Aachen: Wie sieht die Zukunft der Region aus?

Aachen: Wie sieht die Zukunft der Region aus?

Warten hält Ulrich Golüke für genau die falsche Taktik, wenn es um die Zukunft der Region geht. Nicht auf Brüssel sollte man warten, nicht auf Berlin, „und auch nicht auf New York und auf die Wall Street”.

Als Leiter des Projekts „Heimat 2035” hat Golüke das Gegenteil getan, also versucht, etwas zu bewegen. Im Namen der Aachener Stiftung Kathy Beys wurden Gespräche mit 250 Bürgern der Städteregion geführt. Die - vorläufigen - Ergebnisse liegen nun nach rund einem Jahr in Form des Buchs „Heimat2035. Zukunft, Szenarien, 3Länderregion Aachen” vor und wurden am Samstagnachmittag im Aachener Rathaus präsentiert.

Einer der Befragten ist der Herzogenrather Abiturient Steffen Mingenbach. Begeistert von der Idee rückte er ins Projektteam auf und präsentierte im Krönungssaal vier erarbeitete Szenarien. Das negativste: Der Niedergang. Der öffentliche Raum verwahrlost, Frust und Perpektivlosigkeit setzen sich durch gegen die Kooperation. „Im Jahr 2035 steht die Städteregion vor einem Scherbenhaufen.”

Gut also, dass es zu diesem Szenario drei Alternativen gibt, namentlich: Zusammenhalt, Neugier, Gerechtigkeit.

Es müssen intensive Gespräche gewesen sein, die über das Jahr 2035 geführt wurden. Denn eindringlich fiel in weiten Teilen das aus, was Mingenbach den zahlreichen Besuchern präsentierte. Von einem „beflügelnden” Campus Melaten war die Rede und von technischer Vereinsamung, vom Scheitern als Teil des Experimentierens und vom Erreichen des großen Wir-Gefühls der zehn Kommunen in der Städteregion.

Wie lässt sich aus so viel Philosophie Politik machen? Dies herauszufinden, darin wird für die Kathy-Beys-Stiftung die Herausforderung bestehen. Gemeistert werden soll diese mit möglichst viel Beteiligung der Bürger.

Wie der Anreiz dafür aussehen könnte, das brachte Ulrich Golüke einleuchtend auf den Punkt: „Es geht um Ihre Zukunft. Und glauben Sie mir eines: Sie werden den Rest Ihres Lebens in der Zukunft verbringen.”