Düren: WM im Kirschkern-Weitspucken: Technik vom Vater gelernt

Düren: WM im Kirschkern-Weitspucken: Technik vom Vater gelernt

Wenn der Volksmund weiß, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, gilt das im Hause der Gürzenicher Familien Iven für den Kirschkern — oder besser gesagt, die richtige Technik, den vom Fruchtfleisch befreiten und möglichst rund geknabberten Kern besonders weit zu spucken.

„Das liegt wohl in den Genen“, stellte Sohn Mario mit einem Schmunzeln fest, nachdem er am Samstag zum Auftakt der Annakirmes die Herren-Konkurrenz der 42. Weltmeisterschaft im Kirschkern-Weitspucken mit 20,02 Metern dominiert hatte. Immerhin ist Vater Hans-Peter mit acht Siegen Rekordchampion des traditionellen Spaßwettbewerbs.

Mario Iven blieb zwar noch mehr als anderthalb Meter hinter der wieder einmal unerreichbaren Rekordweite von Oliver Kuck (21,71 Metern) aus dem Jahr 2003 zurück, ließ der Konkurrenz aber keine Chance und sicherte sich seinen ersten Titel. Der mittlerweile im portugiesischen Braga lebende Dürener Sascha Sadewasser verbesserte sich im Finale zwar noch einmal. Mit 18,88 Meter musste sich der Titelverteidiger diesmal aber mit dem zweiten Platz zufrieden geben, vor dem Kreuzauer Alexander Breuer (18,13 Meter). Und Rekordchampion Hans-Peter Iven? Der hatte sein Pulver schon in der Vorrunde verschossen und feierte anschließend mit seinem Sohn. Kleiner Trost für ihn: der Senior hält noch die familieninterne Bestweite (20,59 Meter aus dem Jahr 1983).

Bei den Frauen ließ Rekordsiegerin Irene Holle aus Kufferath der Konkurrenz im Finale keine Chance. Mit 13,01 Meter verbesserte sie sich vom achten auf den ersten Platz und gewann ihren mittlerweile sechsten Titel. Die Zweiplatzierte Gaby Gorges aus Echtz setzte sich mit 11,51 metern knapp gegen Janina Kirch aus Langerwehe (11,47 Meter) durch. Beim Nachwuchs trug sich der 13-jährige Jonas Ekat aus Düren mit 11,27 Metern in die Siegerliste ein. Zweiter wurde Jannis Hilgers aus Niederzier (10,78 m) vor Emin Aktas aus Düren (9,98 m).

Mit nur gut 70 Startern blieb die Teilnehmerzahl hinter den Vorjahres zurück. Am Wetter kann es nicht gelegen haben. Anders als im Vorjahr sorgten weder Regen noch Wind für schwierige Verhältnisse.

Einer war dennoch zufrieden: Annakirmes-Platzmeister Achim Greiff. Er konnte in den Titelkampf zwar nicht eingreifen, spuckte aber eine neue persönliche Bestleistung von 16,26 Metern.

(ja)
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