Wincent Weiss begeistert am Dürener Badesee

Konzert am Badesee Düren : Wincent Weiss: Keine Berührungsängste

Bei seinem Konzert am Dürener Badesee sucht der Sänger den direkten Kontak zu seinen Fans. Die sind total begeistert.

Um kurz vor neun ist es voll vor der Strandbühne am Dürener Badesee. Die ersten, erzählt man sich in den vordersten Reihen, sind schon seit Freitagabend hier, um die begehrten Plätze zu reservieren. Trotzdem ist die Stimmung ausgelassen. Mit den Füßen im Sand und dem Wasser im Blick warten mehrere tausend Menschen auf den Star des Abends: Wincent Weiss. Am Samstag spielte der 26-jährige Sänger und Songwriter an der „Dürener Adria“.

Seit der Veröffentlichung seiner ersten Solosingle 2015 klettert Weiss regelmäßig in die Charts und füllt auf seinen Touren immer größere Hallen. Längst ist nicht mehr sein vorzeitiges Ausscheiden aus einer Castingshow der Grund für seine Bekanntheit. Mit seinen inzwischen zwei Alben hat er sich eine treue Fangemeinde aufgebaut und reiht sich mühelos in die Stimmen des deutschen Pops ein. Trotzdem, so sagen die Fans in der ersten Reihe, sei er auf dem Boden geblieben.

Antonia Albrecht, Jana Huneke und Jenny Reißner aus Solingen sind auf ihrem zehnten Weiss-Konzert. Seit mehr als zwei Jahren fahren sie dem Sänger so oft es geht hinterher: „Er spielt nicht einfach sein Programm durch“, sagt Jana (20). „Man hat immer eine gute Zeit zusammen und er ist einfach authentisch.“ Die drei haben seit neun Uhr morgens gewartet, um ihren Platz in der ersten Reihe zu verteidigen, aber das ist es ihnen absolut wert.

Dass Wincent Weiss wirklich keine Berührungsängste hat, bewies er sofort. Schon beim zweiten Lied des Abends stürzte er sich in die Menge. Ganz locker hüpfte er von der Bühne und steigt direkt über die Absperrung ins Publikum. Unter allgemeinem Gekreische sang er einfach im Getümmel weiter. Kaum einen Song später stand er schon wieder im Sand, diesmal um Selfis zu machen. Nahbarkeits-Note Eins plus mit Sternchen.

Mit seiner charmanten Lockerheit könnte der Sänger womöglich auch als Komiker Karriere machen. So erzählte er von der Anreise nach Düren, genauer von den berüchtigten Bäumen an der Autobahn: „Die meisten hatten so richtig schöne Namen“, freut er sich. „Und dann kam einer, der hieß Speierling.“ Dazu eine Grimasse und ein verschmitztes Lächeln und fertig war die authentisch-relaxte Show.

Auch musikalisch hat der 26-Jährige einiges auf dem Kasten. Egal ob laut oder leise, die Emotion ist seine Stärke. Zu einer Akustik Version von „Nur ein Herzschlag entfernt“ erstrahlte die „Dürener Adria“ im Taschenlampenlicht der Smartphones und – ganz oldschool – von ein paar Feuerzeugen. Das äußerst textsichere Publikum war jedenfalls enthusiastisch mit dabei. Aber nicht nur seine eigenen Hits wie „Feuerwerk“ oder „An Wunder“ brachte Weiss auf die Bühne. In einem bunt gemischten Medley sang er sich durch die Songs von so verschieden Künstlern wie der Indi-Band „AnnenMayKantereit“, der Clown-Rap-Truppe „257ers“ oder seinem Sänger-Kollegen Marc Forster.

Echte Sonnenuntergangsstimmung blieb zwar wegen der bedrohlich dunklen Wolken aus, von Regen bleib das Konzert aber verschont. In der ersten Reihe waren Antonia, Jana und Jenny zufrieden, und Wincent Weiss war es wohl auch. Noch am Abend bedankte er sich im Netz bei seinen Fans und lobte die tolle Location.