letzterem Punkt merkten jedoch einige Bürger auch an, dass sich das mangels Nachwuchs bald ändern könnte. Kritisch sehen die Vettweißer außerdem die Park- und Verkehrssituation, die Busverbindungen, die Überalterung der Bevölkerung, den Mangel an Bauland sowie den Lokalpatriotismus innerhalb der einzelnen Ortsteile.

Auf Basis dieser Rückmeldungen wollen Rüdiger Wagner und Kollegen nun weiterarbeiten. Ein erstes Zwischenfazit kann er schon jetzt ziehen: In allen Ortsteilen gehören Nahversorgung und Mobilität zu den meistgenannten Themen.

Nachdem gemeinsam mit den Bürgern die Grundlagen und Bedarfe geklärt wurden, ist nun der nächste Schritt, dass strategische Ziele und konkrete Projekte für die Gemeinde entwickelt werden. „Mit dem, was wir erarbeiten, möchten wir noch einmal an die Öffentlichkeit gehen und das diskutieren“, kündigt Wagner an. An einem Termin im November, der noch bekanntgegeben wird, sollen die Bürger die Möglichkeit bekommen, die Ziele und Projekte zu bewerten und zu priorisieren. „Wir werden Ihre Ideen bündeln, konkretisieren, Beispiele aus anderen Gemeinden zeigen und auch wir haben noch einige Ideen im Köcher“, sagte der Ingenieur. Den eigenen Zeitplan nennt er ambitioniert: Ein Entwurf des Entwicklungskonzeptes soll vor Weihnachten stehen und im Frühjahr werden noch einmal die Politiker beteiligt.

Das Konzept soll dann der Verwaltung und den Bürgern dabei helfen, gezielt Initiativen und Projekte starten zu können. Andererseits verschaffe das IKEK der Gemeinde bessere Chancen, wenn es um die Gewinnung von Fördergeldern sowie Verhandlungen mit überregionalen Verkehrsunternehmen gehe, prognostizierte Wagner.

Weitere Anregungen oder Ergänzungen zu Ideen nimmt die Gemeinde Vettweiß noch bis Mitte des Monats entgegen: phuevelmann@vettweiss.de.

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