Berzbuir: Weihnachtsbaum-Weitwurf: Juxwettbewerb mit Lasermessung

Berzbuir: Weihnachtsbaum-Weitwurf: Juxwettbewerb mit Lasermessung

Der eine schnappt sich den Baum wie einen nassen Sack, der nächste wie einen Wurfspeer. Überkopf-Schleuderwurf, Drehschleuderwurf oder Stoßwurf: Wie die Tanne Weite gewinnt, ist bei Internationalen Deutschen Meisterschaften im Weihnachtsbaum-Weitwurf zweitrangig.

Der Spaßfaktor steht eindeutig im Vordergrund, bei den älteren Damen, die sich gegenseitig anfrotzeln, weil keine von ihnen die Vier-Meter-Marke knackt, bei den Kindern und Jugendlichen und bei den eigens aus Oehoven bei Rommerskirchen angereisten Highlandern, die sich mit ihren Kreuzauer Freunden ein Privatduell liefern wollen.

Stoß- oder Drehschleuderwurf? Jeder der 153 Teilnehmer hatte seine eigene Technik, den Weihnachtsbaum möglichst weit zu werfen. Thomas Jörres nahm mit dem Laser genau maß, um die Weite zu ermitteln. Gemessen wird in Berzbuir nicht an der Spitze, sondern am Stamm. Foto: Jörg Abels

Zum vierten Mal bereichert der Weihnachtsbaum-Weitwurf den Weihnachtsmarkt der örtlichen Anna-Schützen. Und es hat fast schon den Anschein, die Teilnahme am Wettbewerb gehört zum Besuch des stimmungsvoll geschmückten mittelalterlichen Hofes wie der Genuss von Glühwein und Reibekuchen. Die heftige Kritik an dem Juxwettbewerb in früheren Jahren ist mittlerweile abgeebbt. Verstanden haben sie die Anna-Schützen ohnehin hin so recht. „Wir werfen mit Holz in Form einer Tanne, nicht mit Lebensmitteln“, betont der Vorsitzende Dietmar Hacky, zumal das Startgeld auch noch caritativen Zwecken zugutekommt: diesmal der Wohnstätte für mehrfach behinderte blinde Menschen in Düren und dem Verein Lichtblicke.

Die Männer haben es mit einer 5,3 Kilogramm schweren Tanne zu tun, das Wurfgerät der Frauen ist ein Kilo, das der Jugendlichen zwei Kilo leichter. „Und die Bambini bekommen eine Spitze“, sagt Friedel Lövenich und lacht. Er war es, der die Idee des Weihnachtsbaum-Werfens vor vier Jahren von einem Kuraufenthalt in Chemnitz mit an die Rur brachte. Und der Spaßwettbewerb lockt immer mehr Teilnehmer an. Bei der vierten Auflage am Samstag waren es 153.

Selbst durchreisende Belgier machten den Jux mit. Spaß ja, aber beim Messen der Weiten nehmen es die Anna-Schützen mit einem Laser ganz genau. Gemessen wird nicht etwa der Punkt, an dem die Baumspitze liegenbleibt, sondern am abgesägten Stumpf. Und welche Technik ist die beste? „Ich denke, die Schleudertechnik mit halber Drehung“, erklärt Friedel Lövenich mit einem Schmunzeln.

Wie auch immer: Den Dreh am besten raus, hatte Torsten Mugele, Sohn des Hausherrn auf dem Bauschhof. Mit 10,99 Metern warf er den Baum sogar neun Zentimeter weiter als der bisherige Rekordhalter Thomas Jörres .

Mit der Siegerehrung begann der gemütliche Teil des Weihnachtsmarktes, der abends mit einem Feuerwerk einen ersten Stimmungshöhepunkt hatte. Die Pyrotechnik ließ den Himmel über dem Bauschhof in den buntesten Farben erstrahlen. Wie in den Vorjahren ist der Reinerlös des Weihnachtsmarktes wieder für die Jugendarbeit des Vereins bestimmt. Und von der profitieren nicht nur Vereinsmitglieder, betonen Dietmar Hacky und Friedel Lövenich, sondern auch andere Kinder und Jugendliche.