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Zollamt wird die City frühestens Ende 2019 verlassen

Düren : Der geplante Umzug des Zollamts verzögert sich

Seit Sommer 2017 war der Termin klar: Das Dürener Zollamt wird in der 2. Jahreshälfte 2018 von der Arnoldsweilerstraße mitten in der Stadt ins Gewerbegebiet Nickepütz an der Mariaweilerstraße umziehen.

Umzugskartons müssen die Mitarbeiter im Zollamt allerdings noch lange nicht packen: Bislang ist kein Mietvertrag unterschrieben und es ist unklar, wann der geplante Umzug erfolgen kann.

Als im Sommer 2017 die Sprecherin des Hauptzollamtes Aachen den Umzug zur 2. Jahreshälfte 2018 verkündete, war die Maßgabe klar. Es sollte eine Bestandsimmobilie angemietet und dann entsprechend der eigenen Bedürfnisse umgebaut werden. Auserkoren hatte man das Gelände des Elektrogroßhandels Famo, das vor Jahren den Logistikbereich nach Mönchengladbach verlagert hatte und in Düren nur noch mit einer Verwaltung vertreten ist. Auf die Ankündigung folgten zwei Reaktionen. In einem Punkt waren sich alle einig: Die Verlagerung des Zollamtes ist dringend notwendig.

Im Mai 2015 war an der Kreuzung vor dem Zollamtsgebäude ein Radfahrer tödlich verunglückt, als ein Lkw aus der Lagerstraße rechts abbiegen wollte und dabei den Radfahrer übersehen hatte. Im Mai 2017 wurde eine Radfahrerin schwer verletzt, als ein Lkw von der Arnoldsweilerstraße auf das Gelände des Zollamtes fahren wollte und dabei die neben ihm fahrende Frau nicht gesehen hatte. „Rangierende Lkw, Irrfahrten ausländischer Lkw durch die Stadt auf der Suche nach dem Zollamt und Verkehrsbehinderungen durch die parkenden und rangierenden Lastwagen“ fasste ein Dürener Unternehmer die Gefährdungen zusammen, weswegen eine Verlagerung geboten sei. Die zweite Reaktion: Der neue Standort sei falsch gewählt, dass Zollamt besser im Gewerbegebiet im Großen Tal aufgehoben.

Was dazu geführt hat, dass bis heute nicht mal der Mietvertrag für die Bestandsimmobilie unterschrieben wurde, kann auch der neue Sprecher des Aachener Hauptzollamtes, Mark Gerner, nicht erklären: „Wir sind in diese Entscheidungsprozesse nicht eingebunden. Zuständig ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.“ Die verweigert allerdings jede Stellungnahme „mit Rücksicht auf die laufenden Verhandlungen“. Warum die aber überhaupt und immer noch laufen, will man nicht erklären.

Das Dürener Zollamt in der Arnoldsweilerstraße: Der geplante Umzug verzögert sich mindestens um ein Jahr. Foto: Burkhard Giesen/Burkhard GIesen

Ein Grund dafür könnte die oben erwähnte Kritik am Standort sein. So wurden weitere Alternativen an der Distelrather Straße, Im Großen Tal, an der Kölner Landstraße und Zülpicher Straße geprüft. Dem Vernehmen nach sind aber all diese Objekte entweder an den Vorgaben der Zollbehörde oder an den Kosten gescheitert. „Wir würden sehr gerne umziehen. Wir hatten immer das Objekt an der Mariaweilerstraße favorisiert“, sagt Gerner. Das scheint momentan auch das einzige Objekt zu sein, das nach wie vor im Rennen ist.

Famo-Geschäftsführer Roger Konrad: „Wir sind mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und dem Zoll im Dialog. Ein Mietvertrag ist aber noch nicht unterschrieben.“ Folgt die Unterschrift doch noch, wird es dennoch zehn bis zwölf Monate dauern, bis der Umbau abgeschlossen ist, weil unter anderem ein entsprechender Bauantrag gestellt werden muss.