Schulpolitik im Kreis Düren: „Wir sind die SV für den gesamten Kreis“

Schulpolitik im Kreis Düren : „Wir sind die SV für den gesamten Kreis“

Besuche bei der Basis, um ins Gespräch zu kommen, eine Tour durch den gesamten Zuständigkeitsbereich und bald eine wichtige Wahl – das klingt nach großer Politik. In diesem Fall geht es um Schulpolitik.

Besagte Basis sind nämlich die Schülervertretungen (SV) im Kreis und die bekommen gerade Besuch von Verantwortlichen der Bezirksschülervertretung (BSV).

„Wir sind quasi die Schülervertretung für den gesamten Kreis“, erklärt Philipp Klose dieses Gremium. Der 19-jährige Langerweher ist genau wie seine Kollegen Kevin Hoven (18, aus Düren) und Philippe Derchain (16, aus Gürzenich) Mitglied im 14-köpfigen Vorstand der BSV. Um sich besser zu vernetzen und auf die anstehende Neuwahl des Vorstandes aufmerksam zu machen, fahren sie gerade Schulen ab – von Titz bis in die Eifel.

Die Bezirksschülervertretung ist gegenüber dem Land, der Lokalpolitik und den Schulen das Sprachrohr für rund 28.000 Schüler an knapp 40 weiterführenden Schulen. Von diesen 40 sind bei der größten Versammlung des Gremiums, der Bezirksdelegiertenkonferenz (BDK), aber nur 16 vertreten. Da ist Luft nach oben, aber grundsätzlich unzufrieden sind die Vorstandsmitglieder mit der Beteiligung nicht.

„An einer normalen BDK nehmen im Schnitt zwischen 40 und 50 Schüler teil“, weiß Klose. Umso beeindruckender sei es deshalb gewesen, dass sich bei einer Versammlung mit dem Schwerpunktthema Öffentlicher Nahverkehr 70 Schüler beteiligten. „Der ÖPNV bleibt für uns ein großes Thema“, sagt Klose.

Diskussionen im Gremium

Weitere Themen, die sich die BSV auf die Fahne geschrieben hat, sind unter anderem Digitalisierung, Integration an Schulen, Gewalt an Schulen, Anti-Sexismus, demokratische Erziehung, Arbeitswelt, Europa sowie Energie und Umwelt. Gerade letztgenannter Punkt hat im Gremium für Diskussionen gesorgt. Die Frage stand im Raum: Ist das noch Schulpolitik oder allgemeinpolitisch und damit eher Thema für eine Jugendpartei? „Weil wir die beiden Löcher haben“, sagt Philipp Klose mit Blick auf die Tagebaue, „weil RWE teils auch Schulen finanziert und weil wir nah an Tihange sind, ist das Thema bei uns mit drin.“

Wie sich die BSV zukünftig aufstellt, welche Projekte und Themen anstehen, wird bald der neue Vorstand entscheiden. Schon jetzt steht aber fest: Neue Mitstreiter, die sich gern für die Schüler des Kreises engagieren möchten, sind immer gern gesehen. Klose: „Es fällt schwer, junge Leute zu gewinnen.“

(wel)
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