Düren: Wie sich Kitas und Schulen mit hohem Migrationsanteil aufs Fest vorbereiten

Düren: Wie sich Kitas und Schulen mit hohem Migrationsanteil aufs Fest vorbereiten

Weihnachtsbäume, Adventskränze und Adventskalender zeigen an, dass Weihnachten immer näher rückt. Viele Kindertagesstätten (Kitas) und Grundschulen sind bunt geschmückt. In der Kita Lollypop der AWO in Nord-Düren gibt es etliche Kinder mit Migrationshintergrund.

In einer der fünf Gruppen haben 20 von 25 Kindern ausländische Wurzeln. Wie geht man da mit dem Thema um? „Wir feiern Weihnachten ganz normal“, sagt Melanie Weingartz. „Dazu gehören auch der Adventskranz und das Krippenspiel.“ Der Weihnachtsbaum fehlt in diesem Jahr. Dies sei aber lediglich der Tatsache geschuldet, dass die Einrichtung in die Schulstraße umgezogen und um eine Gruppe erweitert worden sei, so die Leiterin. Da habe einfach die Zeit für einen Baum gefehlt.

Über die Versuche, dass christliche Fest in Winterfest umzubenennen, kann Weingartz nur lachen: „Unsere muslimischen Eltern sagen: Das ist euer Fest. Feiert Weihnachten und nicht ein Winterfest.“

Norbert Lotter ist Direktor der katholischen Grundschule (KGS) in Birkesdorf; er macht in seiner Schule ähnliche Erfahrungen mit dem Thema: „In den Klassen gibt es eine Weihnachtsfeier und das wünschen sich muslimische Eltern auch.“ Im Projekt „Deutsch lernen mit Musik“ werde auch Weihnachten thematisiert. „Jesus ist für Muslime ein Prophet“, so der Pädagoge. Zum wöchentlichen Adventssingen in der katholischen Pfarrkirche kämen auch die muslimischen Kinder mit und bekämen so „ein Gespür für den sakralen Raum“.

In der Kita Lollypop spielen Rabia, Elyas, Michael, Abdul Kadir, Darleen und die anderen Kinder zusammen, singen Lieder und sind auch an der Weihnachtsgeschichte interessiert. „Da muss man eben manchmal einfach ein bisschen mehr erklären“, so die Kita-Chefin. Die einzigen Kinder, die nicht mitfeiern dürfen, seien Zeugen Jehowas. „Bei uns gilt die Devise: Religion ist Privatsache, aber wir können gerne darüber sprechen. Hier gibt es Raum dafür.“ Problematisch würde es nur dann, „wenn sich jemand ausschließlich über seinen Glauben definiert“.

(wey)