1. Lokales
  2. Düren

WVER will alle Kanäle übernehmen

WVER will alle Kanäle übernehmen

Kreis Düren. Zurzeit befindet sich der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) mit allen Kommunen in seinem Verbandsgebiet in Gesprächen über eine Übernahme der Kanalnetze.

Dabei würde den Kommunen der Restwert der Anlagen erstattet. Auf der anderen Seite könnte der Verband als Abwasserspezialist durch Synergien Kostenvorteile erzielen.

„Der WVER ist für die Abwasserbeseitigung zuständig; nichts spricht dagegen, dass der Verband auch die Zuleitung der Abwässer zu seinen Abwasserbehandlungsanlagen betreut”, so Dr. Wolf-gang Firk, Vorstand des in Düren ansässigen Verbandes. Bei der Abwasserableitung handele es sich zwar nicht um eine Pflichtaufgabe des Verbandes, aber das Eifel-Rur-Verbandsgesetz räume ausdrück-lich die Möglichkeit ein, diese Aufgabe zu übernehmen.

Der Restbuchwert

Für den Verband liegen die Vorteile einer Kanalnetzübertragung für alle Beteiligten auf der Hand. „Die Kommunen können für das Kanalnetz eine Ausgleichszahlung mindestens auf der Basis des Restbuchwertes erhalten”, so Günter Schumacher, Finanzdezernent des WVER. Mit dieser Einnahme könnte die Kommune dann etwa ihren eigenen Haushalt nachhaltig entlasten.

Für die Gebührenzahler zeichnen sich aus WVER-Sicht Vorteile ab: Befinden sich die Aufgaben der Abwasserentsorgung in einer Hand, kann eine optimale Abstimmung bei Planung und Bau von eventuell notwendigen Neuanlagen sowie beim Betrieb der bestehenden Anlagen erfolgen. Kosten würden so reduziert. Durch das Spezialistenwissen des Verbandes sei zudem eine hohe Qualität der Arbeit gewährleistet.

Als großer Verband könne der WVER viele Dinge selbst regeln, ohne externe Leistungen oder Fachpersonal zukaufen zu müssen. Im Gegensatz zu anderen Bewerbern könne der WVER auch Vorteile ins Feld führen, die auf seinen Status als öffentlich-rechtliches Unternehmen zurückgehen. „Unser Verband verfolgt keinerlei Gewinnabsichten und ist zudem nicht umsatzsteuerpflichtig”, so Schumacher.

Die Eigentumsrechte

Einschränkungen der eigenen Gestaltungsmöglichkeiten der Kommune sieht der Verband nicht. Es werde nur das wirtschaftliche Eigentum übertragen. Die Kommune bleibe weiterhin sachrechtliche Eigentümerin.

Die Berechnung von Zinsen und Abschreibungen werde vom WVER nach den für den Gebührenzahler günstigen Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie den tatsächlich zu zahlenden Zinsen erstellt. Der WVER sei zudem bereit, das bisher bei der Kommune für den Betrieb des Kanalnetzes tätige Personal weiter zu beschäftigen, so der Verband. Für andere Verbandsmitglieder bleibe die Übernahme eines Kanalnetzes jeweils kostenneutral.

Mit der Kanalnetzübertragung betrete der WVER laut Firk übrigens kein Neuland. Andere Verbände hätten bereits Kanalnetze übernommen oder befänden sich ebenfalls in Verhandlungen. Es sei zudem damit zu rechnen, dass eine anstehende Novellierung des Landeswassergesetzes solche Übertragungen erleichtere.