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Hambach: Werner Heinen ist der Herr der Flaschen

Hambach : Werner Heinen ist der Herr der Flaschen

Es ist beinahe eine Schnapszahl und mit dem hochprozentigen Getränk hat die Sammlung von Werner Heinen in der Tat zu tun: Beeindruckende 11.666 Mini-Schnapsflaschen hat der Hambacher in jahrelanger Sammlerleidenschaft zusammengetragen.

Er sammelt die bunten Fläschchen nicht, um sich am Inhalt zu berauschen, sondern aus Freude an der Vielfalt der Produkte und Verpackungen.

Aus 60 Ländern

In 21 Jahren hat der 63jährige Pensionär Produkte aus 60 Ländern zusammengetragen. Die meisten Mini-Flaschen stammen aus Deutschland, Italien und Österreich. Doch in der Sammlung gibt es auch Produkte aus China, Russland oder afrikanischen Ländern.

Bei der Gestaltung der kleinen Flaschen beweisen die Hersteller große Phantasie. Davon zeugen nicht nur bunte, teilweise künstlerlerisch gestaltete Aufkleber. Manche Flaschen sehen aus wie kleine Figuren und stellen kleine Flaschenteufel dar.

Manches Exponat in der Hambacher Kollektion haben Freunde aus dem Urlaub mitgebracht. In „normalen” Geschäften findet der begeisterte Sammler nur noch ganz selten ein neues Fläschchen, etwa wenn eine Firma ein neues Produkt auf den Markt bringt und zu Werbezwecken auch Miniabfüllungen anbietet.

Alles katalogisiert

Damit die Übersicht nicht verloren geht, wird jedes Stück katalogisiert. Diee Informationen sind wichtig, wenn andere Sammler Stücke anbieten oder ganze Sammlungen zum Verkauf angeboten werden. Werner Heinen: „Wenn ich ein Fläschchen sehe, weiß ich zu 95 Prozent sofort, ob ich es habe oder nicht”.

Eine große Hilfe bei der Suche nach neuen Stücken ist ein bundesweit organisierter Verein. Drei bis viermal im Jahr treffen sich die Fläschchen-Sammler und tauschen neben Erfahrungen auch Flaschen. Das nächste Treffen findet im März in Fulda statt.

Das Zusammentragen der neuen Sammlerobjekte ist nur ein Teil der Arbeit. Werner Heinen bewahrt seine Kollektion im Keller auf. Mit den Regalen im Partyraum kam der Rentner auf Dauer nicht aus. Inzwischen summieren sich die Regale auf stattliche 300 Meter, die mit rund 800 Haken an den Wänden befestigt sind.

„Es wird natürlich immer schwieriger, neue Exemplar zu finden, aber mit ein wenig Geduld kommt man sicherlich weiter”, hofft Werner Heinen, der die Borde mit den Sammlerstücken eigenhändig abstaubt. Zerbrochen ist ihm dabei noch keins.

Glasbruch gab es allerdings beim letzten schwereren Erdbeben vor rund zehn Jahren. Damals fielen einige Fläschen aus den Regalen und zerbrachen. Doch den Verlust konnte Werner Heinen mit Blick auf die riesige Sammlung leicht verschmerzen.