Düren: Wenn Schiller und Beethoven die Blues Brothers treffen

Düren: Wenn Schiller und Beethoven die Blues Brothers treffen

Zu einer flotten Inszenierung wurde der Festakt zum 40-jährigen Bestehen der Musikschule im Haus der Stadt. Mit Schwung leitete die Jugendbigband der Musikschule, „Fat Cat”, den Ablauf im Foyer ein. Im gut gefüllten Saal gab es dann kurze Reden und prägnante Aussagen.

Bürgermeister Paul Larue sang ein Loblied auf das „wichtige Kulturinstitut”, dankte den Musikschullehrern, der Verwaltung und allen unterstützenden Händen für „das Engagement, das kompetente Wirken und die Kreativität”. Güte und Qualität kennzeichneten die Schule, die auf eindrucksvolle Weise unterstreiche, dass musikalische Breitenarbeit und Spitzenleistungen zusammengehörten. Er begrüßte, dass das Institut offen sei für neue Formen der Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten, Ganztagsschulen und Gymnasien.

Den Wert des gemeinsamen Musizierens hob Johannes Esser, Leiter des Dürener Kulturbetriebes, hervor. Er blickte kurz zurück in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, als über eine Musikschule nachgedacht und sie schließlich am 1. Oktober 1970 verwirklicht wurde. Für ihn war es wichtig, dass die Arbeit an der Schule so gestaltet ist, dass aufgrund erträglicher Gebühren und finanzieller Hilfeleistungen Kinder aus allen sozialen Schichten der Besuch ermöglicht wird. Er dankte auch dem Stadtrat, der sich für den Erhalt des Instituts stets eingesetzt habe.

„Wenn wir die Welt verändern wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen”, zitierte Dr. Gisela Hagenau, Vorsitzende des Fördervereins, Geigenvirtuose Yehudi Menuhin. Kinder lernten in der Musikschule tolerant zu sein, zuzuhören, aufeinander einzugehen. Sie erlebten eine positive Gemeinschaft. Dies unterstütze der Förderverein auf vielfältige Art.

Dann begann ein munteres Spiel um Musik und Worte. Musikschüler führten die Musical-Revue „Spuk in der Musikschule” auf. Zwei Schülerinnen werden versehentlich eingeschlossen und erleben um Mitternacht eine große Überraschung: Berühmte Künstler und Komponisten erwachen zum Leben und machen sich Gedanken darüber, welch wunderbare Kraft seit Jahrhunderten in der Musik liegt. Und so philosophierten Schumann, Beethoven, Chopin, Mendelssohn und Schiller über musikalische Entwicklungen, trafen auf Michael Jackson, die Blues Brothers, Elvis Presley und Maria Callas. Dabei stellten Musikschüler ihr Können als Solisten, im Streichorchester, Klarinettenquartett, Akkordeonquintett oder Jugendchor vor. Musikschularbeit szenisch und musikalisch beeindruckend dargestellt.

Die offizielle Zeremonie hatte das Sinfonische Blasorchester eingeleitet. Es war auch während der Revue präsent, die Konny Hanrath-Elsen und Wolfgang Tombeux erarbeitet hatten. Das gelungene Bühnenbild entwarf Ute Vogt. Ein unterhaltsamer Abend, wobei sich so mancher Besucher nachher schmunzelnd fragte, ob die gespielte Beethoven-Komposition „Wut über den verlorenen Groschen” nicht doch eine Anspielung auf das beabsichtigte „Streichkonzert” beim Kulturetat war.

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