Düren: Werscheck traut Powervolleys den Erfolg zu

Düren: Werscheck traut Powervolleys den Erfolg zu

„Das war schon cool“, erinnert sich Bernd Werscheck. „Dreimal haben wir in der Saison den VfB Friedrichshafen geschlagen, einmal in der Hauptrunde — und zweimal in den Finalspielen. Und alle Siege haben wir in der Arena Kreis Düren errungen.“

Bernd Werscheck denkt gerne an seine Zeit als Trainer beim Volleyball-Erstligisten von der Rur zurück. Vor elf Jahren firmierten die Dürener Volleyballer noch unter Evivo. Dem Coach und seinem Team gelang es zum Abschluss der Saison 2005/06, die Mannschaft von Stelian Moculescu in das fünfte, das entscheidende Spiel der Finalrunde zu zwingen. Diese Partie am Bodensee entschieden die „Häfler“ für sich und bejubelten mit drei Siegen und zwei Niederlagen die Meisterschaft.

Zum Abschluss der Spielzeit 16/17 treffen die beiden Mannschaften eine Runde früher aufeinander. Das erste der drei potenziellen Halbfinalspiele bestreiten der VfB und die SWD Powervolleys am kommenden Sonntag ab 14.30 Uhr am Bodensee. Die zweite Partie findet am Karsamstag, 15. April, ab 19.30 Uhr in der Arena Kreis Düren statt. Sollte die dritte Partie notwendig werden, wird sie am Donnerstag, 20. April, ab 20 Uhr wieder in der Zeppelin-Arena ausgetragen.

Und eben diese dritte Partie traut Werscheck seinem Nach-Nach-Nach-Nach-Nach-Nachfolger Tommi Tiilikainen und seiner Mannschaft durchaus zu: „Düren ist in meinen Augen keineswegs chancenlos. Das Team besitzt die mentale Power, den Sieg gegen den VfB aus der Hauptrunde zu wiederholen.“

Eben diese mentale Energie zeichnete auch das Team der Saison 05/06 aus: „Wir hatten unsere Lehren aus der Saison zuvor gezogen“, denkt Werscheck zurück. In der Spielzeit 04/05 standen sich die „Häfler“ und Düren auch im Finale gegenüber. Die Friedrichshafener machten kurzen Prozess mit den Rheinländern. Nur drei Spiele benötigten sie, um den Titelgewinn perfekt zu machen.

„Wir waren einfach froh, die Endspiele erreicht zu haben“, sagt Werscheck. Es fehlte die Spannung, dem VfB Paroli bieten zu wollen. Die Euphorie war verbraucht.

Eine Spielzeit später waren sich Trainer und Team einig: „Wir wollten es dem VfB Friedrichshafen zeigen. Wir wollten siegen.“ Düren wehrte sich — nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch verbal. Dass der VfB am Tag vor der ersten Begegnung ein zweites Training verweigerte, werteten die Dürener in ihrem Sinne: Friedrichshafen zeige wohl Nerven, war die einhellige Meinung. Im Spiel behielt der VfB sie aber: 3:0 siegte er.

Düren aber behielt sie im fünften Satz des zweiten Spiels auch: Sven Anton und Luiz Roque blockten den überragenden Jochen Schöps und bejubelten mit 3000 Fans den 3:2-Sieg. Am Bodensee dominierte dann wieder Friedrichshafen, auch weil der Tod von Evivo-Hauptsponsor Erich Peterhoff Düren schockte. Evivo spielte wenige Tage später ganz im Sinne des Verstorbenen und erzwang mit einer Trotzreaktion vor 3450 Zuschauern mit dem 3:1 das fünfte Spiel. „Diese Spiele waren einfach geil“, erinnert sich Werscheck. „Wir hatten aber auch die Spielertypen wie Anton und Roque, wie Till Lieber oder Heriberto Quero, der Partien alleine entscheiden konnte.“ Charaktere eben. Und diese sieht Werscheck auch im aktuellen Team. „Ich glaube, die werden ihr Herz in die Hand nehmen und mit ihrem richtig guten Volleyball, den Tiilikainen spielen lässt, dem VfB große Probleme bereiten.“

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