Zahl der Straftaten im Kreis Düren auf Elf-Jahres-Tief gesunken

Kriminalität im Kreis Düren : Zahl der Straftaten erreicht 2018 ein Elf-Jahres-Tief

Das Leben an der Rur ist auch im vergangenen Jahr wieder ein Stück sicherer geworden, wenngleich nicht unbedingt gewaltfreier.

Das Leben an der Rur ist auch im vergangenen Jahr wieder ein Stück sicherer geworden, wenngleich nicht unbedingt gewaltfreier. Das geht aus der am Mittwoch vorgestellten Kriminalitätsstatistik der Kreispolizeibehörde hervor, die Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) als Behörden- und Kriminaldirektor Jörg Malejka als zuständigen Direktionsleiter präsentierten.

16.109 Einzelfälle

Das Zahlenwerk listet für 2018 insgesamt 16.109 Straftaten auf, das sind 4,5 Prozent weniger als 2017. Mehr als jeden zweiten Fall (53,43 Prozent) konnte Maleijka mit seinem Team aufklären. Das ist der zweitbeste Wert in der Geschichte, freute sich Spelthahn, verbunden mit einem ausdrücklichen Dank an die Kollegen. Nur 2012 lag die Quote höher. Damals wurde aber auch ein Betrüger dingfest gemacht, dem eine Vielzahl von Straftaten zugeordnet werden konnten, erklärte der Landrat.

Wie der Blick auf die Details der Statistik verrät, zieht sich die erfreuliche Entwicklung aber nicht durch alle Bereiche. Bei der Gewaltkriminalität hat die Kreisdürener Polizei einen Anstieg von mehr als sieben Prozent auf 619 Fälle verzeichnet. Vor allem die Zahl der schweren und gefährlichen Körperverletzung hat deutlich zugenommen (+13,6 Prozent auf 242). „Die Aggressivität bei Auseinandersetzungen ist größer geworden“, begründete Spelthahn die Entwicklung, wobei die Dürener Nordstadt in diesem Bereich eine große Rolle spielt, ergänzte Malejka. Dort schwelt seit längerem ein Konflikt zwischen ethnischen Gruppen, der unter anderem dazu geführt hat, dass Norddüren zum gefährlichen Ort erklärt wurde, so dass die Polizei dort gezielter eingreifen kann. Auch in Jülich hat die Polizei 2018 mehr schwere und gefährliche Körperverletzungen registriert, ohne dass dies auf ein bestimmtes Phänomen zurückgeführt werden könnte, wie Malejka von den Kollegen vor Ort erfahren hat.

Angestiegen ist zudem die Zahl der Fälle von sexueller Gewalt und Belästigung, um 19 auf 158, weil sich viele der zumeist weiblichen Opfer immer öfter trauen, Anzeige bei der Polizei zu erstatten, betonte der Kriminaldirektor, der dazu auch nur ermuntern kann. „Die Polizei ist hochsensibel und geht jedem Hinweis nach“, versicherte Malejka auch mit Blick auf die Fälle von sexuellem Missbrauch von Kindern, die um 3 auf 35 angestiegen sind.

Auf der anderen Seite ist die Straßenkriminalität ebenso rückläufig wie die Zahl der Diebstähle, die um 946 oder 12,38 Prozent auf 6695 Fälle gesunken ist. Das ist ebenso der niedrigste Wert seit zehn Jahren wie der im Bereich der Wohnungseinbrüche, der sich auf 534 reduziert hat. Damit hat sich die Zahl der Eingriffe in die Privatsphäre der Bürger im Kreis seit 2011 nahezu halbiert.

Die Kreispolizeibehörde führt dies zum einen auf die intensive Zusammenarbeit mit Nachbar- und Grenzbehörden zurück, aber auch auf die hohe Aufmerksamkeit der Menschen, die nach zahlreichen Kampagnen auffällige Beobachtungen in der Nachbarschaft immer häufiger der Polizei melden Und Spelthahn appelliert an alle Bürger, wachsam zu bleiben und auch in Zukunft lieber einmal öfter als zu wenig, den Notruf zu wählen.

Dass Fahrzeuge zunehmend besser vom Hersteller technisch geschützt werden, zeigt der Rückgang der Zahl der Diebstähle um 21,3 Prozent auf 144, wobei hochwertige BMW und Sprinter immer noch häufig entwendet werden, wie Malejka betonte. Auch der Diebstahl aus Fahrzeugen, oft aus Gründen der Beschaffungskriminalität, war 2018 rückläufig, um 146 auf 1081 Fälle. Dabei ist der S-Bahn-Parkplatz Merzenich immer noch ein Hotspot, erklärte der Chefermittler. Dem will Spelthahn mit einem Ausbau des Haltepunkts zur Mobilitätsstation begegnen. Aber auch ruhige Wohnstraßen sind betroffen.

Insgesamt gilt daher aus Sicht der Polizei: „Fahrzeuge sind keine sicheren Aufbewahrungsorte für Wertsachen wie Handtaschen, Mobiltelefone, Navigationsgeräte oder Notebooks.“