Aachen/Düren: Zuhälterei und Körperverletzung: Shisha-Bar-Besitzer entlastet

Aachen/Düren: Zuhälterei und Körperverletzung: Shisha-Bar-Besitzer entlastet

Im Prozess gegen den Dürener Seyhmus B. (28) wegen Zuhälterei und Körperverletzungen an seiner früheren Lebensgefährtin ging die Beweisaufnahme am Dienstag weiter. Die Aussage eine Zeugin in der Verhandlung vor der 1. Großen Strafkammer des Aachener Landgerichts stärkte die Verteidigung des ehemaligen Shisha-Bar-Betreibers.

Der Angeklagte behauptet in etwa das Gegenteil dessen, was das vermeintliche Opfer berichtet. Demnach habe die Ex-Freundin, die zwischen Ende 2009 und 2010 in einer als Bordell umfunktionierten Villa in Übach-Palenberg als Prostiuierte arbeitete, freiwillig gehandelt. Er habe auch kein Geld von ihr erpresst und sei nicht ihr Zuhälter gewesen, hatte sein Anwalt vorgebracht.

Die Klägerin dagegen gab an, ihr unbeherrschter und eifersüchtiger Freund habe sie regelmäßig geschlagen. Und weil die Shisha-Bar nicht mehr gut lief, habe er sie schließlich zuerst in Frankfurt und dann in dieser Villa zur Prostitution gezwungen.

Widersprüchliche Aussagen

Die Zeugin, die nun am Mittwoch aussagte, war eine „Berufskollegin“, die zu dieser Zeit in der Villa in Übach-Palenberg ebenfalls im Sexgewerbe arbeitete. „Wir waren wie Freundinnen“, erzählte die 28-Jährige der Richterin Regina Böhme. Man sei in den freien Stunden zusammen zum Einkaufen und ins Nagelstudio gegangen und sich gut verstanden.

In der Villa habe man zumeist ohne Zuhälter gearbeitet. Die Hälfte des Lohns ging an den Betreiber. Zu späterer Zeit sei dies ein Bruder des Angeklagten gewesen. Die andere Hälfte durften die Frauen behalten. „Ich hatte nicht den Eindruck, dass ihr das Geld weggenommen wurde“, erklärte die Zeugin.

Die Geschädigte hatte demgegenüber vorgebracht, sie habe ihren Verdienst in klassischer Zuhälter-Manier an den Freund abliefern müssen. Er habe sie damals aus Eifersucht und auch später immer wieder geschlagen, hatte es in der Anklageschrift geheißen.

Doch das konnte die Zeugin nicht bestätigen: Nein, sie habe keine blauen Flecken am Körper der Kollegin bemerkt, berichtete sie auf Nachfrage des Gerichts. Auch habe sie gewusst, dass die Betreffende bereits früher „angeschafft“ habe.

Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.