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Wer seine Mitschüler schlägt, der schreibt

Wer seine Mitschüler schlägt, der schreibt

Kreis Düren. Schüler, die ihre Mitschüler piesacken, nötigen, mobben, schlagen, quälen, kurz: tyrannisieren, werden mit dem Anti-Bullying-Konzept Bekanntschaft machen.

Die Vertreter der 26 Schulen aus dem Kreis Düren, die mit der Polizei und den Jugendämtern die Ordnungspartnerschaft „Cool im Konflikt” gegründet haben, überzeugten sich jetzt im Kreishaus davon, dass das Verfahren geeignet ist, jugendliche Gewalttäter zum Nachdenken über ihr Verhalten anzuregen.

Polizeirat Jürgen Marten, der die Versammlung leitete, hatte mit Wolfgang Stoffel den Direktor des Viersener Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasiums eingeladen. Seit dem Jahr 2000 wird das von dem Norweger Dan Olweus erdachte Verfahren mit großem Erfolg an dem Gymnasium angewandt. Mittweilerweile begegnen sogar fast alle Schulen im Kreis Viersen aggressiven Schülern mit dem Anti-Bullying-Programm.

Das Konzept sieht vor, den Blick stärker auf das Opfer zu lenken. Der gewalttätige Bully, der oft mit dem Einverständnis einer schweigenden Mehrheit handelt, und sein Opfer werden aufgefordert, das Geschehen aus ihrer Sicht niederzuschreiben. Lehrer protokollieren zudem Gespräche zwischen den beiden.

Diese Verschriftlichung soll den Täter zum Nachdenken und zum distanzierten Blick auf seine Tat anregen. Die Aufsätze werden anschließend ausgetauscht. Die Eltern erhalten sie und werden gebeten, sich ebenfalls schriftlich zu der Tat zu äußern. Sollte es erforderlich sein, findet zudem ein gemeinsames Abschlussgespräch statt.

Schulleiter Wolfgang Stoffel sprach in Düren von einer nachhaltigen Verbesserung des Schulklimas. Die Zahl der Disziplinarkonferenzen sei rückläufig. Auch die Fälle von Gewalttätigkeiten und Vandalismus hätten an Schulen im Kreis Viersen deutlich abgenommen.

Das Anti-Bullying-Konzept kann nach Abschulss entsprechender Schulvereinbarungen auch an kreisdürerer Schulen als Baustein in Präventions- und Abschreckungsprogramme eingearbeitet werden.