Kreuzau/Nideggen: Windräder: Anwohner befürchten Zerstörung der Kulturlandschaft

Kreuzau/Nideggen : Windräder: Anwohner befürchten Zerstörung der Kulturlandschaft

Ein Zusammenschluss der Bürgerinitiativen gegen Windräder aus Vettweiß, Kreuzau und Nideggen hat sich nun an Landrat Wolfgang Spelthahn gewandt. Eine Abordnung der Bürger aus den drei betroffenen Kommunen fordert in einem Offenen Brief den Landrat auf, alles ihm mögliche zu tun, um dem planerischen Wildwuchs der kommunalen Windrad-Befürworter in Kreuzau und Hürtgenwald Einhalt zu gebieten.

Erste Aufgabe des Landrats sei es, „die Bürger und die Landschaft im Kreis zu schützen und den unkoordinierten Windkraftplänen der Kommunen ein Ende zu bereiten“, fordern die Vertreter der Initiativen.

Die idyllische Landschaft der Region gelte es zu bewahren. Eine „Verspargelung“ der Rureifel zerstöre die Jahrhunderte alte Kulturlandschaft und sei nicht im Interesse der Bewohner. Ob an den windschwachen Osthängen der Eifel der Windkraft eine wichtige Bedeutung beizumessen sei, wird ebenfalls von den rund 1500 Unterstützern der Initiativen bezweifelt.

Hürtgenwald plant drei bis zu 200 Meter hohe Windanlagen auf dem Ochsenauel, dem „Hausberg“ der Obermaubacher, hoch über dem Stausee aufzubauen. Kreuzau hat vor, fünf 200-Meter-Räder an der Stadtgrenze zu Nideggen zu errichten. Weitere Räder sind in unmittelbarer Nähe des Ortsteils Ginnick der Gemeinde Vettweiß geplant.

„Wechselseitige Anträge der Gemeinden, auf die Errichtung der Windräder zu verzichten, wurden von der jeweils anderen Kommunalverwaltung ignoriert“, urteilen die Kritiker. „Es droht die Verspargelung der idyllischen Rurlandschaft und schwerer Schaden für die touristische Infrastruktur der Stadt Nideggen und des Rurtals“, sagt Peter Neumann von der BI Ochsenauel aus Obermaubach.

Im Kreuzauer Ortsteil laufen Bürger Sturm gegen die optische Zerstörung der Landschaft „ihres“ Stausees. In der Region um das Naturschutzgebiet Biesberg fühlen sich Bewohner von Muldenau, Thuir und Ginnick durch die Pläne Kreuzaus, die idyllische Tallandschaft mit Windkraftriesen zu verschandeln, „genötigt und bedrängt“.

Naturschutzverbände und Denkmalschützer haben sich gegen die Windrad-Pläne in Kreuzau und Hürtgenwald gewandt. Die Bürger fürchten Infraschall, Schattenwurf und Lärm durch den aus ihrer Sicht zu geringen Abstand der 200-Meter-Räder zu ihrer Ortsbebauung.