Landesweiter Unfallatlas: Wie Titz in die Top 10 der Unfallschwerpunkte gerät

Landesweiter Unfallatlas : Wie Titz in die Top 10 der Unfallschwerpunkte gerät

Die 8500 Einwohner-Gemeinde landet auf dem sechsten Platz einer Rangliste der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, in der Verkehrsunfälle mit Personenschäden aufgezeichnet worden sind. Ergibt das Sinn?

Meiden Sie Titz! Das möchte man am liebsten dem Autofahrer zurufen, der sich der kleinen Gemeinde im Norden unseres Kreises nähert. Titz ist ein gefährliches Pflaster, erst recht, wenn man dem neuesten Unfallatlas für das Jahr 2019 bedenkenlos vertraut. Im interaktiven Unfallatlas der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder kann man unter anderem nachvollziehen, wo es in 2019 Unfälle mit Personenschäden gab – und das aufgelistet für jede Straße in einer Kommune.

Das statistische Landesamt NRW, der Landesbetrieb IT.NRW, hat dementsprechend den Unfallatlas auch mit den Daten aus NRW versorgt und zusätzlich eine Rangliste der Kommunen erstellt, in denen je 1000 Einwohner die Zahl der Unfälle mit Personenschaden landesweit am höchsten ist. Das verblüffende Ergebnis: Titz landet auf Platz 6, die Stadt Düren auf Platz 7, Jülich schrammt gerade so mit Platz 11 an den Top Ten vorbei, die Stadt Linnich landet unter ferner liefen auf Platz 218. Und dass die Gemeinde Inden noch nicht komplett abgebaggert ist, erfährt man erst auf Platz 382.

Inden ist damit allerdings die sicherste Kommune im gesamten Kreisgebiet. Ergibt das Sinn? Begrenzt. In Titz werden für 2019 ein Unfall mit Personenschaden auf der L 12 gelistet, vier auf der L 241 zwischen Sevenich und Spieler Mühle, einer auf der Marienstraße in Hasselsweiler, einer in Höllen, einer auf der Kasterstraße in Jackerath sowie fünf auf der L 226 bei Gevelsdorf und im Bereich der Autobahnauffahrt. Aber: weitere 15 Unfälle werden auf der Autobahn A 44, der A 61 und dem Autobahnkreuz Jackerath aufgeführt. Das treibt die Zahlen in die Höhe. Bei geringer Einwohnerzahl (knapp 8500 Ende 2019) landet man mit einem Schnitt von 6,5 Unfällen je 1000 Einwohner dann auf Platz 6 der NRW-weiten Statistik der Kommunen mit den meisten Unfällen.

„Die Belastung mit Unfällen ist für Titz unauffällig“ sagt hingegen Pressesprecherin Ingrid Königs von der Kreispolizeibehörde Düren. Bei 30 Unfällen mit Personenschaden in 2019 geht die Hälfte auf Unfälle auf den Autobahnen zurück. Die liegen in Zuständigkeit der Bezirksregierung beziehungsweise der Autobahnpolizei Köln und werden in der Statistik der Kreispolizeibehörde nicht mitgezählt.

Erkennt die Polizei Düren Unfallhäufungspunkte, reagiert die Behörde auch. „Straßenverkehrsamt, das jeweils zuständige Ordnungsamt und wir als Kreispolizeibehörde suchen in der Unfallkommission dann nach einer Lösung, wie die Situation vor Ort entschärft werden kann“, erklärt Königs. Titz gehörte dabei nicht zu den Orten, in denen es zuletzt viel zu entschärfen gab.Anders sieht das in der Stadt Jülich aus. Dort schlagen als Unfallhäufungspunkte die Große Rurstraße/Neusser Straße/Römerstraße auf, die L 253, die Linnicher Staße, der Von-Schöfer-Ring und die Kreuzung Von-Schöfer-Ring/Haubourdinstraße. „Dazu muss die Unfallkommission noch tagen“, erklärt Königs das weitere Vorgehen.

Auf Platz 1 der Liste steht übrigens eine Stadt, von der man in der Regel nicht weiß, dass und wo sie existiert: Borgholzhausen im Kreis Gütersloh, unweit von Bielefeld, mit 8600 Einwohnern, einer Autobahn und einer Bundesstaße.