Kleinhau: Zentrale Grundschule in Kleinhau? Politiker fordern zukunftssichere Lösung

Kleinhau: Zentrale Grundschule in Kleinhau? Politiker fordern zukunftssichere Lösung

Mit einem neuen Vorschlag könnte ein parteiübergreifender Antrag die Debatte um die Schließung von Grundschulen in der Gemeinde Hürtgenwald aufmischen. Neben der Sekundarschule soll kurzfristig ein zweizügiger Grundschulstandort in Kleinhau eingerichtet werden.

Das Auslaufen der Real- und Hauptschule im Sommer 2018 biete dazu die Möglichkeit. Für das Gebäude des Schulzentrums soll ein Raumnutzungskonzept erarbeitet werden. Langfristig müsse aus Sicht der Antragsteller das Schulzentrum so weiterentwickelt werden, dass „ein zentraler Grundschulstandort“ für die Gemeinde entsteht. Diese Überlegungen stellen Jürgen Bergschneider (Grüne), Ulf Breuer (Einzelbewerber), Karsten Pelzer (SPD) sowie die CDU-Politiker Markus Schlepütz, Wilhelm Schnitzler und Jörg Simon bei der heutigen Sitzung des Gemeinderates ab 18 Uhr zur Diskussion.

„In einem ersten Schritt müsste nicht gebaut werden“, ist Ulf Breuer überzeugt. Dass es möglich ist, zwei Schulen in einem Gebäude zu beheimaten, sei erprobt. Mensa und Aula könnten beispielsweise gemeinsam genutzt werden.

Hintergrund der Überlegungen sei die Diskussion über die Zukunft des Standortes Bergstein der Grundschule Vossenack-Bergstein und die allgemeine Schulentwicklungsplanung. In beide Gebäude müsste die Gemeinde investieren, bei einer Schließung des Standorts Bergstein und einer Zusammenlegung sei besonders in Vossenack mit einem hohen Investitionsbedarf zu rechnen. Die Antragsteller rechnen alleine für Vossenack mit Kosten in Höhe von knapp einer Million Euro und gehen unter anderem von einem Neubau des „veralteten Nordtrakts“ mit drei Klassenräumen und drei Gruppenräumen aus.

„Wir wollen niemandem vor den Kopf stoßen, aber Verlässlichkeit für die kommenden Generationen“, sagt Breuer. Ein zentraler Schulstandort sei mittel- und langfristig die beste Lösung, ist auch Markus Schlepütz überzeugt. Es gehe nicht darum, eine Entscheidung über das Knie zu brechen, sondern in Ruhe die beste Lösung für die Zukunft zu entwickeln. Perspektivisch sei es sinnvoll, nach Vossenack und Bergstein auch die Grundschule Gey/Straß in das neue Schulzentrum zu integrieren. Bevor weitere Investitionen in einen vorhandenen Standort getätigt werden, sollte über einen zentralen Schulstandort nachgedacht werden. Dieser könne zudem von der benachbarten Biogasanlage mit Strom und Wärme versorgt werden.

Dass die Gutachter im Schulentwicklungsplan aufgrund der hohen Investitionskosten einen Neubau nicht empfehlen, ist für die Antragsteller kein Widerspruch zu ihrem Vorschlag. „Es wurde explizit auf vorhandene Grundschulgebäude Bezug genommen, andere vorhandene Gebäude in der Gemeinde wurden nicht betrachtet“, erklären sie. Das Kleinhauer Schulzentrum liege zentral, sei für alle Schüler gut zu erreichen. Ein Anbau sei zudem günstiger als ein Neubau. Mit einer solchen Investition biete die Gemeinde „allen Kindern aus dem Gemeindegebiet langfristig einen pädagogisch und wirtschaftlich sinnvollen Lernort“, heißt es in dem Antrag.

Der CDU-Ortsverband Hürtgenwald-Mitte teilte im Vorfeld der Gemeinderatssitzung bereits mit, der Gemeindeverband habe den Vorschlag angenommen. Bis auf weiteres sollen alle Grundschulstandorte in Vossenack, Bergstein und Straß erhalten bleiben, an den Gebäuden soll „nur das Nötigste repariert oder saniert werden, bis ein zentral gelegener Standort gefunden wird, um dort eine neue, gemeinsame moderne Grundschule für Hürtgenwald zu bauen“. Der Gemeindeverband ist jedoch nicht die Fraktion. Wie sie den Antrag sieht, wird sich noch zeigen. Bei der jüngsten Sitzung hatte der Antrag der CDU-Ratsfrau Ruth Wirtz, die ebenfalls einen zentralen Grundschulstandort gefordert hatte, keine Mehrheit gefunden.

Die Gemeindeverwaltung hat noch keine inhaltliche Bewertung des Antrags vorgenommen. „Sollten wir einen Auftrag vom Rat dafür bekommen, werden wir die Berechnungen anstellen“, sagte Stefan Grießhaber, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Die Verwaltung weist aber darauf hin, dass die Gemeinde nicht Trägerin der Sekundarschule ist, sondern der Schulverband Nordeifel. Derzeit arbeite die Verwaltung an der vom Rat in Auftrag gegebenen Berechnung der entstehenden Kosten für eine Zusammenlegung der Grundschule Vossenack-Bergstein am Standort Vossenack.